Rigi Anzeiger
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Lustige Witwe mit knisternder Erotik

Theater Arth huldigt perfekt der leichten Muse

Unsterbliche Musik mit eingängigen Melodien, mitreissenden Tanzeinlagen und eine prickelnde, erotisch gefärbte Handlung, all das kennzeichnet Franz Lehars Operette, «Die lustige Witwe». Zu sehen auf der Bühne in Arth. Ein Hochgenuss für die Fans der leichten Muse.

Das von Beat Diener geleitete Produktionsteam des Theaters Arth wartet wiederum mit einer Operette auf, welche den Regisseur, die Solistenschar, den Chor, das Orchester und das Ballett, die Bühnenbildnerin und die Technik bis zum Limit fordert. Die unzähligen Proben und ein enormer Einsatz aller Beschäftigten verfehlten ihre Wirkung nicht: Die Premiere brachte alt und jung ins Schwärmen.

 

Steinreich und bildhübsch

Normalerweise ist es nicht lustig, Witwe zu werden. Nicht so bei Hanna Glawari. Die nach kurzer Ehe steinreich gewordene, bildhübsche Dame wird von den Männern intensivst umschwärmt, was ihr zwar gefällt, nicht aber dem montenegrinischen Baron Zeta, der mit allen Mitteln versucht, ihr Geld im armen Staat zu halten. Deshalb will er alle potentiellen ausländischen Kandidaten von der Witwe fernhalten. Graf Danilo, Attaché des Barons, soll die Kastanien aus dem Feuer holen und die Witwe kurzerhand heiraten, was aber, wie sich bald herausstellt, seine Tücken hat. Doch alles kommt, wie es kommen muss. Alle Intrigen verpuffen, wobei das Maxim als Seelentröster herhalten muss. Schliesslich gestehen sich Hanna und Danilo ihre Liebe.

Schillernde Inszenierung

Schlechte Strassenverhältnisse waren schuld, dass die Premiere mit einstündiger Verspätung begann. Das Publikum nahms gelassen und freute sich, dass die «Tanz-operette» mit einem Melodiencocktail schwungvoll eröffnet wurde. Jean Grädel, der zum zweitenmal in Arth Regie führt, wartet mit einem Glanzstück auf. Es gelang ihm, die Charaktere der Protagonisten plastisch aufzuzeigen und zu einem schillernden Mosaik zusammen zu fügen und Lehars grossartige und unter die Haut gehende Musik nahtlos in die Handlung zu integrieren.

Zum Erfolg haben auch die Protagonisten, alles hervorragende Profis, beigetragen.

Besonders zu erwähnen ist das stimmlich, darstellerisch und tänzerisch erstklassige Trio Hanna Glawari (Mélanie Adami), Graf Danilo (Simon Witzig) und Valencienne (Désirée Pauli). Zu gefallen vemochten aber auch Baron Mirko Zeta (Andreas Büchler), Camille de Rosillon (William Lombardi) und der urkomische Njegus (Marius Meier). Seien schliesslich die acht Chorsolisten erwähnt, welche kleinere und grössere Aufgaben bravourös erledigten.

Gewohnt souverän leitete Renato Botti (er alterniert mit Christoph Moor) das sich in bester Spiellaune befindende Orchester, während die Chorleitung bei Esther Rickenbach in besten Händen lag.

Für einen adäquaten optischen Rahmen sorgten die ideenreichen, farblich auf Jacquelines Koblers wundervolle Kostüme abgestimmten Bühnenbilder. Nach längerer Pause ist die Bühnenbildnerin Danièle Wolf nach Arth zurückgekehrt, ein Glücksfall. Bleiben noch die Choreografin Elja-Dusa Kedves-Zelvani und ihre quirlige Ballettruppe zu erwähnen.

Die «Lustige Witwe» hinterlässt noch bis am 23. März auf der Arther Operettenbühne ihre Spuren.