Rigi Anzeiger
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Mit Radio gegen Vorurteile

Immensee: Die Zweitklässler des Gymnasiums Immensee konnten sich einen Tag lang als Radiomacherinnen und -Macher beweisen.

Von links: die Zweitklässlerinnen Neele, Luisa, Catrin und Fabienne bei ihrem Radioeinsatz. Bild zvg

Von links: die Zweitklässlerinnen Neele, Luisa, Catrin und Fabienne bei ihrem Radioeinsatz. Bild zvg

Ist es wahr, dass Haare schneller wachsen, wenn man die Spitzen schneidet? Stimmt es, dass Obst schneller reift, wenn man einen Apfel dazulegt? Die Fragen, die Luisa, Neele, Catrin und Fabienne in den Äther des powerup-radio spiesen, hatten es in sich – wie auch das Gefühl, in einem echten Übertragungsfahrzeug zu sitzen, die Kopfhörer an den Ohren und vor sich das grüne Licht, das bedeutet: Die Sendung läuft!

Anders als gedacht
Die zuvor verspürte Nervosität legten die vier vor dem Mikrofon schnell ab. «Nur das ruhige Atmen empfand ich als schwierig», konstatierte Fabienne nach den OnAir-Minuten. Alle Schülerinnen und Schüler der zweiten Klassen des Gymi Immensee gestalteten in Gruppen je eine halbe Stunde Radio.

Vor allem befassten sie sich mit dem Thema «Vorurteile». Dies aus gutem Grund, verbrachten sie doch im Klassenlager vor einigen Monaten zusammen mit einer Gruppe jugendlicher Mazedonier eine Woche im Pestalozzidorf Trogen, dessen Projekt das powerup-radio ist. «Wir dachten zuerst, die Mazedonier seien vielleicht nicht so sozial und hätten keine Smartphones», sagen die fünf Schülerinnen, «aber das traf nicht zu. Im Gegenteil: Sie waren sehr nett und hingen genauso am Handy wie wir. Die Mazedonier ihrerseits dachten, wir seien alle reich, abgehoben, überpünktlich und würden in Berghütten wohnen. Nach der Woche wussten sie, dass das nicht stimmt.» Noch heute verfolgen die Mädchen ihre mazedonischen Kolleginnen auf Instagram.

Ein ganzheitliches Schulerlebnis
Es ist nicht das erste Mal, dass das power­up-radio in Immensee Halt macht. Projektleiter und Klassenlehrer Stefan Büeler glaubt an das Konzept des fahrenden Schulradios: «Mit dem powerup-radio können die Jugendlichen ein Massenmedium aktiv ausprobieren. Dabei bringen sie ihre Themen und ihre Musik in eine echte Sendung ein und erhalten dadurch ein Sprachrohr. Es ist sinnvoll, dass sich die Lernenden auf diese Weise nochmals mit unterschiedlichen Kulturen und Rassismus auseinandersetzen.» Auch die Schülerinnen sind überzeugt: es sei schön gewesen, das Klassenlager im Rückblick Revue passieren zu lassen. Und übrigens: Es stimmt nicht, dass die Haare wegen den geschnittenen Spitzen schneller wachsen. Aber es ist tatsächlich so, dass Obst in Gesellschaft eines Apfels schneller reift.