Rigi Anzeiger
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Musizieren für Freude und Zusammenhalt

Jugendmusik Inwil kennt kaum Nachwuchsprobleme

cek. Rund 40 aktive Mitglieder zählt die 1969 gegründete Jugendmusik Inwil. Das ist für ein Dorf mit rund 2000 Einwohnern beachtlich. Während rundherum Korps mit Nachwuchsproblemen kämpfen, ist das hier kaum der Fall. Was begeistert die jungen Menschen zum Musizieren?

Der Saal war bis nahezu auf den letzten Platz am Chilbi-Sonntag besetzt, als die Jugendmusik (JM) während des Mittagsschmauses spielte. Ihre Jahreskonzerte sind genauso gut besucht. Die gegen 40 auftretenden Musikantinnen und Musikanten – wenige sind aus Eschenbach – haben ihr Handwerk zumeist in der Musikschule ihres Wohnortes gelernt. Einige spielen zugleich in der Musikgesellschaft Inwil mit. Der Rigi Anzeiger sprach mit ein paar jungen JM-Mitgliedern über die Wahl ihrer Instrumente und ihre Beweggründe in einem Korps mitzuspielen.

 

Jana Bucher, 18, Eschenbach, spielt seit 10 Jahren Klarinette

«Ich lernte das Instrument an der Musikschule in Eschenbach und besuchte danach die Musikschule in Luzern. Bereits meine Eltern spielten Klarinette. Ich finde, man kann damit schöne Melodien und vor allem auch virtuos spielen. Die Klarinette ist vielfältig einsetzbar. Damit kann ich auch in kleinen Gruppen spielen. Ich spiele lieber im Duett, als solo. Ich bin gerne in der Jugendmusik, denn der Zusammenhalt ist einfach super. Wir sind wie eine grosse Familie. Im nächsten Jahr spiele ich auch in der Musikgesellschaft mit. Am liebsten würde ich auch noch Saxophon oder Fagott spielen.»

 

Fabienne Roos, 21, Inwil, Präsidentin der JM Inwil, spielt Alt- sowie Tenor-Saxophon

«Ich begann vor etwa acht Jahren auf der Querflöte zu spielen. Weil es in der JM zu wenig Saxophonisten gab, besuchte ich zwei Jahre Sax-Unterricht. Der Jugendmusik trat ich 2007 bei. Ich war eine Spätzünderin. Stets dachte ich, dass sei nichts für mich. Ein Jahr später spielte ich auch in der Musikgesellschaft mit. Ich bin sonst in keinem Verein und nehme mir gerne Zeit fürs Musizieren. Dabei kann ich abschalten und mich auf etwas anderes konzentrieren. In den Korps kann man sich aufeinander verlassen, hat lustige Momente zusammen und die Proben sind auch super.»

 

Tim Schumacher, 13, Inwil, spielt seit sechs Jahren Waldhorn

«Die Musikschule bietet jedes Jahr eine Art Instrumententest an. Da gefiel mir das Waldhorn am besten. Es ist ein spezielles Instrument und mir gefällt sein Ton. In unserer Familie spielt fast jeder ein Instrument. Mein Grossvater spielte aktiv 50 Jahre und er war mit ein Grund, dass ich ein Blechinstrument wählte. In der Jugendmusik, bei der ich seit drei Jahren mitspiele, gefällt mir das Zusammenmusizieren und der Zusammenhalt. Man lernt auch mehr Leute im Dorf kennen. ‹Highland Cathedral› ist eines meiner Lieblingsstücke, weil es eine schöne Melodie hat.»

 

Jan Schumacher, 16, Inwil, spielt seit fast acht Jahren Schlagzeug und Perkussionsinstrumente

«Das Schlagzeug faszinierte mich schon als Kind. Ich schaute auch oft an der Fasnacht jenen Personen zu, die Trommeln und Perkussionsinstrumente spielten. Als ich mit acht Jahren in die Jugendmusik kam, zeigten mir die älteren Musikanten, wie ich andere Instrumente wie Kesselpauke, Timpani, Xylophon usw. spielen kann. Schlagzeuger sind die im Korps, die schauen müssen, dass der Rhythmus stimmt. Dann sollte auch die Musik stimmen. In der Jugendmusik haben wir es sehr gut miteinander. Bei jeder Probe gibt es etwas zu lachen. Das Umfeld und die Kollegen gefallen mir. In der Militärmusik mitzuspielen, wäre etwas für mich.»

 

Martina Birrer, 15, Inwil, spielt Klarinette seit sechseinhalb Jahren

«Eine Babysitterin erzählte bei uns zuhause immer wieder begeistert von diesem Instrument. Vorher lernte ich zwei Jahre Blockflöte. Nach einem Jahr konnte ich der Jugendmusik betreten. Hier lerne ich sehr viel dazu. Es hat viele coole Leute und wir haben es alle gut miteinander. Ich spiele auch in der Musikgesellschaft. Da die Proben beider Musiken an einem Abend nacheinander sind, bleibt genügend Zeit für anderes. Nächstes Jahr mache ich auch in der Guuggenmusik Säulischränzer Eibu mit, möchte hier aber Posaune oder Trompete spielen. Das Muszieren ist für mich eine Ablenkung zur Lehre und zur Schule.»

 

Rahel Irniger, 15, Inwil, spielt seit siebeneinhalb Jahren Saxophon

«Am Instrumentenparcours der Musikschule Inwil spielte eine Frau das Saxophon vor und das fand ich cool. Es klingt schön und ist abwechslungsreich zum Spielen. Ich bin seit sechs Jahren in der Jugendmusik und seit vergangenem Jahr in der Musikgesellschaft. Ich habe Freude am Musizieren und die Gemeinschaft gefällt mir. Mir gefällt überhaupt alles so wie es ist. Ich möchte auch später Zeit zum Musizieren haben. An der Fasnacht 2013 spiele ich bei der Guuggenmusig Säulischränzer Eibu an der Trompete mit.»