Rigi Anzeiger
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Mobilitätshub als Patentrezept für die Zukunft

Risch Rotkreuz: Das dritte Nachhaltigkeitsforum vom 7. September 2017 in der Suurstoffi richtete seinen Fokus auf das Thema Mobilität, das neben Bau und Betrieb zu den drei Säulen des nachhaltigen Bauens zählt. Auf grosses Interesse stiessen die Pläne der SBB zum Mobilitätshub Rotkreuz.

Die Bewohner auf dem Areal Suurstoffi sind energiesparsamer als der Schweizer Durchschnitt. Bild zvg

Die Bewohner auf dem Areal Suurstoffi sind energiesparsamer als der Schweizer Durchschnitt. Bild zvg

Überlastete Infrastrukturen oder die sinkende Verfügbarkeit von Parkplätzen sind spürbare Zeichen eines wachsenden Mobilitätsbedürfnisses. «Als Entwicklerin und Betreiberin von zwei zentralen Arealen in Zug und Risch Rotkreuz stehen wir in der Pflicht, Massnahmen zu ergreifen, um den durch die Mobilität wachsenden Energieverbrauch einzudämmen», erklärt Tobias Achermann, CEO Zug Estates Holding AG, am dritten Nachhaltigkeitsforum der Zug Estates. Zudem präsentierte er den rund 150 Teilnehmenden aus Politik, Wirtschaft und Bildung die Eckdaten des neusten Nachhaltigkeitsberichts. Mit der in der Messperiode 2016/17 festgestellten Senkung des Treibhausgasausstosses um 67 Tonnen setzte Zug Estates ihren Kurs zur kontinuierlichen Reduktion der CO2-Emissionen erfolgreich fort.

Besser als der Schweizer Durchschnitt
Erstmals liess Zug Estates im Rahmen ihres jährlichen durch die Hochschule Luzern wissenschaftlich begleiteten Nachhaltigkeitsreportings den Aspekt Mobilität für das Areal Suurstoffi auswerten. Denn dieser spielt neben dem Bau und dem Betrieb in der Nachhaltigkeitsbetrachtung von Arealen eine immer grössere Rolle. Die Auswertung zeigt, dass die Arealnutzer energiesparsamer als der Durchschnittsschweizer unterwegs sind. «Die Bewohner der Suurstoffi verursachen durch ihre Mobilität 17 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als der Schweizer Durchschnitt», erklärt Studienverantwortlicher Prof. Dr. Timo Ohnmacht vom Kompetenzzentrum Mobilität der Hochschule Luzern. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass auch die weiteren analysierten Werte unter dem Schweizer Durchschnitt liegen.

Bahnhof der Zukunft
Anlässlich des Forums stellte Peter Wicki, Leiter Portfoliomanagement SBB Immobilien, zum ersten Mal den geplanten SBB-Mobilitätshub in Rotkreuz vor. «Mobilitätshubs sollen das Zu- und Umsteigen zwischen unterschiedlichen Mobilitätsangeboten vereinfachen. Sie sind die Bahnhöfe der Zukunft.» Die Hubs werden zum Ausgangspunkt für die schlaue Mobilität der ersten und der letzten Meile: vom Zug direkt ins Tram oder in den Bus, aufs E-Bike oder in das autonom fahrende Fahrzeug bis vor die Haustür. Planung und Umsetzung erfolgen im Rahmen des in Rotkreuz geplanten Entwicklungsprojekts Bahnhof Süd. Zudem wird das Einkaufs-, Service- und Dienstleistungsangebot gemäss örtlichen Kundenbedürfnissen ausgebaut. Von dieser Entwicklung profitiert ebenfalls das angrenzende Suurstoffi-Areal.

Mobilität im Umbruch
«Wir stellen eine zunehmende Bereitschaft für alternative Mobilitätsformen fest», erklärt Patrick Marti, Geschäftsführer der Mobility Genossenschaft. «Das Auto ist kein Statussymbol mehr.» Der Umsatz für Carsharingdienstleistungen wird bis 2020 in der Schweiz weiter wachsen. Die Bereitschaft, Autos zu teilen oder gar nicht mehr zu besitzen, sowie der technologische Fortschritt werden grosse Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten der Zukunft haben. Für Mobility eröffnen sich dadurch neue Geschäftsfelder. Und Areale wie die Suurstoffi müssen sich auf neue Formen der Mobilität einstellen. Aus diesem Grund erarbeitet Zug Estates zusammen mit Mobility ein Mobilitätskonzept, das den Fokus auf sogenannte Mobilitätsketten legt. Zur Koordination der Aktivitäten wird Zug Estates mit einem externen Mobilitätsmanager zusammenarbeiten.

Politischen Zuspruch erhielt der SBB-Mobilitätshub auch am 3. Wirtschaftsforum in Risch Rotkreuz, bei dem das Thema Verkehr im Mittelpunkt stand. Den Bericht dazu finden Sie hier.