Rigi Anzeiger
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Lehrlingsprojekt mit grossem Firmennutzen

Adligenswil/Luzern: Um den Lernenden eine vielseitige Lehre zu bieten, lassen sich viele Firmen interessante Projekte einfallen. An einem solchen hat auch der angehende Kaufmann Justin Kanthasamy aus Adligenswil teilgenommen.

Er profitierte vom interdisziplinären Lehrlingsprojekt: In der Mitte Justin Kanthasamy aus Adligenswil, links der Lehrlingsverantwortliche Bernhard Häcki. Bild apimedia

Er profitierte vom interdisziplinären Lehrlingsprojekt: In der Mitte Justin Kanthasamy aus Adligenswil, links der Lehrlingsverantwortliche Bernhard Häcki. Bild apimedia

ds. Eine Berufslehre ist spannend. Weil sie an drei Lernorten stattfindet, aber auch weil sie oft unkonventionelle Aufgaben beinhaltet. Solche haben bei der Schurter AG Tradition. Jeweils im Januar führt der Luzerner Elektronikkomponenten-Hersteller ein Lehrlingsprojekt durch. So auch dieses Jahr. Zwei gemischte Fünferteams – bestehend aus angehenden Kaufleuten, Polymechanikern, Informatikern, Kunststofftechnologen, Oberflächenbeschichtern, Automatikmonteuren oder Logistikern – suchten nach Lösungen für Problemstellungen, die von der Firma aufgrund fehlender Ressourcen auf Eis gelegt wurden. «Wir beschäftigen unseren Nachwuchs nicht mit fiktiven Projekten, die Arbeiten haben einen grossen Nutzen für das Unternehmen», sagt Bernhard Häcki, Leiter Berufsbildung. Priorität habe für die Schurter AG, die Handlungskompetenz ihrer Lernenden zu fördern. Durch die Interdisziplinärität erhalten die Lernenden einen Einblick in ein fremdes Themengebiet. Und schliesslich werden durch die Vernetzung mit Jugendlichen anderer Berufsgruppen auch die Sozial- und Selbstkompetenz gefördert.

Kosten im Auge behalten
In einem ersten Schritt analysierten die Lernenden die Aufgabenstellung, entwickelten danach Ideen zur Umsetzung und erstellten daraus ein Konzept. Stets im Auge zu behalten galt es die Kostenfrage. Können wir die benötigten Teile selber herstellen? Sind unsere Investitionen zu rechtfertigen? Wo sind allenfalls Einsparungen möglich? «Wir waren bei der Arbeit vorwiegend auf uns allein gestellt», sagt Justin Kanthasamy (16), angehender Kaufmann aus Adligenswil. «Auch wenn Herr Häcki hin und wieder bei uns vorbeischaute und Hand bot, wenn es irgendwo harzte.» Doch was kam denn nun beim diesjährigen Projekt heraus? In der Abteilung Metal-Line, die Schalter und Taster aus Metall produziert, wurde ein Materialwagen benötigt, der es erlaubt, die Einzelteile möglichst nahe beim Arbeitsplatz zu positionieren. Eine auf dem Papier einfache Aufgabe, die das Team aber über Erwarten forderte. «Der Wagen brauchte spezielle Räder, die keine elektrostatische Spannung erzeugen, da diese die Produkte beschädigen würde», nennt Häcki eine der Schwierigkeiten.

«Plötzlich sprudelte es»
Die Aufgabe der anderen Gruppe bestand darin, den Abfall beim Verpacken der fertiggestellten Sicherungen zu minimieren. «Die Kreativität der Lernenden brannte zunächst auf Sparflamme, doch plötzlich fings an zu sprudeln», lobt Bernhard Häcki. Vergangene Woche wurden die Projektarbeiten abgeschlossen. Nun gilt es noch, die Konzepte dem Management-Team vorzustellen, wodurch die Jugendlichen unterschiedliche Präsentationstechniken kennenlernen. Justin Kanthasamy zieht jetzt schon eine positive Bilanz: «Es war spannend, mit Leuten aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammenzuarbeiten und den ganzen Ablauf hautnah mitzuverfolgen.» Jetzt wartet er gespannt auf die Reaktion des Management Teams.