Rigi Anzeiger
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Multikultifest mit Kindern aus 27 Nationen

Risch/Rotkreuz: Während die Nachbargemeinde Hünenberg 2014 den tiefsten Ausländeranteil von 16,5 % aufwies, liegt er in der Gemeinde Risch bei rund 26 %. Schon bei den Kleinsten soll deshalb wichtige Integrationsarbeit geleistet werden. Im Kindergarten Waldegg in Rotkreuz wird dies auf spielerische Art gemacht.

111-Risch-Multikulti-Kindergarten

red. Voller Tatendrang stehen die rund hundert Kindergärtler auf der Bühne, umringt von mindestens doppelt so vielen Eltern und Geschwistern. Mit einem Rap erzählen die Fünf- und Sechsjährigen, wie man auf verschiedene Arten Grüezi sagt oder wie Musik an anderen Orten der Welt klingt. Im Kindergarten Waldegg, wo in fünf Klassen Kinder aus 27 Nationen vertreten sind, wird während des ganzen Jahres Integration aktiv gefördert. «Die Stärkung der Gemeinschaft ist ein ständiges Thema», meint die Kindergarten-Lehrperson Andrea Habermacher (43). «Wir wollen aufzeigen, dass es bereichernd ist, Menschen aus so vielen verschiedenen Nationen zu haben und dass es sehr gut funktioniert.»

43 Prozent Fremdsprachige
Von aktuell 199 Kindergärtlern der Gemeinde Risch haben 85 einen fremdsprachigen Hintergrund. Das entspricht stattlichen 43%. Das Multikulti-Fest unterstützt die Bestrebungen im Kindergarten, den Zusammenhalt zu fördern: Im Rahmen einer Projektwoche wurden die verschiedenen Länder in den Fokus gestellt. An fünf Halbtagen wurde getanzt, gebacken, gekocht, gespielt, gemalt und Geschichten gelauscht. Grundidee war, Eltern verschiedenster Herkunft in die Projektwoche einzubeziehen. Sie können am besten die Kultur ihres Landes näher bringen. „Die Kinder finden das super!», stellt Andrea Habermacher fest. «Wir hatten Eltern aus China, Kuba, Nordamerika, Italien, Sri Lanka und der Schweiz, die von ihrer Heimat erzählten. Für die Kinder war es eine Art Weltreise.» Sie und ihre sieben Kolleginnen vom Kindergarten Waldegg in Rotkreuz sind täglich mit den Herausforderungen der kulturellen Vielfalt konfrontiert. Die Gemeinde bietet eine reichhaltige Palette von Sprachkursen an für Menschen jeglichen Alters. Für ausländische Familien gibt es das Angebot, dass die Jüngsten bereits im Vor-Kindergarten spielerisch die Sprache lernen, während ihren Eltern Kultur und Gepflogenheiten aus unserem Land vermittelt werden. Trotzdem können auf diese Weise nicht alle erreicht werden und die Sprache ist immer wieder eine Barriere. Andrea Habermacher ist immer wieder beeindruckt, wie gross die Fortschritte der Kinder innerhalb der zwei Jahre sein können. Nach den Tanz-, Rap- und Gesangsvorstellungen sind die jungen Bühnenstars schon ganz kribblig: Sie freuen sich auf den zweiten Teil des Multikultifestes. Ihre Eltern haben kulinarische Köstlichkeiten aus deren Ländern mitgebracht und auf einem rund 20 Meter langen Buffet vor dem Schulhaus aufgereiht.