Rigi Anzeiger
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Marc Richs Villa in Meggen verkauft

Kunsthändler Robert Landau hat jetzt zwei Grundstücke am See

Die Villa des verstorbenen legendären Rohstoffhändlers Marc Rich in Meggen ist per 1. Mai 2014 verkauft worden. An den legendären Kunsthändler Robert Landau.

Nach dem Kauf von Marc Richs Villa Rose (unten links), besitzt der Kunsthändler Robert Landau nun zwei Grundstücke mit Seeanstoss in Meggen. In der Bildmitte das 35 000 m² grosse, ungenutzte Grundstueck Eichmatt, das ihm schon seit einigen Jahren gehört.

Nach dem Kauf von Marc Richs Villa Rose (unten links), besitzt der Kunsthändler Robert Landau nun zwei Grundstücke mit Seeanstoss in Meggen. In der Bildmitte das 35 000 m² grosse, ungenutzte Grundstück Eichmatt, das ihm schon seit einigen Jahren gehört.

Es war ein Handel unter Schwerreichen im zweiten Anlauf. Schon zu Lebzeiten des Amerikaners Richs hatte sich der britisch-kanadische Doppelbürger Landau um den Kauf von Richs «Villa Rose» an bester Seeuferlage bemüht. Der Milliardär und Kunstliebhaber Rich zählte zu den Kunden des Kunsthändlers Landau, der unter anderem auch in Meggen schon seit 25 Jahren eine Kunstgalerie betreibt. Landau hatte im Jahr 2007 das östliche Nachbargrundstück der Villa Rose gekauft in der Absicht, sich darauf häuslich niederzulassen. Das Gut Eichmatt, mit seinem Landhaus, der Scheune, Garage und Angestelltenhaus, sowie Anlegestelle, Tee- und Bootshaus unten am See, ist als Parkzone eingezont. «Die baulichen Möglichkeiten sind sehr stark eingeschränkt und mit einer Landwirtschaftszone zu vergleichen. Eine Bebauung ist nur in der Grössenordnung des bisher vorhandenen Bauvolumens möglich», bemerkt der Megger Gemeindeammann HansPeter Hürlimann dazu. Der Uferbereich liege zudem in der Landschaftsschutzzone. Das wurde dem betuchten Kunsthändler zum Verhängnis, als er sein Grundstück neu überbauen wollte. Mit einer Architektur und einem künstlerischen Umfeld, das seinen gehobenen Ansprüchen entsprach. Das Projekt, von einem international renommierten Architekten entworfen, zog prompt den Unmut des Landschaftsschutzverbandes Vierwaldstättersee auf sich, der die Verwirklichung erfolgreich verhinderte.

«Per 1.Mai verkauft»
Seither dämmert die Eichmatt ungenutzt vor sich hin, während Robert Landau an bester Aussichtslage an der Salzfassstrasse in Luzern residiert. Nach dem Scheitern seines Projektes zeigte sich der Kunsthändler an der Villa Rose seines Nachbars und Kunden Marc Rich interessiert. Im Sommer 2012 schien man sich handelseinig, als Rich sich in letzter Minute zurückzog. Er fühle sich zu sehr daheim in seiner Villa, um sich von ihr zu trennen, liess er verlauten. Ein knappes Jahr später musste sich Marc Rich dann doch von seiner Villa trennen: Er verstarb Ende Juni 2013. Daraufhin begann Landau mit Richs Erben erneut um einen Kauf der Villa mit 10200 m2 Umschwung zu verhandeln. Diesmal mit Erfolg. «Die Villa ist per 1. Mai verkauft», verrät ein enger Vertrauter Landaus. Landau selbst weile noch bis Mitte Monat in den USA. Was sagt man in der Gemeinde Meggen zum Besitzerwechsel und Zuzug eines neuen potenten Steuerzahlers? «Wir sind erfreut und heissen unseren Neuzuzüger herzlich willkommen» sagt der Megger Gemeindeammann und bestätigt damit den erfolgten Besitzerwechsel der Villa Rose.

Spekulationen und Gerüchte
Um die Villa Rose und ihren alten und neuen Besitzer ranken sich wilde Medien-Gerüchte und Spekulationen. So soll Robert Landau für das 35510m2 grosse Gut Eichmatt 4500 Franken pro Quadratmeter bezahlt haben: Was knapp 160 Millionen Franken entspräche. Lokale Insider bezeichnen solche Summen als «unrealistisch». Im Vergleich dazu scheinen die angeblichen 90 bis 100 Millionen Franken, die Marc Rich einst für die Villa Rose inklusive Kunstsammlung gefordert haben soll, fast ein Schnäppchen. Weil Landau aber bloss 50 bis 60 Millionen bezahlen wollte, sei der Handel beim ersten Anlauf schliesslich geplatzt, berichteten die Medien. «Diese Zahlen stimmen hinten und vorne nicht», sagt der Vertraute von Landau. Wieviel Landau nun wirklich bezahlt hat, bleibt ungewiss. «Und dass die Kunstsammlung im Preis eingeschlossen ist, stimmt auch nicht. Die Erben haben die Kunstgegenstände bereits ausser Haus geschafft. Einschliesslich der Skulptur im Garten, die als wertvoll taxiert wurde», verrät Landaus Vertrauter. Tatsächlich: Wo einst die besagte Eisenplastik stand, ist bloss noch ein Fundament zu sehen.

Auch dass Landau von Beginn an beabsichtigte, dereinst einmal die Villa Rose zu erwerben und dann seine beiden Seegrundstücke zu einer «Kunstgalerie» zu vereinen, wie Medien berichten, stellt Landaus Vertrauter in Abrede. «Er will einfach auf einem Grundstück am See wohnen. Aber eben so, wie es ihm gefällt», sagt er.