Rigi Anzeiger
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Märchenschloss wird Trauungsort

Ab April wirken Luzerns Zivilstandsbeamte auch im Schloss Meggenhorn

Was für die Japaner seit Jahrzehnten als Schauplatz für Vorzeigebilder dient, wird zum schmucken Ernstfall für Heiratswillige im Kanton Luzern. Das Schloss Meggenhorn kann ab Ende April als amtlicher Trauungsplatz gebucht werden. In der Regel am letzten Donnerstag im Monat.

So eine rechtsgültige standesamtliche Trauung ist gar nicht so einfach. Im Moment gibt es im Kanton Luzern noch zehn Zivilstandskreise. Jener der Stadt Luzern entbehrt jeglicher geografischer Logik. Er beinhaltet nämlich die Gemeinden Luzern, Greppen, Malters, Meggen, Schwarzenberg, Vitznau und Weggis. In diesem Kreis gibt es genau zwei amtliche Traulokale: Das ordentliche an der Obergrundstrasse 1 und das ausserordentliche im historischen Rathaus. Weil sich das ordentliche Lokal in unmittelbarer Nähe des Zivilstandsamtes befindet, fallen bei seiner Benützung keine zusätzliche Kosten für die Anfahrt der Zivilstandsbeamten an. Anders beim Portraitsaal im Rathaus. Dort müssen die Zivilstandsbeamten mit Fr. 150.- für den «Ausseneinsatz» entschädigt werden. Und hin und wieder müssen diese Beamten sogar noch weiter als über die Kornmarktbrücke anreisen. Weil es in den einzelnen Gemeinden noch weitere, amtlich akzeptierte, aber ausserordentliche Trauungslokale gibt, die aber nur in Ausnahmefällen und mit entsprechendem «Anreise-Zuschlag» benutzt werden.

7_ auf neu Meggenhorn

Den Bund fürs leben schliessen im geschichtsträchtigen Eichenzimmer…  

 

Nachfrage vorhanden

Ab dem kommenden April steht nun ein weiteres ausserordentliches Trauungslokal zur Verfügung: Das Schloss Meggenhorn. Die Anreiseentschädigung für die Beamten kostet in diesem Falle Fr. 160.-. Und auch sonst muss man mit einigen Auslagen rechnen. Ein kleiner Apéro im Esszimmer, in der Orangerie oder in der Cafeteria kostet Fr. 15.- pro Person, eine Trauung im Eichenzimmer mit maximal 15 Personen, und anschliessendem Apéro maximal zwei Stunden Fr. 250.– und mit Apéro im Festsaal maximal drei Stunden Fr. 450.-. Ausgesucht hat das Schloss aber nicht das Zivilstandsamt Luzern. Vielmehr ist die Gemeinde Meggen mit einem entsprechenden Gesuch auf das Amt zugegangen. Weil sich immer wieder Besucher für eine Trauung an diesem schönen, ruhigen Ort interessierten. Bevor das gemeindeeigene Schloss in den Stand eines amtlich geprüften und offiziellen Trauungsort erhoben wurde, waren allerdings zahlreiche Abklärungen nötig. «Da sind organisatorische Fragen zu klären und die Örtlichkeit soll eine gewisse Würde haben», schildert Madlen Brunner, Leiterin des Zivilstandsamtes.

Die Vorbereitungen zur «Inbetriebnahme» des neuen Trauungsortes dauern schon seit vergangenem Herbst. Die Zuständigen rechnen mit einem Ansturm an Anfragen. Denn das Märchenschloss stellt alle anderen amtlichen Trauungsorte weit und breit in den Schatten. Der Hauptfokus der Zivilstandbeamten aber liegt – vorerst – weiterhin im Luzerner Rathaus.

«An Freitagen werden die meisten Trauungen vorgenommen. Und da sind wir immer im Rathaus präsent. Wir haben das Schloss Meggenhorn jeweils am Donnerstag im Angebot, damit das gut aneinander vorbeigeht», erläutert Madlen Brunner. Eine Prognose darüber, wieviele der rund 700 Trauungen, die die sechs Luzerner Zivilstandsbeamten jährlich vollziehen, künftig auf Schloss Meggenhorn stattfinden, will sie nicht wagen.

Text & Bild Niklaus Wächter