Rigi Anzeiger
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Modell des Verwaltungsrates gefällt

Root: An der Budgetversammlung wurde erstmals ein mögliches neues Führungsmodell vorgestellt.

Die ruhig verlaufende Gemeindeversammlung in Root mit 82 Teilnehmenden hatte vornehmlich einen informativen Charakter, aber auch ein paar Überraschungsmomente. So als Gemeindeammann James Sattler verkündete, dass er zum zweitletzten Mal das Budget präsentieren werde. Dieses rechnet für das kommende Jahr mit einem Aufwandüberschuss von 942’500 Franken bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 1,95 Steuereinheiten. Mitberücksichtigt ist die Abschaffung der Liegenschaftssteuer, die Root einen Ertragsausfall von Fr.262’500.– beschert. Sattler nahm zudem vorweg, dass dieses Jahr das Defizit ebenfalls rund eine Million Franken betragen wird. Mit ein Grund ist: Das Bauland im Oberfeld konnte nicht verkauft werden infolge zwei noch hängiger Einsprachen im Zusammenhang mit dem Gestaltungsplan.
«Nach wie vor wird es extreme Anstrengungen brauchen, um den Steuerfuss zu halten», betonte James Sattler. Er unterstrich aber auch die Wichtigkeit von Investitionen. Langfristig tätigt die Gemeinde solche beispielsweise in Schulanlagen zur Werterhaltung. Wesentliche Ausgaben fallen für das nächste Jahr im Bereich öffentliche Strassen an. So werden in Zusammenarbeit mit dem Kanton eine neue Bushaltestelle und die Neuordnung der Quartiererschliessung Oberfeld projektiert und in Koordination mit dem Leitungsbau für die Fernwärmeversorgung die Deckbeläge der betreffenden Gemeindestrassen erneuert. Zudem sind umfangreiche Umlegungen von Kanalisationsleitungen im Gebiet Dorfheim/Rössli erforderlich. «Ich bin sehr erfreut über das Ergebnis und hoffe, das bleibt dabei», kommentierte ein Versammlungsteilnehmer den Voranschlag. Ohne weitere Wortmeldungen stimmten die 82 Anwesenden mehrheitlich (1 Enthaltung) dem Budget für das kommende Jahr zu und ermächtigten den Gemeinderat zur Deckung des Finanzbedarfs 4,8 Millionen Franken aufzunehmen. Zustimmung erhielten ebenso Jahresprogramm und Finanz- und Aufgabenplan 2015–2019. Letzterer zeigt ein kumuliertes Betriebsergebnis ab 2016 mit schwarzen Zahlen auf und – so James Sattler: «Wir werden die 5000er Grenze bei den Einwohnern knacken und rechnen in diesem Jahr damit, dass wir das Land im Oberfeld verkaufen können.»

Sattler und Steiner treten nicht mehr an
Mehrheitlich hiessen die Versammlungsteilnehmer auch den Sonderkredit zur Erarbeitung eines räumlichen Entwicklungskonzeptes (Siedlungsleitbildes) und die Revision der Ortsplanungsrevision gut. Hierzu wird bereits im Februar 2015 eine erste Orientierungsversammlung stattfinden. Auch den Einbürgerungsgesuchen zweier Familien und zweier Einzelpersonen stimmten die Anwesenden zu. «Im Hinblick auf die Gemeindewahlen im 2016 muss auch die Gemeindeordnung und das Führungsmodell des Gemeinderates überprüft werden», erläuterte Gemeindepräsident Heinz Schumacher. Diesbezüglich habe bereits eine Kommission Vorarbeiten geleistet. Eines ihrer Mitglieder, nämlich Kantonsrat Patrick Meier, stellte in kurzen Zügen das mögliche neue Führungsmodell vor und fing an: «Wir haben zwei Austritte aus dem Gemeinderat.» Nebst James Sattler wird auch Schulvorsteher Armin Steiner nicht mehr zur Wiederwahl antreten. «Die Idee der Kommission ist eine Umstellung auf das Verwaltungsratsmodell. Dabei werden die Gemeinderäte wie bisher für ihre jeweiligen Ressorts zuständig sein und wären weiterhin die politische Kraft in der Gemeinde. Die entscheidendste Änderung ist, dass sie keine operativen und strategischen Führungsaufgaben mehr wahrnehmen und jedes Gemeinderatsmitglied ein Pensum von 25 Prozent hat. Das kann in Spezialfällen abweichen, doch darf das Gesamtpensum von 150 Prozent nicht überschritten werden», informierte Patrick Meier. Von Gemeindepräsident Heinz Schumacher war anschliessend zu erfahren, dass dazu die erste öffentliche Vernehmlassung vom 12. Januar bis 2. März 2015 stattfinden wird. «Ich finde das eine gute Sache, denn es dürfte schwierig sein, in Zukunft Leute zu finden, die die bisherigen Pensen der Gemeinderäte bewältigen können», meinte nach der Versammlung Fleming Rigert. Dem schloss sich auch Tanzlehrer Eric Voirol mit den Worten an: «Dieses Modell könnte Zukunft haben.» Etliche andere Personen wollten sich zuerst umfassend informieren um eine Meinung abzugeben.