Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Migros setzt auf die Mall of Switzerland

Dierikon: Wiederum ein Rekordjahr für die Genossenschaft Migros Luzern hat 2014 einen Nettoerlös von 1,41 Milliarden Franken (+1%) erwirtschaftet. Der Gewinn steigt um 14 Prozent auf auf 53,8 Millionen Franken.

lk. «Wenn der Umsatz stetig steigt, ist ein Rekordergebnis eine logische Konsequenz», relativiert Geschäftsleiter Felix Meyer, das erfolgreiche Betriebsergebnis der Genossenschaft Migros Luzern und weist auf den Verdrängungsmarkt hin, indem man sich nach wie vor behaupten müsse. In diesem Sinne freut man sich bei der Migros denn auch besonders über das Wachstum bei den Kundenkontakten: «Wir konnten die Anzahl um 0,3 Prozent auf 33385823 steigern. Der durchschnittliche Einkauf nahm um 1 Prozent zu und lag bei Fr. 36.20. Das sind sehr gute Werte», führt Meyer aus. Der Erfolg hat die Migros über die Expansion erreicht. Einerseits über neue Standorte, andererseits – über Umbau- und Ausbauten, respektive Revitalisierung, bestehender Standorte. Man könne durchaus von einem Jahr der Investitionen sprechen, sagt Meyer, Investitionen in der Höhe von 125,2 Millionen Franken (+192,5%), aus eigenen Mitteln finanziert: «Stolz sind wir darauf, dass wir den Gewinn nicht etwa aus höheren Preisen und somit zu Lasten der Kundschaft erwirtschafteten, sondern durch Expansion. Die Marge ist konstant, gleich wie im Vorjahr.»

Felix Meyer, Geschäftsleiter: «Wir haben das umliegende Areal von der Landi erwerben können und wollen es in die Gesamtplanung einbeziehen.»

Felix Meyer, Geschäftsleiter: «Wir haben das
umliegende Areal von der Landi erwerben können und wollen es in die Gesamtplanung einbeziehen.»

Regional und bio
Die 15-jährige Idee «Aus der Region. Für die Region.» ist beliebter den je. 13,4 Prozent beträgt der Anteil am Lebensmittelumsatz, der Umsatz wächst im Berichtsjahr um 5,7 Prozent auf 120,9 Millionen Franken. Zahlen die laut Meyer deutlich demonstrieren, dass die regionale Herkunft der Produkte für die Kundschaft ein wichtiges Anliegen ist. Deutlich zugelegt hat mit 14 Prozent auch der Umsatz von Bio-Produkten. Felix Meyer: «Bio-Alnatura ist ein Riesenerfolg.» Im Berichtsjahr hat Migros sieben Filialen mit Alnatura-Produkten ausgerüstet, darunter auch die Ladengasse Ebikon. In diesem Jahr ist die Ausweitung auf mindestens elf weitere Filialen geplant.

Der persönliche Trainer
Aus dem Migros-Kulturprozent fliesst der Löwenan-teil mit 4,5 Millionen Franken in den Bereich Klubschule und Freizeit, inklusive Bildung. Um sieben Prozent konnte der Umsatz hier gesteigert werden. Dazu beigetragen haben die drei Migros-Fitnessparks, die acht ONE-Training-Center (Migros-Tochter) sowie die beiden Golfanlagen in Holzhäusern und Oberkirch. Alleine in den Fitness-Anlagen konnte die Migros Luzern 2014 über 2 Millionen Gäste begrüssen. Roman Ziegler, Leiter Klubschulen/Freizeit: «Der Personaltrainer ist trendy. Die Nachfrage nach individueller Betreuung und Coaching zur Erreichung der persönlichen Trainingsziele stieg deutlich an.» Auch die Einführung einheitlicher Qualitätsstandards mit einem nationalen Trainingskonzept hat sich laut Ziegler als sehr erfolgreich erwiesen.

Roman Ziegler, Leiter Klubschulen/Freizeit: «Der Personaltrainer ist trendy. Die Nachfrage nach individueller Be- treuung und Coaching zur Erreichung der persönlichen Trainingsziele stieg deutlich an.»

Roman Ziegler, Leiter Klubschulen/Freizeit: «Der Personaltrainer ist trendy. Die Nachfrage nach individueller Be-
treuung und Coaching
zur Erreichung der
persönlichen Trainingsziele stieg deutlich an.»

Moderne Bildungsinfrastruktur
Den teils rückläufigen Kursgeldumsätzen der Klubschule begegnet die Migros mit Investitionen in die Bildungsinfrastruktur. Neun Monate dauerte der Komplett-Umbau der Klubschule Migros am Schweizerhofquai in Luzern. Rund neun Millionen Franken wurden in den Innenausbau und eine moderne Bildungsinfrastruktur investiert: LED-Touchscreens in den Schulungszimmern erlauben künftig vielseitige Unterrichts- und Präsentationsmöglichkeiten. Digitale Lerninhalte werden den Kursteilnehmenden nach der Lektion ganz einfach elektronisch über eine Lernplattform zur Verfügung gestellt. Kursleitende verwalten über ein neues Online-Portal die Teilnehmerlisten sowie Informationen rund um die Lehreinsätze. 2015 werden auch die Standorte Zug und Sursee mit den modernen Medien ausgestattet.

Bruno Bieri, Leiter Finanzen/Controlling: «Die Margen sind konstant geblieben. Es ist erfreulich, dass wir den Gewinn nicht zu Lasten der Kundschaft sondern druch Expansion erreicht haben.»

Bruno Bieri, Leiter Finanzen/Controlling: «Die Margen sind
konstant geblieben. Es
ist erfreulich, dass wir den Gewinn nicht zu
Lasten der Kundschaft sondern druch Expansion erreicht haben.»

Ladengasse und Bueri bleiben
Felix Meyers Ausblick fürs nächste Jahr fällt verhalten aus. Sorgen bereite der Migros die Konsumentenstimmung. Kippe diese, könnte es schwierig werden. Trotzdem sieht sich die Migros dank gesunder Basis gut gewappnet. Wachstum und vor allem Effizienz stünden als grosse Hebel jedoch im Fokus der Aufmerksamkeit. Grosse Zuversicht herrscht hingegen bezüglich dem Projekt Mall of Switzerland, wo statt wie ursprünglich vorgesehen Coop nun die Migros als Ankermieterin einziehen und rund 7000 Quadratmeter Verkaufsfäche sowie 2000 Quadratmeter Fitnessfläche mieten wird. Den Gesinnungswandel der Migros kommentiert Felix Meyer mit veränderten Rahmenbedinungen. «Damals stand bei den Projektinitianten ein Engagement als Investor im Vordergrund. Das kam für die Migros nicht in Frage. Als Mieterin im grössten Shoppingcenter der Zentralschweiz vertreten zu sein, ist eine ganz andere Ausgangslage. Wir werden mit all unseren Angeboten inklusive Fitnesscenter einziehen.» Das ist laut Meyer auch der Grund, weshalb die Migros statt Coop den Zuschlag erhalten hat. Die Eröffnung der Mall of Switzerland ist auf Ende 2017 geplant. Bis dann wird der Mparc in Ebikon geschlossen, die Migros in der Ladengasse in Ebikon sowie jene in Buchrain bleiben bestehen. Was mit dem MParc definitiv passiert, ist noch nicht klar. Felix Meyer: «Wir haben das umliegende Areal von der Landi erwerben können und wollen es in die Gesamtplanung einbeziehen. Ob Wohnungen gebaut werden, ist noch nicht klar. Wir stehen diesbezüglich mit der Gemeinde Ebikon in Kontakt.»