Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Menschen im Gespräch: Schnurgerade wie im Tunnel

Er mag keine Umwege und unnötigen Halte. Wie mit einem Lineal gezogen schaut der bisherige Lebensweg des 55-jährigen Unternehmers aus. Aufgewachsen ist der Seetaler Marcel Gurtner in Eschenbach und Hitzkirch. Die Basis legte er mit einer Lehre als Elektrozeichner bei der CKW Luzern. 1983 bis 1988 folgte ein berufsbegleitender Besuch des Abendtechnikums der Innerschweiz (ATIS) mit dem Abschluss zum Elektroingenieur HTL. In dieser Zeit wechselte er von der CKW zum damaligen EW Luzern und arbeitete in den Abteilungen Netzbau und Strassenbeleuchtung.

Unternehmer Marcel Gurtner an seinem Arbeitsplatz an der Industriestrasse 1 in Inwil. Bild Marlis Jungo

Unternehmer Marcel Gurtner an seinem Arbeitsplatz an der Industriestrasse 1 in Inwil.
Bild Marlis Jungo

Als weitere Station im Berufsleben des Elektroingenieurs war er bei der Softing AG in Rotkreuz an der Entwicklung eines Visualisierungssystems für das Kernkraftwerk Gösgen beteiligt. Dieses System ermöglichte den Ingenieuren in Gösgen selber betriebswichtige Informationen individuell darzustellen. In einem anderen Spezialgebiet bewegte sich Gurtner im Elektroingenieurbüro von Fritz Bähler in Küssnacht. Hier befasste er sich mit der Elektroplanung und Inbetriebsetzung von Papiermaschinen und Altpapieraufbereitungsanlagen für die Papierfabriken in Perlen und in Oftrin­gen. Von 1995 bis 1997 machte Gurtner an der damaligen HWV Luzern sein Nachdiplom in Unternehmensführung.

Start als Unternehmer
1998: Die Zeit war gekommen – die eigene Firma wurde zum Thema. Der Name «Amatic», hergeleitet von «Automation, automatisch» war schnell klar. Der Bankpartner für die Finanzierung der Unternehmung hingegen konnte nur dank Netzwerk gefunden werden. «Ich wollte klein anfangen und sukzessive auf- und ausbauen», sagt der Unternehmer rückblickend. Er habe 2500 Briefe an Firmen verschickt, die möglicherweise Automation brauchten und noch keinen entsprechenden Partner hatten oder den Partner wechseln wollten. Er sei damit bewusst ein Risiko eingegangen. Denn in fremde Steuerungen einzugreifen sei schon heikel.

Der langsame Start gelang aber ganz und gar nicht. Der Anruf von Paxona aus Wolfwil, Hersteller von Transportsystemen für Abfüllanlagen in der Getränkeindustrie, führte schon bald zu Nachtschichten. Gut, hatten sich zwei Arbeitskollegen des letzten Arbeitgebers an der Amatic AG mitbeteiligt, so dass sie zu dritt starten konnten.

International aufgestellt
Heute ist die Amatic AG in Inwil, ein erfolgreiches Unternehmen für Tunneltechnik, Umwelttechnik, Fördertechnik und Maschinenbau und international gefragt. Firmen in praktisch allen umliegenden europäischen Ländern zählen zu den Kunden der Amatic AG an der Industriestrasse 1 in Inwil mit 20 Mitarbeitern. Auf drei Standbeinen steht die Gruppe heute mit Verwaltungsratspräsident Marcel Gurtner: Automation mit Amatic AG und Amatic s.r.o. im tschechischen Jíloviště, Gebäudeintelligenz mit Urech+Harr AG in Inwil und Elektroinstallationen mit Elektro Oftringen AG. Speicherprogrammierbare Steuerungen entwickeln und in Betrieb setzen ist nach wie vor eine Herzensangelegenheit von Marcel Gurtner. Den Rücken dafür hält ihn seine Frau Aurelia frei. Sie bewältigt das Office für alle Unternehmungen mithilfe einer Lehrtochter und zwei Lehrlingen.

Der grosse Fisch
Bis dahin eher der Fachwelt und im grossen Kundenportefeuille ein Begriff wird Marcel Gurtner und sein Unternehmen vermehrt in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Zu reden gab der ganz grosse Coup in der Schweiz, der Auftrag im bald eröffneten Neat-Basistunnel im Gotthard. Wie es war, als der «grosse Fisch» an Land gezogen werden konnte erinnert sich der Firmeninhaber lachend: «Ich glaube, wir haben nach Feierabend mit einem Bier auf den Auftrag angestos­sen.» Als gigantisch, gewaltig, faszinierend, beeindruckend und mystisch bezeichnet er seinen zweiten Arbeitsplatz tief im Berg 800m unter Sedrun. «Begrüsst» werde er jeweils von der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute und Tunnelbauer, die in jeder Zentrale aufgestellt sei. «Wir sind momentan im Abschlussbereich und arbeiten nachts. Tagsüber testet die SBB die Strecke, da können wir logischerweise nichts an den Steuerungen verändern.»

Familienmensch trotz hoher Arbeitsbelastung
Auf die Frage ob denn das grosse und auch internationale Aufgabengebiet überhaupt noch Freizeit zugelassen habe, wird der Macher nachdenklich. «Diese Zeit habe ich mir in Häppchen zusammengestohlen». Als seine vier Buben (Remo 1994, Cyrill 1996, Kilian 1998 und Joshua 2000) noch Juniorenfussballer waren, sei er Trainer beim FC Eschenbach gewesen. «Ich habe mir dafür jeweils am Mittwochnachmittag zwei Stunden frei genommen.» Zum Glück seien alle vier fussballbegeistert gewesen fügt er lachend an. Andernfalls wäre es eine logistische Herausforderung geworden. Noch heute besucht er zusammen mit seiner Frau so gut wie jedes Fussballspiel seiner Jungs. Ein Hobby, die Fotografie, findet auch noch Platz im reich befrachteten Arbeitsalltag: ausgezeichnete und witzige Familienfotos zeugen davon.

Marlis Jungo

Unser nächster Gast in der Rubrik «Menschen» ist auf Wunsch von Marcel Gurtner, Inhaber der Amatic AG in Inwil, David Beeler, Immensee, Veteranenobmann der Musikgesellschaft Immensee und Inful(Iffele)-Bauer.

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