Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Mit «Allez!» beginnt das Gefecht

Im Trainingsbetrieb der Fechtgesellschaft Küssnacht

Wie verbringst du sinnvoll deine Freizeit? Sport treiben, Musizieren, Basteln … es gibt viele Möglichkeiten. Das Sportfechten, wie man es in Küssnacht erlernen kann, eröffnet die Chance, sich fit zu halten und mit Spass, Technik und Taktik das Degenfechten zu trainieren.

Es ist kurz vor 18 Uhr. In der Turnhalle Dorfhalde in Küssnacht springen einige Mädchen und Knaben wild herum. Eine ältere Dame, eine Grossmutter, wie sich im Gespräch herausstellt, sitzt auf einer Langbank. Sie hat ihren Enkel Joel zum Fechttraining nach Küssnacht gebracht. Sie liest die Zeitung, während die jungen Fechterinnen und Fechter bald vom Vereinspräsidenten und Trainer, Olivier Villiger, zum Trainingsbeginn gerufen werden. Fünf Mädchen und fünf Knaben stellen sich diszipliniert auf einer Linie auf, um auf Anweisung Übungen für die Beintechnik zu absolvieren.

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Zuerst korrekte Grundstellung. «Schritt vorwärts! Ausfall! Fechtstellung!» kommandiert der Trainer. Wie von Geisterhand geführt machen die Kinder diese Übungen. «Schritt vorwärts! Schritt vorwärts! Schritt rückwärts! Ausfall! Fechtstellung!» heisst eine weitere, schwierigere Übungskombination für die Beinarbeit. Während einigen Minuten wird intensiv an der Beintechnik gefeilt. Dann folgen auch Reaktionsübungen. Denn beim Fechten geht es darum, einen Gegner mit einem Stich oder Hieb zu berühren und gleichzeitig zu vermeiden, dass man selbst getroffen wird. Das erfordert Kondition und gutes Reaktionsvermögen.

Nach Abschluss dieser Aufwärmphase ziehen sich die Kinder die typische Schutzbekleidung aus Kevlarstoff an, die eine grosse Festigkeit und Zähigkeit aufweist. In der Turnhalle werden aus kleinen Wandkästen Kabel ausgerollt und in der Turnhallenmitte die Trefferanzeigegeräte installiert. Das machen alles die trainierenden Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren. Dann stellen sich je zwei Kinder auf für ein Übungsgefecht. Die Fechtmaske mit Drahtgitter aus Stahl und Halsschutz sowie die gepolsterten Handschuhe werden angezogen und ihr Sitz kontrolliert. Und dann gehts los in der Ausgangsstellung, mit dem Kinderdegen von zirka 90 cm Klingenlänge in der Hand. Mit Schritten vor- und rückwärts versuchen die Fechterinnen und Fechter, einen Treffer auf dem Körper des Gegners oder der Gegnerin anzubringen. So werden in Einzelgefechten gewisse Techniken unter der Beobachtung des Trainers weiter verbessert und verfeinert. Und zum Schluss gibt es noch einen Mannschaftskampf wie an einem echten Turnier. Jeder Fechter einer Mannschaft ficht gegen jeden Fechter der gegnerischen Mannschaft nach klaren Turnierregeln. Offizielle Wettkampfsprache ist Französisch. Ein Kampfleiter leitet das Gefecht. Er gibt die Kommandi: «En garde!» (Stellung!), «Allez!» (Los!) und «Halte!» (Halte!). So haben die Kinder ihren Spass, sich gegenseitig zu messen und in fairer Art einen Wettkampf auszutragen.

Olivier Villiger, der Präsident der Fechtgesellschaft Küssnacht sagt: «Unser Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Jugend sportlich zu fördern. Mit unserem Angebot einer Grundausbildung für Kinder und Jugendliche legen wir eine gute Basis. Interessierte und talentierte Fechter und Fechterinnen können ab 14 Jahren in einer grösseren Fechtgesellschaft zum Spitzensport wechseln. So steht für die verschiedenen Alterskategorien der Weg offen, das Fechten vom Breiten- bis zum Spitzensport zu erlernen und in Turnieren sich mit anderen zu messen.»

Am Fechtturnier für Degenmannschaften («Sepplicup») in der Ebnet-Halle in Küssnacht vom letzten Wochenende in der Turnhalle Ebnet von Küssnacht haben die jungen Fechterinnen und Fechter Silber und zweimal Bronze gewonnen.

Kleine Sportler mit grossen Zielen

Drei Fechterinnen und ein Fechter aus den Alterskategorien der 9- bis 12-Jährigen haben sich zu ihrer Motivation, zu ihrem Training und zu ihren sportlichen Zielen geäussert.

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Lea, 9-jährig: «Mir gefällt am Fechten, dass ich gegen andere kämpfen kann. Das macht Spass. Olivier Villiger macht ein gutes Training. Ich gehe jeden Dienstag rund 75 Minuten zum Training. Einmal war ich anfangs in Luzern an einem Turnier. Ich möchte eine gute Fechterin werden, wenn möglich die beste. Deshalb trainiere ich fleissig und mache immer mit.»

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Joel, 11-jährig: «Ich gehe gerne an Turniere. Ich habe Freude, mich mit anderen zu messen. Ich wohne in Hünenberg und besuche hier jeden Dienstag während fast zwei Stunden das Training; ab und zu auch am Freitagstraining. Ich will von den Teamkollegen profitieren und neue Tricks ausprobieren. Mein Ziel ist, an Turnieren erfolgreich zu sein und in die Top 5 zu kommen.»

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Elin, 11-jährig: «Für mich ist der Fechtsport etwas Besonderes, eine besondere Sportart. Hier kann ich den Umgang mit anderen Kindern lernen. Ich gehe praktisch jeden Dienstag und Freitag von 18 bis 19.40 Uhr ins Training. In der IBF-Rangliste habe ich den ersten Rang erreicht und möchte diesen als Jahresziel verteidigen.»

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Natascha, 11-jährig: «Ich habe sehr Freude am Mannschaftssport. Und das Fechten ist für mich gut, denn hier kann ich meine Wut ausdrücken und Dampf ablassen. Wegen einer Knieverletzung trainiere ich nur jeweils am Dienstag. Ich muss mich etwas schonen. Ich möchte einmal Olympia-Meisterin werden. Deshalb trainiere ich sehr intensiv.»

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