Rigi Anzeiger
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Liebestaumel

Ich bin etwas übernächtigt. Das ist aber auch ein Stress in diesen Tagen, wo die Fussballweltmeisterschaft den Fernsehabend fest im Griff hat.

Kolly_kleinFreilich ist das Gucken freiwillig und es ginge wohl bestens ohne. Es werden ja genügend Zusammenfassungen präsentiert, um jegliche Bildungslücken zu füllen. Und ab und an frage ich mich wirklich, warum ich mir das antue. Die Fussballspieler geben zwar durchaus ein apartes Bild ab in ihren superenganliegenden Leibchen, die jede Faser des meist gestählten Oberkörpers deutlich abzeichnen. Sixpack inbegriffen. Die bis weit über die Knie reichenden Stützstrümpfe hingegen gehen gar nicht. Das erinnert schwer an die Geburtenabteilung in der Gynäkologie. Hier tragen die Mütter die Dinger jedoch aus gesundheitspräventivtechnisch zwingenden Gründen. Schön anzusehen ist das nicht, aber zweckdienlich.

Angesichts einiger merkwürdigen Usanzen bestimmter Spieler, scheint etwas Prävention jedoch durchaus angebracht. Wenn die Monkey Fussballer aufeinanderprallen, geht’s ganz schön zur Sache. Ellbogen in den Rücken, Tritt ins stramme Wädli, Kick ins Schienbein, eine schnelle Kopfnuss und als besonderes Highlight ein animalischer Biss in die Schulter. Was für Kerle! Mama Fifa regt sich zwar über letzteres auf, jedoch zu Unrecht. Denn so ein Biss bedeutet keineswegs ein Verstossen gegen die Regel, weil sich hierfür erstens gar keine Erwähnung im besagten Reglement findet und zweitens so ein Biss alles andere als eine Tätlichkeit darstellt. Im Gegenteil, das ist ein Liebesbiss. In Wahrheit ist der beissende Monkey schwul und vom absoluten Liebestaumel gefangen. Wer will ihm da verübeln, dass bei so viel Pogeklapse, innigen Umarmungen, steilen Gelfrisuren und derart üppig rumrennendem Testosteron die Gefühle durchbrennen. Der muss ja zum Wiederholungstäter werden. Ist das fair? Statt nun im Nachhinein diskriminierende Sanktionen zu verhängen, täte die Fifa gut daran, in die Prävention zu investieren. Stützstrümpfe für den ganzen Körper und Maulkorbpflicht für alle. Nicht schön, aber sicher. Linda Kolly