Rigi Anzeiger
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Letztes Spiel auf dem Rembrandtplatz

Der Diebstahl des Cars, mit dem die Ebikoner Guuggenmusig Näbelhüüler nach Amsterdam reiste, bewegt die Gemüter. Weder der Reisecarunternehmer noch die Guugger haben Hoffnung, dass das Fahrzeug und die 31 Instrumente wieder auftauchen.

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Dieser Car aus der Fahrzeugflotte der Horwer Firma Gössi wurde in Amsterdam gestohlen.
Bild Gössi Carreisen

Gross war die Vorfreude der Näbelhüüler auf die Reise nach Amsterdam, die sie sich zu ihrem 30. Geburtstag gönnten. Das Reisecarunternehmen Gössi hatte ein Programm für diesen Ausflug zusammengestellt. Am 8. Mai fuhr die Guuggenmusig los, zwei Tage später stand sie ohne Car da. Er wurde von Unbekannten in der Nacht vom Freitag auf den Samstag geknackt und entführt samt den 31 Instrumenten. Für Marco Gössi ist es ein Rätsel, wie die Täter das schaffen konnten. Die Amsterdamer Polizei konnte dank eingebautem Ortungssystem für kurze Zeit ein Signal orten. Zurzeit ermittelt die Polizei in Amsterdam weiter. «Zusätzlich ist nun auch Interpol am Recherchieren», verriet Marco Gössi. Seine Hoffnung, dass der Car wieder auftauchen könnte, ist sehr klein. Da das letzte Signal von einem der grössten Häfen Rotterdams kam, glaubt er, dass das Fahrzeug verschifft wurde. Die «Näbelhüüler» sind zwischenzeitlich wieder zuhause, dank einem Ersatzcar, den ihnen Marco Gössi nach Amsterdam entsandte. Gemäss Reto Wymann, Präsident der Guuggenmusig Näbelhüüler, denken die Guuger dennoch gerne an die Reise zurück: «Wir hatten eine Super-Jubi-Reise, ausser mit dem ‹Tintenfleck› im Reinheft», dass der Car samt Instrumenten wegkam». Ein Gespräch.

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Reto Wymann, waren offizielle Auftritte in Amsterdam geplant?
Nur spontane. Wir wollten nach Lust und Laune auftreten, konnten dies dann lediglich nur einmal auf dem Rembrandtplatz.

Wie habt Ihr das Handeln der Amsterdamer Polizei erlebt? Gabs Sprachschwierigkeiten?
Wir hatten grosses Glück, dass der Carchauffeur über gute Englischkenntnisse verfügt. Da wir nicht die Erstbeschädigten waren, stand er vor allem der Polizei Red und Antwort.

Wie habt Ihr die Zeit nach dem Car-Diebstahl genutzt?
Wir setzten das Programm wie geplant fort – nur Auftritte gab es keine.

Haben die holländischen Medien den Fall ebenso aufgegriffen wie hiesige oder deutsche Nachrichtenportale?
In den Tageszeitungen entdeckten wir nichts. Amsterdam beschäftigt sich offenbar mit anderen Problemen als mit einem Car-Diebstahl.

Ebikon hat doch ein paar gewiefte närrische Fasnachtsdiebe, die schon den Böögg stahlen. Könnten die nicht auch hinter dem Car-Diebstahl stecken?
Das glaube ich nicht.

Glauben Sie, dass der Car und/oder die Instrumente wieder auftauchen?
Das ist eher unwahrscheinlich. Und wenn doch, würde das uns natürlich sehr freuen.

Lässt sich der entstandene Schaden beziffern?
Wir gehen von etwa 50000 Franken aus. Den genauen Betrag können wir noch nicht definieren, da wir noch am Zusammenrechnen sind.

Wie bestreitet die zurzeit instrumentenlose Guuggenmusig in naher Zukunft Proben und Auftritte?
Da hoffen wir auf die Solidarität anderer Guggenmusigen, die uns mit ihren Instrumenten aushelfen.

Wer kommt für die Neuanschaffung der Instrumente auf?
Das lässt sich augenblicklich nicht sagen. Wir warten den Ist-Zustand der Versicherung ab und besprechen anschliessend im Vorstand das weitere Vorgehen. Wichtig sind uns die jüngsten Mitglieder, die ihre Instrumente verloren haben. Sie brauchen jetzt unsere Unterstützung am meisten.