Rigi Anzeiger
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Mit wenig Geld Träume verwirklichen

Immenseer Gymnasiasten lauschten Solarmobil-Pionier Louis Palmer

Louis Palmer gilt nebst den Piccards als ein weltweit profilierter Botschafter für nachhaltige Mobilität. Im Rahmen des Energietages am Gymnasium Immensee lud er über hundert Schülerinnen und Schüler auf eine Weltreise mit seinem Solar-Taxi ein.

«Ich freue mich, euch auf eine Weltreise mit dem ersten Auto ohne Benzin mitzunehmen», begann Louis Palmer seinen bilderreichen Vortrag, der sich als spannende, von Abenteuern durchzogene Geschichte entpuppte. «Als ich jung war, hatte ich schon immer den Traum eine Weltreise zu machen», verriet er vor den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. Als es 1968 die ersten Solarautos gab, träumte er spätestens in 20 Jahren selber eines zu haben. Palmer wusste schon damals, wenn die Sonne scheint, kann er damit gratis fahren. Er baute sein Auto tatsächlich, und das mit nur 4000 Franken. Kosten tat es allerdings 4 Millionen Franken. Mithilfe der Hochschule für Technik und Architektur Luzern begann er seinen Traum zu realisieren. Für den Bau des Solartaxis konnte er diverse Firmen gewinnen. «Rund 200 Leute arbeiteten direkt mit», fügte Palmer an. Damit vermittelte er den jungen Menschen im Gymnasium, dass sich mit wenig Geld sehr viel machen lässt. Am 4. Juli 2007 startete er seine Weltreise, mit an Bord zuerst Bertrand Piccard. «Überall, wo ich ankam, wurde ich von vielen Leuten empfangen. Über die Einladung der UNO habe ich gestaunt», verriet der Solartaxi-Pionier. Gegen 1000 Menschen aus der ganzen Welt nahm er streckenweise als Passagiere mit oder er liess sie sogar mit seinem Solartaxi fahren. So denn auch eine Frau, von der er nicht wusste, ob sie einen Fahrausweis hatte oder nicht. Am Schluss gestand sie, dass sie das erste Mal überhaupt ein Auto steuerte. Immer wieder gelang es Louis Palmer mit dem Einflechten solcher Geschichten Lacher auszulösen.

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Laura Cortesi (l.) und Irena Mircanovic  mit dem Solar-Taxi.


Die Welt ist voller Lösungen

Louis Palmer gab den SchülerInnen Einblick über die Energieproduktion jener Länder, die er bereiste. In China beispielsweise, das mit seinen Bildern über die Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerken stets von sich reden macht, entdeckte er zahlreiche Solaranlagen auf Hausdächern. «Die Chinesen investieren sehr stark in Solarstrom», liess Louis Palmer die ZuhörerInnen wissen. In Seoul werde der Strom mittels Anlagen erzeugt, die das Methangas von Müllbergen anzapfen und verbrennen. In Malaysia dienen Pneus als Ersatz für energiefressende Klimaanalgen. Stroh als Isolationsmaterial beim Hausbau entdeckte er in einem Indianerreservat und genauso in der Schweiz. Als eine geniale Sache bezeichnete Louis Palmer die Geothermie. «Sie hat ein Riesenpotential und absolute Zukunft», unterstrich er. Als Beispiel nannte er Australien, das sieben Prozent des Stroms aus der Erdwärme bezieht. Zahlreich waren die Beispiele erneuerbarer oder alternativer Energien, die er während seiner Reise sammelte mit dem Fazit: «Die Welt ist voller Lösungen.» Den jungen ZuhörerInnen wünschte er am Schluss: «Ich hoffe, auch ihr könnt eure Träume verwirklichen.»

Cooles Steuer
Interessiert und aufmerksam hörten die Schülerinnen und Schüler Louis Palmer zu. Anschliessend strömten sie auf den Pausenplatz, wo das Solartaxi stand. Palmer war mit diesem von Adligenswil nach Immensee gefahren. «Das Steuer finde ich cool, weil man es hin- und herschieben kann», äusserte begeistert der 15jährige Oliver Iten aus Küssnacht. Die 14jährige Irena Micanovic aus Arth imponierte, dass man mit einem solchen Fahrzeug die ganze Welt bereisen und so viele Menschen kennen lernen kann. Laura Cortesi (14) aus Küssnacht, die sich allgemein für Autos sehr interessiert, gefielen auf Anhieb die Sicherheitsgurte. «Sie sehen jenen in Rennautos ähnlich», stellte sie fest. Ebenso ansprechend fand Cortesi, dass man den Motor sieht. Zu kurz war das Zeitfenster, um die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten über ihre Eindrücke zum Vortrag zu befragen. Der Anblick des Solartaxis schien über allem zu stehen. Louis Palmer wusste jedoch über einen Schüler zu erzählen, der nach einem seiner Vorträge seine Eltern dazu animierte, auf ihrem Haus eine Solaranlage zu bauen.