Rigi Anzeiger
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Menschen aus Eritrea leben in Weggis

Der Pavillon im Gebiet Weiher ist bewohnt

Der Wohnpavillon für asylsuchende Menschen, der im Gebiet Weiher von der Korporation Weggis aufgestellt wurde, wird von vier Frauen und vier Kindern aus Eritrea bewohnt. Auf Einladung der Caritas Luzern besichtigten Vertreter des Kantons, der Korporation und der Gemeinde den Wohnpavillon.

Vor über einem Jahr organisierte der Gemeinderat Weggis einen «Runden Tisch» mit Vertretern der politischen Ortsparteien, der Kirchen, des Tourismus, des Gewerbes und der Landwirtschaft, der Korporation sowie Vertretern von Kanton und der Caritas Luzern zum Thema asylsuchende Menschen in Weggis. Daraus entstand die Idee, auf einem Grundstück, welches die Caritas von der Korporationsgemeinde Weggis mietet, eine Unterkunft für asylsuchende Menschen zu erstellen.

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Vorne v.l.: Thomas Lottenbach, Korporationspräsident Weggis, Brigitt Stadelmann, Leiterin Unterbringung Caritas Luzern, Silvia Bolliger, Gesundheits- und Sozialdepartement Kanton Luzern, Kaspar Widmer, Gemeindepräsident Weggis, Josef Küttel, Korporationsrat Weggis; hinten v.l.: Kaspar Gügler, Sozialvorsteher Weggis, Andy Lütolf, Wohnbegleiter Caritas Luzern.

 

An der Korporationsgemeindeversammlung vom 27. April 2012 stimmten die Korporationsbürgerinnen und -bürger dem Antrag des Korporationsrates grossmehrheitlich zu, dies im Gebiet Weiher zu realisieren. Thomas Lottenbach, Präsident des Korporationsrates: «Da auf unserem Land im Weiher einige Baubereiche frei waren, stand aus baulicher Sicht diesem Vorhaben nichts im Wege. Wir finden, dass es für das Funktionieren des Schweizer Staates wichtig ist, wenn man auf die Anliegen und Probleme der anderen eingeht und hilft, Lösungen zu suchen. Für die Korporationsgemeinde entstanden bis auf die Erschliessungskosten, die sowieso anfielen, wenn hier etwas gebaut würde, keine weiteren Kosten. Und der Mietzins für das beanspruchte Land entspricht dem Baurechtszins dieses Gewerbelandes.»

Nun luden die Verantwortlichen von Caritas Luzern Kantons-, Gemeinde- und Korporationsvertreter zu einer gemeinsamen Besichtigung des Wohnpavillons im Weiher ein. Caritas Luzern übernimmt gemäss regierungsrätlichem Leistungsauftrag die Unterbringung und Betreuung von asylsuchenden Menschen im Kanton Luzern. Vier Frauen und vier Kinder aus Eritrea, einem Staat am Roten Meer in Nordostafrika, wohnen hier. Das Gebäude beinhaltet fünf Doppelzimmer, eine Küche, Sanitärräume, ein Wohn- und ein Esszimmer.

 

Transport durch vier Kantone

Offiziersunterkunft – Unterkunft für Bauernfamilie – Asylpavillon Weggis: Das ist die Geschichte der Unterkunft für asylsuchende Menschen in Weggis. «Der Pavillon wurde früher auf einem Waffenplatz als Offiziersunterkunft gebraucht. Vor zirka zehn Jahren kam er dann nach Ebersecken im Luzerner Hinterland auf einen Bauernhof. Dort wurde das alte Bauernhaus renoviert und war über mehrere Jahre nicht bewohnbar. Die Bauernfamilie wohnte während dieser Zeit in diesem Pavillon», sagt Korporationsverwalter Josef Küttel, der die operative Leitung der Erstellung des Wohnpavillons im Weiher innehatte. Nach dem Einzug ins neu renovierte Bauernhaus sei der Pavillon überflüssig geworden, «und Bauer Josef Fischer vermachte diesen der Caritas Luzern.» Als Entschädigung musste die Caritas den Pavillon abräumen und das Stück Land, auf dem er platziert war, wieder herrichten.

Mit Spezialtransportern über Nacht nach Weggis Mitte April wurde der Pavillon in Ebersecken gevierteilt und auf Spezialtransportfahrzeuge verladen. Dazu Josef Küttel: «Jeder Viertel hatte die Ausmasse von 8 Metern Länge und 4,7 Metern Breite. Der Fahrzeugkonvoi von fünf Spezialtransporten wurde in einer Nachtaktion von Ebersecken nach Weggis überführt. Dafür war eine Spezialbewilligung der Polizei notwendig. So kam das Ganze auf der Autobahn Sursee–Küssnacht durch vier Kantone nach Weggis.»

Hier wurden die Teilstücke mit einem Spezialkran abgeladen und im gleichen Arbeitsgang auf die erstellten Fundamente versetzt und zusammengebaut. Bereits am Nachmittag konnte mit der Dacheindeckung begonnen werden. Ein Tag später wurde fertig eingedeckt und es konnte bereits mit dem Innenausbau begonnen werden. Sämtliche Sanitär- und Elektroinstallationen mussten neu erstellt werden. Auch einige Schreinerarbeiten an den Fenstern und Decken, sowie teilweise neue Bodenbeläge waren nötig. Es folgten Umgebungsarbeiten mit einem Aufgang direkt zum Trottoir an der Kantonsstrasse. Alle Arbeiten wurden durch das einheimische Gewerbe ausgeführt.

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Ankunft des Pavillons im Morgengrauen