Rigi Anzeiger
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Listenrekord und spannende Wahlgänge

Rontal/Rigiland: Teilweise ruhig, teilweise lebendig, verliefen die Wahlen in den Gemeinden. Nebst Adligenswil wird es in Ebikon und Vitznau zu einem zweiten Wahlgang kommens, die erneute Spannung versprechen.

cek. Achtzehn Listen erhielt Ebikons Stimmbevölkerung alleine für die Wahl des Gemeinderates zugesandt. Bei den Kommissionen waren es vornehmlich 10 Listen. «Das überfordert viele», war schon vor dem 1. Mai seitens der Wahlprotagonisten zu hören. Sicher ist, mit den Listen für die Gemeinderatswahlen erzielte Ebikon einen Rekord im Vergleich zu anderen Gemeinden. Als herausragende Wahlstrategin hat sich die CVP bewiesen. Sie bereitete sich sehr früh, schon vergangenen Herbst auf die Wahlen vor. Nachdem am Sonntag feststand, dass ihre Kandidierenden, Daniel Gasser (Gemeindepräsident, bisher) und Susanne Troesch-Portmann (neu), die besten Resultate erzielten, kam prompt die Reaktion: «Das war klar. Ebikon ist seit Jahrzehnten eine CVP-Hochburg.» Dem setzte Ortspartei-Präsident Othmar Som entgegen: «Es ist nicht unser Ziel Mehrheitspartei zu sein, sondern dass wir aktive und engagierte Politiker haben.» Die Wahl von Susanne Troesch war eine Überraschung. Sie selber äusserte: «Dass es mir für den ersten Wahlgang reicht, damit habe ich nicht gerechnet. Die Wiederwahl erhofft hatte sich FDP-Gemeinderat Rudolf Kaufmann. Das ging in Erfüllung. «In dieser Konstellation mit neuen Kandidaten ist das nicht selbstverständlich», meinte er. Kaufmann erzielte mit 1538 Stimmen (das absolute Mehr lag bei 1429 Stimmen) das drittbeste Resultat. Nur 46 Stimmen fehlten dem parteilosen Andreas Michel zur Wiederwahl als Gemeinderat. Über sein Resultat sagte er: «Ich bin zufrieden. Es zeigt mir, dass ich breit gestützt bin und gute Arbeit geleistet habe.» Michel bekundete als erster am Sonntag den zweiten Wahlgang anzutreten. Der für die IG Gewerbe Rontal kandidierende Hans Peter Bienz freute sich ebenfalls über die 1344 erhaltenen Stimmen genauso die SP-Kandidatin Melanie Landolt Strebel über ihre 1047 Stimmen. Obwohl Christina Reusser (Grüne) vor dem Wahlsonntag verschiedene Sympathiebezeugung erfahren durfte, fiel ihr Resultat mit 536 Stimmen enttäuschend aus. Grüne-Ortsparteipräsident Andreas Feller zwei Tage später: «Wir sind nach wie vor überzeugt, dass sie als Gemeinderätin eine ausgezeichnete Wahl gewesen ist. Jedoch sehen wir aufgrund des Resultates vom vergangenen Sonntag die Voraussetzungen nicht gegeben, erneut für den zweiten Wahlgang zu kandidieren und empfehlen die Stimme der SP zu geben.» Auch die GLP zieht ihre Kandidatin Susanne Gnekow zurück. Parteipräsident Sandor Harvoths Begründung: «Wir sind der Überzeugung, dass es aus Gründen der Konkordanz eine links-grüne Stimme im Gemeinderat braucht. Melanie Landolt Strebel ist als Architektin bestens geeignet, die künftigen Herausforderungen Ebikons in den Bereichen Raumplanung, Bau und Verkehr zu meistern, insbesondere da der Sitz des zurückgetretenen Bauvorstehers Peter Schärli zu besetzen ist.» Eher zurückhaltend gab sich die SVP, deren Kandidatin Heidi Müller 678 Stimmen (siebtbestes Resultat) erhielt.

Freuten sich über ihren Wahlerfolg: Gemeinderat Rudolf Kaufmann (bisher), Susanne Troesch (neu) und Gemeindepräsident Daniel Gasser (bisher).

Freuten sich über ihren Wahlerfolg: Gemeinderat Rudolf Kaufmann (bisher), Susanne Troesch (neu) und Gemeindepräsident Daniel Gasser (bisher).

Zweiter Wahlgang in Ebikon
Für den zweiten Wahlgang vom 5. Juni 2016 lässt die FDP Ebikon wissen, dass sie auf Kontinuität setzt und den bisherigen Sozialvorsteher Andreas Michel unterstützt. «Wir finden es wichtig, dass nebst zwei Neuen eine weitere bewährte Kraft ihre Arbeit im Gemeinderat fortsetzen kann. Dies insbesondere im Hinblick auf die vielen Veränderungen, die es durch den Wechsel zum Führungsmodell ohnehin geben wird», hält Parteipräsident René Friedrich fest. Für den fünften Sitz beschliesst der FDP-Vorstand Stimmfreigabe. Er hält sowohl Melanie Landolt Strebel wie den parteilosen Hans Peter Bienz für wählbare Persönlichkeiten. Mit der SP-Frau würde die Konkordanz gewährleistet, mit Bienz hätte das Gewerbe eine starke Stimme in der Exekutive der Gemeinde. Die SVP und CVP haben am Dienstagabend beraten, als diese Ausgabe des Rigi Anzeiger bereits im Druck war. «Auf Grund der Ausgangslage ist sich die CVP der Verantwortung bewusst und möchte keine voreiligen Beschlüsse fassen», erläuterte CVP-Präsident Otmar Som. Diesen Worten fügte er zugleich einen Dank an die Wählerinnen und Wähler für ihr erneutes Vertrauen an. Seitens der IG Gewerbe Rontal schickt man Hans Peter Bienz erneut ins Rennen. «Wir sind überzeugt, dass wir sehr gute Chancen haben in den Gemeinderat gewählt zu werden», ist ihrer Mitteilung zu entnehmen. Bienz selber hofft auch auf die Unterstützung seitens bürgerlicher Parteien.

Diskutierten über die Wahlergebnisse vor dem Gemeindehaus in Ebikon: (v.l.) Sandor Horvath (glp), Susanne Gnekow (glp), Jonathan Winkler (glp), Andreas Feller (Grüne) und Christina Reusser (Grüne).

Diskutierten über die Wahlergebnisse vor dem Gemeindehaus in Ebikon: (v.l.) Sandor Horvath (glp), Susanne Gnekow (glp), Jonathan Winkler (glp), Andreas Feller (Grüne) und Christina Reusser (Grüne).

Der parteilose Andreas Michel (l.) im Gespräch mit Alois Kaufmann (Überparteiliches Komitee).

Der parteilose Andreas Michel (l.) im Gespräch mit Alois Kaufmann (Überparteiliches Komitee).

Hans Peter Bienz (IG Gewerbe Rontal) analysierte mit Stefan Brunner (SVP) Wahlergebnisse.

Hans Peter Bienz (IG Gewerbe Rontal) analysierte mit Stefan Brunner (SVP) Wahlergebnisse.

Stille Wahl für Kommissionsmitglieder?
Ebikon hatte zugleich Mitglieder in fünf Kommissionen zu wählen. Hier haben es zwischen vier bis fünf geschafft. Derzeit laufen Gespräche zwischen den Parteien, ob ein zweiter Wahlgang für die restlichen Kommissonsmitglieder nötig ist. Die FDP vertritt die Überzeugung, dass eine stille Wahl der verbleibenden Kandidierenden in der Reihenfolge ihrer erreichten Stimmenzahl die beste Lösung wäre, um eine weitere Runde zu vermeiden, die aller Voraussicht nach keine nennenswerten Verschiebungen ergeben würde. «Damit liessen sich nicht nur Kosten, sondern auch wertvolle Ressourcen sparen», äusserte René Friedrich. Ebenfalls für eine stille Wahl der Kommissonsmitglieder votiert die glp. Die Begründung von Sandor Horvath: «Das aktuelle Ebikoner Wahlsystem ist sehr schwerfällig und komplex und führt zu eigenartigen Resultaten. Susanne Gnekow beispielsweise wäre im ersten Wahlgang mit fast doppelt so vielen Stimmen wie die zweitplatzierte Kandidatin klar als Präsidentin der Bürgerrechtskommission gewählt worden. Sie scheiterte aber knapp am absoluten Mehr für die Wahl als Kommissionsmitglied. Das ist unsinnig. Ein zweiter Wahlgang würde ausserdem die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger womöglich erneut überfordern.» Die Grünen haben bereits Personen für einen allfälligen zweiten Wahlgang der Kommissonsmitglieder portiert.

Gisikons neue Gemeinderätin Jacqueline Knüsel dankte auf ihrem Wahlplakat für die erhaltenen Stimmen.

Gisikons neue Gemeinderätin Jacqueline Knüsel dankte auf ihrem Wahlplakat für die erhaltenen Stimmen.

Vitznauer Gemeindeammann tritt nochmals an
Dass ein langjähriges Behördenmitglied die Wiederwahl nicht schafft und das wegen nur 5 fehlenden Stimmen, ist selten. So geschehen bei FDP-Gemeindeammann Alex Waldis in Vitznau. «An der Parteiversammlung vom letzten Montag wurde seine Nichtwahl offen und konstruktiv thematisiert. Als Verantwortlicher im Gemeinderat u.a. für das Ressort Bauen begleitet Alex Waldis an der Front das Bauwesen in unserer Gemeinde. Er nimmt dabei vornehmlich Ausführungs- oder Vollzugsfunktionen wahr, und zwar aufgrund von Entscheiden, welche der Gemeinderat jeweils als Gesamtbehörde trifft. Wo Entwicklung stattfindet, entsteht oft ein Unbehagen oder eine Unzufriedenheit. Dafür aber eine einzelne Person verantwortlich zu machen, greift aus der Sicht der FDP zu kurz. Aufgrund des knappen Resultats im ersten Wahlgang beschloss die Parteiversammlung einstimmig, Alex Waldis als erfahrenes Exekutivmitglied für den zweiten Wahlgang vom 5. Juni 2016 zu portieren», teilte Claudio Muschietti, Präsident FDP Vitznau und neu gewählter Gemeinderat mit.

Neu gewählter Gemeinderat und Präsident der FDP Vitznau, Claudio Muschietti: «Alex Waldis wird als Gemeindeammann den zweiten Wahlgang antreten».

Neu gewählter Gemeinderat und Präsident der FDP Vitznau, Claudio Muschietti: «Alex Waldis wird als Gemeindeammann den zweiten Wahlgang antreten».

Freude herrscht
In vielen Gemeinden stellten sich bisherige zur Wiederwahl oder gerade so viele, wie es Gemeinderatssitze zu besetzen galt. Einer der ersten, der seine Freude als wieder gewählter Gemeindepräsident auf Facebook postete, war Max Hess aus Dierikon. Ihren Dank an die Wählerschaft drückte die neu gewählte Gisikoner Gemeinderätin Jacqueline Knüsel unter anderem mit ihrem Wahlplakat aus. Eine Ausnahme bildete in Sachen Wahlkampf Meierskappel. Hier traten die Kandidatinnen und Kandidaten (zwei bisherige und drei neue) trotz unterschiedlicher Parteicouleur geschlossen auf und wurden gewählt. Konrad Langenegger über seine Wahl als Gemeindepräsident: «Ich freue mich auf die Herausforderungen in diesem Amt. Besonders freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit den anderen vier komfortabel Gewählten und die Mitarbeiter von Verwaltung und Schule von Meierskappel.» In Weggis entbrannte ein Kampf um den Sitz des Gemeindepräsidenten. Drei Kandidaten traten an. Der bisherige parteilose Kaspar Widmer hat nun in Roger Dähler, ebenfalls parteilos, einen würdigen Nachfolger.
Text & Bilder cek.

Gefeiert wurde die Wahl der fünf Kandidaten in Meierskappel im Landgasthof Strauss. Bild zVg.

Gefeiert wurde die Wahl der fünf Kandidaten in Meierskappel im Landgasthof Strauss. Bild zVg.

Die Ergebnisse der Gemeinden im Rigiland und Rontal im Überblick:

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