Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Mall of Switzerland wird Marktanteile verändern

Luzern Ost: Rontaler Haushalte kaufen im eigenen Dorf ein. Die meisten Haushalte der Gemeinden Buchrain, Dierikon, Ebikon und Root kaufen die Artikel des täglichen Bedarfs im eigenen Dorf ein. Zudem sind sie mit dem Angebot zufrieden.

red. Dies ergab die Haushaltsbefragung zum Konsumverhalten in den Gemeinden von LuzernOst. Die Gemeinden haben anhand der Befragung analysiert, wie sich die Mall of Switzerland auf das Konsumverhalten und damit auf die Marktanteile im Rontal auswirkt. Dies ist die Basis für das Projekt «Zentrumsplanung Rontal».
Anlass für die Befragung ist der Bau der Mall of Switzerland. Die multifunktionale Anlage für Verkauf, Gastronomie und Freizeit wird mit 46‘000 Quadratmetern die grösste in der Zentralschweiz sein und somit die entsprechenden Strukturen in den umliegenden Gemeinden beeinflussen.

Zentrumsplanung Rontal
Die Gemeinderäte von Buchrain, Dierikon, Ebikon, Gisikon, Honau und Root lancierten deshalb das Projekt «Zentrumsplanung Rontal». Informationsgrundlage dieses Projekts ist die Haushaltsbefragung zum Konsumverhalten. «Ziel der Befragung war, Einsichten in die aktuelle Bedarfsdeckung der Haushalte zu gewinnen, um Ansatzpunkte für Massnahmen ermitteln zu können», sagt Nathalie Mil, Gebietsmanagerin von LuzernOst. «Es geht einerseits darum, die Ortszentren für die Versorgung zu sichern und sie andererseits auch als Orte der Identifikation zu stärken», erklärt Mil weiter.

Die Mall of Switzerland nimmt langsam Gestalt an. Bild vw.

Die Mall of Switzerland nimmt langsam Gestalt an. Bild vw.

Auswirkungen für die Gemeinden
«Beruhigend für die Gemeinden ist derzeit, dass von einer relativ stabilen Situation ausgegangen werden kann, in welcher sich die Marktanteile nur langsam verändern. Die Befragung zeigt, dass das Einkaufsverhalten konservativ ist und somit die Ortszentren geschützt sind. Die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs wird weiterhin in den Wohngemeinden oder in den grösseren Nachbargemeinden statt finden. Am meisten wird die Gemeinde Ebikon betroffen sein. Ebikon profitiert im Detailhandel vom Zustrom der Kaufkraft aus den kleineren und schlechter versorgten Nachbargemeinden. Diese Funktion als Regionalzentrum dürfte mit der Mall Einbussen erleiden. Begünstigt wird dieser Umstand auch mit der heutigen Verkehrssituation in der Geschäftszone, in dem die schnell befahrene Kantonsstrasse den Ort teilt. Dazu schlagen die Verfasser vor, öffentliche Räume mit Aufenthaltsqualität ohne Verkehr zu schaffen, Dienstleistungsaktivitäten ausserhalb des Einzelhandels zu fördern wie beispielsweise im Gesundheitsbereich, oder Verkaufsflächen nur im Zentrum zuzulassen. Daniel Gasser, Gemeindepräsident von Ebikon, sagt dazu: «Mit der Umsetzung des Masterplans liegen wir genau auf der Linie, um die Aufenthaltsqualität des Zentrums zu stärken. Ebenso beabsichtigt der Masterplan die Verkaufsflächen lokal zu konzentrieren.» Auch für die Versorgungszentren Root und Buchrain gilt die Schwerpunktbildung für das Einkaufen. Diese Erkenntnis fliesst einerseits in die laufenden Planungen ein und andererseits werden gezielte Gespräche mit den Anbietern stattfinden.

Weniger bis gar nicht betroffen von den Auswirkungen der Mall of Switzerland werden die Versorgungsstrukturen der Gemeinden Dierikon, Gisikon und Honau sein.

Befragte sind zufrieden
Mit dem heutigen Versorgungsangebot in LuzernOst sind die Haushaltungen weit gehend zufrieden. Das Veränderungspotenzial für die Bedarfsdeckung ist relativ gering. Am meisten gewünscht werden mehr Fachgeschäfte, längere Ladenöffnungszeiten und Anlässe. Gewisse spezifische Wünsche wurden in den einzelnen Gemeinden eingebracht. So wünschen sich die Haushalte von Buchrain eine gute Bäckerei und ein Drittel erkennt Lücken im Angebot einer guten Verpflegung vor Ort. Zufriedener mit dem örtlichen Verpflegungsangebot sind die Dierikoner. Sie wünschten sich jedoch eine bessere Gesundheitsversorgung und ein verbessertes Freizeitangebot. In Ebikon stand der Wunsch nach einer Papeterie an der Spitze. In den Gemeinden Gisikon und Honau wurden eine Bäckerei mit einem Café sowie Gesundheitseinrichtungen gewünscht. Ansonsten sind die Haushalte dieser zwei Gemeinden sehr zufrieden. Ihr grösster Wunsch betrifft jedoch eine verbesserte Verkehrsverbindung mit dem öffentlichen Verkehr, damit sie ihre Einkäufe anderswo tätigen können. Die Rooter wünschen sich einen zweiten Grossverteiler in der Gemeinde. Einig waren sich die Haushalte darin, dass für die Entwicklung der Versorgung primär das Gewerbe, also der Detailhandel, zuständig sein soll.

Mit dem Auto einkaufen
Nach Möglichkeit kaufen die Haushalte in ihrer Wohngemeinde ein. Ebikon funktioniert als regionaler Versorgungsschwerpunkt. Dies bedeutet, dass die Haushalte der umliegenden Gemeinden ihre Einkäufe in Ebikon ausführen, wenn sie nicht bei sich einkaufen. Ebenso bestätigt die Haushaltsbefragung, dass auch Root und Buchrain Versorgungsfunktionen übernehmen. Eher selten wird in der Stadt Luzern eingekauft. Die Verfasser der Studie vermuten die eher geringe Bedeutung der Stadt Luzern darin, dass viele Haushaltungen ihre Einkäufe mit dem Auto tätigen. Dazu äussert sich Dr. Hans Naef von der GSP AG: «In dieser Situation mit der eher schwachen Position der Stadt Luzern und der bereits hohen Akzeptanz für Einkaufszentren hat die Mall of Switzerland gute Chancen Marktanteile an sich zu ziehen.»

Für ein traditionelles Einkaufsverhalten spricht auch die Wahl des Verkehrsmittels. Auch bei Einkäufen in der eigenen Wohngemeinde nutzen 30 Prozent der Haushalte das Auto. Sobald in einer Nachbargemeinde eingekauft wird, nehmen 72 Prozent das Auto. Der öffentliche Verkehr oder das Fahrrad werden eher selten genutzt. Eine Ausnahme besteht bei den Einkäufen in der Innenstadt von Luzern. Dann wird der öffentliche Verkehr bevorzugt. Zufriedenstellend ist das Parkierungsangebot innerhalb der Gemeinden.

LuzernOst entwickelt sich über die Gemeinde hinaus
Der Gemeindeverband LuzernPlus ist der anerkannte regionale Entwicklungsträger für die Gemeinden der Region Luzern. Er nimmt ihre Interessen gezielt wahr und vertritt sie wirkungsvoll gegenüber dem Kanton, dem Bund sowie anderen Organisationen und Regionen. Im Standortwettbewerb verleiht er der Region Kraft und eine eigene, starke Identität. LuzernOst bildet einen Entwicklungsschwerpunkt der Agglomeration Luzern und umfasst die sieben Gemeinden Buchrain, Dierikon, Ebikon, Gisikon, Honau, Inwil und Root.