Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Mit Leidenschaft zu Schätzen aus dem Berg

Menschen im Gespräch, diesmal mit Hermann Bühler, Strahler (Kristallsucher) aus Buchrain

Strahler Hermann Bühler zeigt stolz einen Teil seiner Schätze in der Vitrine im Wohnzimmer in Buchrain. Bild Alfred Keller, Rain

Strahler Hermann Bühler zeigt stolz einen Teil seiner Schätze in der Vitrine im Wohnzimmer in Buchrain. Bild Alfred Keller, Rain

Die Bergschuhe stehen vor der Wohnungstüre, im Wohnzimmer glitzert es in zwei Vitrinen wie in einem Juweliergeschäft. Das ist das Zuhause eines Strahlers. Glänzend auch die Augen von Hermann Bühler (71), wenn er zu erzählen beginnt. Von Mineralienfunden im Herzen der Schweiz, in der Furka-Region, zwischen Rhonegletscher und Mutthorn. Klar, dass Fundorte – oder soll man besser sagen Kluften, Höhlen und Schächte und – nicht offengelegt werden.

Hat ein Strahler erst mal ein Quarzband im Felsen gesichtet gibt es kein Halten mehr. Akribisch mit viel Gefühl geht er auf die Suche nach den seltenen Schätzen. Und welch eine Genugtuung und Freude, wenn der Berg – nach viel verbrauchter Muskelkraft, zig Schweisstropfen und nach durch umbequeme Stellung verkrampften Gliedern – endlich seine Preziosen offenbart. «Es ist für mich jedesmal von Neuem ein unbeschreibliches Gefühl sein, als erster Mensch zu sehen, was die Natur bis anhin über bis zu 20 Millionen Jahren für sich behalten hat! Aber nicht immer erfreut die Ausbeute das Auge. «Ich habe schon oft erlebt, dass der Kluftinhalt durch Eis und Permafrost beschädigt war», sagt Bühler ein wenig wehmütig. Da zeige sich eben, dass die Natur – aus unserer Sicht – auch zerstörerisch sei. Was das Hobby je länger je gefährlicher macht.

Feuer für das Strahlen entfacht
Wie kommt ein Maler/Schriftenmaler mit Weiterbildung zum Verkaufsberater dazu in den Bergen nach edlen Steinen zu suchen? Das sei ein längerer Prozess gewesen, sagt der fitte Siebziger. «Angefangen hat es mit der Mitgliedschaft im SAC Pilatus, dem ich inzwischen 40 Jahre angehöre!» Hüttenwanderungen und Bergferien mit der Familie standen am Anfang. Die Kondition für seine Aktivitäten erwarb sich Bühler im Sommer mit Velofahren bei Amateurrennen und bei internationalen Marathon-Langläufen im Winter. Und Joggen beispielsweise diente als Aufbautraining: «Aber ein Bier oder ein Glas Wein musste trotzdem immer drinliegen!» Es folgten anspruchsvolle Bergtouren: «Ich habe zahlreiche Drei- und Viertausender bestiegen und dabei immer wieder vom Kristallsuchen und auch Finden gehört». Dann passierte es: «Beim Kletteraufstieg aufs Furkahorn entdeckte ich eine kleine Kluft mit Bergkristallen. Sie lagen einfach offen da!» Damit war die Leidenschaft für dieses anspruchsvolle Hobby endgültig entfacht. Später wurde auch Schwiegersohn und Fotograf Alfred Keller (Rain) vom Virus infiziert. Vor nicht langer Zeit entdeckte Bühler ein verheissungsvolles Quarzband. Grosse Steinbrocken behinderten den Abbau. So holte er sich die Unterstützung von Stahlerkollege Ruedi Widmer aus Root, versiert in der Habegger-Technik (bewegen von Steinen mittels Drahtseil).

Schreckmoment und Geburtstag
Die Wochenenden in den Sommermonaten gehörten nun der Suche nach seltenen und seltensten Steinen. Dies dank der Freiräume, die ihm seine Frau Lisbeth über all die Jahre gewährte. Sicher hat sie oft um die Gesundheit ihres Hermann gebangt, wenn sie ihren Mann in den Bergen wusste. Nebst viel Schönem, das die Natur zu bieten hat – sei es die Blumenpracht oder die Beobachtung der Wildtiere – gab es auch heikle Situationen zu überstehen. Voraussetzungen dazu sind gute Kondition und Kraft aber auch absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. «Mein schwerster Gang ins Tal war, als ich beim Queren einer Bachrinne vom Steinschlag getroffen wurde und Rippenbrüche und Prellungen erlitt», sagt Bühler rückblickend. Der daraufhin konsultierte Hausarzt riet ihm die beste Flasche Wein aus dem Keller zu holen und mit seiner Frau nochmals Geburtstag zu feiern. Was das Paar inzwischen noch oft getan hat, aber ohne Rippenbrüche und Prellungen!

Marlis Jungo

Unser nächster Gast in der Rubrik «Menschen» ist auf Wunsch von Hermann Bühler Marcel Gurtner, Inhaber der Amatic AG in Perlen.

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