Rigi Anzeiger
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«Luzerner Held» ist Schweizermeister

Buchrain: Der 20jährige Dario Burch ist leidenschaftlicher Snowboarder, gehört zu den «Luzerner Helden» bwz. zum Luzerner Olympia- und Topsportlerteam, wurde im April erstmals Schweizermeister und feierte seinen ersten Europacup-Sieg. Mehr über den erfolgreichen Sportler aus Buchrain ist im nachfolgenden Interview zu erfahren.

Der 20jährige Buchrainer (mitte) wurde im April erstmals Schweizermeister und feierte seinen ersten Weltcup-Sieg in Corvatsch.  Bild swiss-ski.ch

Der 20jährige Buchrainer (mitte) wurde im April erstmals Schweizermeister und feierte seinen ersten Weltcup-Sieg in Corvatsch.
Bild swiss-ski.ch

Dario Burch, was gefällt Ihnen am Snowboard-Freestyle und wie kamen Sie dazu?
Beim Snowboarden gefällt mir vor allem die Freiheit und die Individualität. An Wettkämpfen zum Beispiel ist nur der Kurs vorgegeben. Ich kann ihn so fahren, wie ich will und Tricks machen, die ich will. Es gibt keine genauen Vorschriften.
Dazu gekommen bin ich einfach, nachdem ich das Snowboarden erlernt habe. Ich wollte immer mehr kleine Sprünge machen und dann in Snowparks usw. Nach etwa zwei Jahren kam ich dann in die Central Station (ZSSV). Da war ich dann mit anderen Kids unterwegs und konnte sehr viel lernen. Von da aus ging es dann immer weiter.

Wie und weshalb kamen Sie zum Skiclub Schwyz?
Weil ich meistens in der Mythenregion, vor allem im Mythenpark, unterwegs war und auch bei den Boarders Schwyz, einer Trainingsgruppe von Snowboardern des Skiclub Schwyz.

Wie schafften Sie es im 2016 ins A-Kader des Swiss-Snowboard-Teams aufgenommen zu werden?
Ich wurde 2011 an der Sportmittelschule Engelberg aufgenommen, was mir viele Trainingsmöglichkeiten bot, und ich sogleich die Matura absolvieren konnte. Das Swiss-Snowboard-Team achtet natürlich auf die Sportschulen und so nahmen sie mich dann auch ins Team.

Sie sind am 28. April 2017 erneut für das A-Kader selektioniert worden. Dank des Schweizermeister-Titels?
Es hat sicher dazu beigetragen, aber ich denke die gesamte Entwicklung während dieser Saison war ausschlaggebend.

Wer hat Sie als «Unsere Helden – Luzerner Topathleten» vorgeschlagen?
Ich glaube dies läuft unter anderem über Swiss Olympic, welche mich da vorgeschlagen haben. Als ich davon erfahren habe, war ich natürlich sehr erfreut und das Projekt ist eine sehr grosse Unterstützung für mich.

Im vergangenen Jahr waren Sie über längere Zeit verletzt? Wie kam es dazu?
Ich hatte diverse Verletzungen an meinen Sprunggelenken, welche ich mir beim Snowboarden zuzog. Diese Saison war besonders schwierig, da ich so ziemlich den ganzen ersten Teil der Saison verpasst habe und dann mitten in der Saison wieder einstieg. So habe ich einige wichtige Wettkämpfe verpasst und musste ohne grosse Vorbereitung wieder an Wettkämpfen starten.

Am Europacup-Event im April auf dem Corvatsch klassierten Sie sich im Slopestyle auf dem ersten Platz, durften den Schweizermeister-Titel feiern und dazu ihren ersten Europacup-Sieg. Haben Sie damit gerechnet?
Damit gerechnet würde ich nicht sagen, aber ich wusste, dass ich Chancen habe, wenn es mir gut läuft.

Wie geht es nun für Sie weiter? Welche Ziele streben Sie an?
Im Sommer werde ich die Spitzensport-RS antreten und mich dann im Winter wieder voll dem Snowboarden widmen. Ein Ziel für die nächste Saison ist, mich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, was jedoch sehr schwierig wird, da ich schon einige wichtige Qualifikationswettkämpfe verpasst habe. Ansonsten will ich an diversen anderen Wettkämpfen gute Resultate erreichen.

Die Aufmerksamkeit für Snowboard-Freestyle geniesst eher ein Randdasein. Woran liegt das?
Ich denke, das liegt daran, dass sich viele Leute mit dem Snowboarden nicht identifizieren können. Snowboarder gelten in der Regel auch eher als unseriös und nicht als die typischen Sportler. In gewisser Weise finde ich das auch gut. Denn dies sind die Wurzeln des Snowboardens, dass es nicht allzu ernst ist und vor allem auch der Spass im Vordergrund steht. Jedoch entwickelte sich das Snowboarden in den letzten Jahren mehr und mehr zu einer «richtigen» Sportart. Dies zeigt sich durch die Förderung die der Sport von verschiedenen Verbänden und Organisationen, wie zum Beispiel Swiss-Ski, geniesst.

Was müsste getan werden, dass diese spannende und zugleich spektakuläre Sportart mehr Aufmerksamkeit gewinnt?
Ich glaube nicht, dass viel getan werden muss. Die Aufmerksamkeit ist schon am steigen und wie man an den letzten Olympischen Spielen schon gesehen hat, genoss das Snowboarden eine sehr hohe Einschaltquote. Ich denke, an der nächsten Olympiade wird sich dies bestätigen und dann wird auch die Aufmerksamkeit weiter zunehmen.

Spektakulär sind die Sprünge von Dario Burch im Snowboard Freestyle. Bild pd

Spektakulär sind die Sprünge von Dario Burch im Snowboard Freestyle. Bild pd