Rigi Anzeiger
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Löwen soll kein Asyl-Hotel werden

Asylbewerber werden in Ebikon dezentral platziert

Ebikon muss auf kantonales Geheiss innert weniger Wochen 47 Plätze für Asylbewerber organisieren. Da könnte man doch das vor der Schliessung stehende Hotel-Restaurant Löwen gleich für diesen Zweck nutzen? Das aber wollen die Gemeindebehörden nicht.

Ausgetrunken: Der «Löwen» schliesst seinen Betrieb.

Ausgetrunken: Der «Löwen» schliesst seinen Betrieb.

«Nein, der Löwen wird sicher nicht zum Asylheim umfunktioniert», wehrt Gemeinderat Ruedi Kaufmann – der offenbar einzige derzeit nicht in den Ferien weilende Ebikoner Gemeinderat – ab. Das hiesse aber nicht, dass der Löwen nicht doch für eine gewisse Anzahl Asylanten-Unterkünfte genutzt werden soll. «Aber sicher nicht für alle zugewiesenen Asylbewerber», betont Kaufmann. Der Gemeinderat lege Wert auf eine dezentrale Unterbringung der zugewiesenen Asylbewerber. Man hoffe, damit eine Konzentration allfälliger Probleme am gleichen Ort zu vermeiden. «Wir sind dabei, verschiedene Unterbringungsoptionen zu prüfen», erklärt Kaufmann. Darunter befänden sich bereits sehr konkrete Lösungen. «Wir können darüber aber im Moment noch keine Details bekannt geben», meint Kaufmann. Dem Gemeinderat schwebe die Unterbringung der 47 zugewiesenen Asylbewerber in verschiedenen Ortsteilen in Gruppen zu je etwa zehn Personen vor. «Dabei könnte so eine Gruppe in der Grössenordnung von zehn bis zwölf Menschen durchaus auch im Hotel Löwen Unterkunft finden. Entschieden ist das aber noch nicht», sagt er. Untergebracht werden würden die Asylbewerber dann aber nicht etwa in den Gästezimmern, sondern in den im Gasthof befindlichen Wohnungen. «Denn diese werden ja auch frei», weiss Kaufmann. Und geht dabei offenbar irrtümlich von einer Nutzungsmöglichkeit des Gasthauses ab Ende Oktober aus. Tatsächlich aber stellt der Löwen seinen Betrieb erst per Ende November ein. Und bis dahin stehen noch die beliebten «Wild-Wochen» auf dem Programm. Der Zeitdruck in der Sache scheint aber kein Thema. Auf die Frage, bis wann die Unterkünfte bezugsbereit sein müssen, konnte Kaufmann keine verbindliche Antwort geben. In der Medienmitteilung zur kantonalen Zwangszuweisung von Asylunterkünften vom 1. September ist allerdings von einer Frist von zehn Wochen die Rede. Das wäre dann Mitte November.

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