Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Leuchtenmanufaktur erhält «Äbiker Seerosepriis»

Ebikon: Seit bald 60 Jahren entwickelt und fabriziert die Firma Baltensweiler in Ebikon Leuchten. Die Designklassiker haben weltweite Ausstrahlung. Dafür erhält die Leuchtenmanufaktur nun den «Äbiker Seerosepriis»

Die Gemeinde Ebikon zeichnet Gabriel, Karin und Rosmarie Baltensweiler mit dem «Äbiker Seerosepriis» für ihre besondere Leistung aus. Bild zVg.

Die Gemeinde Ebikon zeichnet Gabriel, Karin und Rosmarie Baltensweiler mit dem «Äbiker Seerosepriis» für ihre besondere Leistung aus. Bild zVg.

pd./red. «Für die Pionierarbeit seit den 50er Jahren und die entwickelte Ge- schäftsphilosophie erhalten Rosmarie, Gabriel und Karin Baltensweiler den «Äbiker Seerosepriis›», heisst es dazu in einer Mitteilung. Das Unternehmen blickt tatsächlich auf eine lange Geschichte zurück. Die ersten beiden Leuchten fertigen Rico und Rosmarie Baltensweiler 1951 für den Eigenbedarf, da sie auf dem Leuchtenmarkt kein passendes Produkt für ihre Wohn-Werkstatt gefunden haben. «Befreundete Architekten, welche bei uns zu Besuch waren, bekundeten ihr Interesse an der Lampe. Deshalb bauten wir weitere zehn Stück. Die Folge war, dass ‹Wohnbedarf Zürich› eine Serie bestellte. Erst 1952 bezeichneten Rico und ich das erste Leuchtenmodell mit TYPE 600», sagt Geschäftsgründerin und Mitinhaberin Rosmarie Baltensweiler. Heute beschäftigt die Firma Baltensweiler 45 Mitarbeitende und hat eine weltweite Ausstrahlung mit zahlreichen Leuchtenklassikern.
«Den weltweiten Erfolg in Kombination mit der bescheidenen, familiären und nicht rein gewinnorientierten Unternehmensführung würdigen wir mit dem Seerosepriis», sagt Kathrin Lustenberger Pechmann, Präsidentin der Auswahlkommission.

Durch Zufall nach Ebikon
Die ersten Baltensweiler Leuchten sind im Industriebau «Bad» auf der Reuss mit Zugang via Spreuerbrücke entstanden. «Die Leuchtenserien sind Mitte der 50er Jahre immer grösser geworden und unsere Kinder brauchten ein sicheres Umfeld. 1956 haben uns Freunde aus Ebikon ihr stadtnahes Chalet an der Luzernerstrasse zum Kauf angeboten. So sind wir durch Zufall nach Ebikon gekommen, wo wir zur sechsköpfigen Familie herangewachsen sind», erklärt Rosmarie Baltensweiler.
Gabriel und Karin Baltensweiler wirkten als Kinder in der Werkstatt und im Atelier mit. Auch während der Ausbildung und später als sie beide als Lehrpersonen unterrichteten, blieb der Bezug zur eigenen Leuchtenmanufaktur. «Nach dem unerwarteten Tod von Rico Baltensweiler war 1987 schnell klar, dass wir den Betrieb als Dreierteam weiterführen. 1988 haben wir dann die Aktiengesellschaft gegründet», sagt Gabriel Baltensweiler. «Vor kurzem haben wir einen Aktienbindungsvertrag unterzeichnet. Mit dem Vertrag wollen wir, dass wer langfristig etwas für das Unternehmen leistet, auch finanziell mit einer Dividende profitieren kann. Das entspricht auch unserer Philosophie: Wir wollen langfristig konstant hochwertige Leuchten anbieten und nicht in kurzer Zeit möglichst viele», ergänzt Karin Baltensweiler. Die HALO 250 Leuchte ist ein Klassiker, der diese Philosophie verdeutlicht: Seit 1972 bis heute wurde sie 55000 Mal verkauft.

Die «Halo250»-Leuchte – ein Klassiker, der die Philosophie von Baltensweiler verdeutlicht.

Die «Halo250»-Leuchte – ein Klassiker, der die Philosophie von Baltensweiler verdeutlicht.

Höchste Ansprüche an Design & Technik
Der Klassiker HALO 250 und Lichtplanungsaufgaben für öffentliche Bauten im In- sowie Ausland waren in den 70er Jahren die Antwort auf die industrielle Herstellung von uniformen Leuchten. Neben dem Design setzten Rico und Rosmarie Baltensweiler als erste Schweizer Hersteller auf den Hochvolt-Halogenstab und setzten die technischen Massstäbe neu. Seit 2003 nutzt das Baltensweiler-Team die aufkommende LED Technologie und liegen wieder genau richtig, wie der Erfolg zeigt. «Diese Kombination von Design und Technik als Kunstform für Lichtgestaltung von 1951 bis heute hat die Auswahlkommission neben der Unternehmensführung dazu bewogen, den Seerosepriis an Rosmarie, Gabriel und Karin zu verleihen», sagt Kathrin Lustenberger Pechmann.

Kapazitätsgrenzen in Ebikon erreicht
Den Firmensitz in Ebikon haben die Baltensweilers während knapp 60 Jahren laufend den entsprechenden Bedürfnissen angepasst. So ist 1996 der innovative Neubau mit Glasfassade an der Luzernerstrasse 75 entstanden. Damals geplant für 25 bis 30 Mitarbeitende. Heute arbeiten hier 45 Mitarbeitende aus zehn Nationen. «Wir stossen an unsere Kapazitätsgrenze. Deshalb bauen wir im Moment am Standort Luzern-Littau weiter aus. Die Hauptgründe für den neuen Standort sind eine bessere Zufahrt, Parkplätze und mehr Platz», erklärt Karin Baltensweiler. Bei der Planung und Realisierung des neuen Standorts ist auch der Sohn von Karin Baltensweiler, Ilario Meier, mit dabei. «Rosmarie, Karin und ich planen die Nachfolge mit Ilario bereits jetzt», führt Gabriel Baltensweiler aus.

Öffentliche Preisübergabe
Der mit 5000 Franken dotierte «Äbiker Seerosepriis» wird am Donnerstag, 7. Mai 2015, um 18 Uhr im Zentrum Höchweid übergeben. Die Preisverleihung ist öffentlich und im Anschluss an die Preisverleihung offeriert die Gemeinde einen Apéro.
www.baltensweiler.ch