Rigi Anzeiger
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Mehr Glück als Fahndungserfolg

Täter neun Jahre nach Überfall auf das Casino Weggis geschnappt

Mehr als neun Jahre nach dem Überfall und sieben Jahre nach der endgültigen Schliessung des Casinos in Weggis sind die Täter überführt.

«Erfolgreiche Ermittlungen haben nun zu den Tätern geführt», schreibt die Luzerner Polizei in Ihrer Erfolgsmeldung. Ganz so toll und hartnäckig hat sich die Polizeiarbeit indes nicht abgespielt. Vielmehr hat die Polizei von Tätern, die in jüngster Vergangenheit andere Delikte verübt haben, den entscheidenden Hinweis auf das räuberische Quartett erhalten. Drei der vier Täter waren am 21. November 2003 morgens um halb drei Uhr maskiert im Casino Weggis aufgetaucht und hatten mit vorgehaltener Waffe von einer Mitarbeiterin den Zugang zu Räumlichkeiten erzwungen, in denen Bargeld zu holen war. Mit einer Beute von «mehreren zehntausend Franken» machte sich das Trio aus dem Staub. Der vierte Räuber sass im nahen Fluchtauto.

Die polizeiliche Fahndung verlief im Sande. Neun Jahre lang hatten die dreisten Räuber Zeit, sich mit ihrer Beute das Leben zu versüssen. Längst ist alles weg. Sogar das Casino. Der im Posthotel eingerichtete Spielbetrieb befand sich bereits zur Tatzeit in reduziertem Betrieb. Zwei Jahre nach dem Überfall wurde er ganz geschlossen. Nicht wegen des Überfalls, sondern wegen des neuen Spielbankengesetzes.

Bei den erst jetzt überführten Räubern handelt es sich um zwei inzwischen dreissigjährige Schweizer, einen 27-jährigen Bosnier und einen 28-jährigen Kroaten. «Alle sind geständig und müssen sich nun vor Gericht verantworten», schreibt die Polizei. Details, wie beispielsweise die exakte Höhe der Beute, oder aus welcher Region die Täter stammen, gibt die Polizei nicht bekannt.

Fragen wie, ob die beiden Schweizer Migrationshintergrund haben und wie viele Überfälle in den vergangenen zehn Jahren noch immer ungeklärt sind, beantwortete die Polizei ebenfalls nicht. Wenn die Ermittlungs- und Strafuntersuchungsbehörden den Fall im gewohnten Tempo weiterbehandeln, kommt es erst in einigen Jahren zum Prozess. Damit haben die vier Räuber gute Aussichten, wegen Verjährung ungeschoren davonzukommen.