Rigi Anzeiger
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Nachts wird die Strasse gesperrt

Felssicherungen oberhalb der Kantonsstrasse Vitznau erfordern Ende Oktober Fahrverbot

Das Zerstörungspotential ist gewaltig: 600 Tonnen Fels bedrohen die Kantonsstrasse südlich von Vitznau. Seit Monaten hängen die Spezialisten der Gasser Felstechnik AG in den Felswänden und sichern im Auftrag des kantonalen Strasseninspektorates, was man sichern kann. Bis Ende November sollen die Arbeiten beendet sein. Zuvor gibt es aber noch während einiger Wochen nächtliche Totalsperren der Kantonsstrasse.

Seit Jahren schon werden in Vitznau Felssicherungsmassnahmen vorgenommen. Seit 2005 geht man dabei systematisch vor. Dem Schutz der vielbefahrenen Strasse zwischen Vitznau und Brunnen mit dichtem Car- und Busverkehr kommt dabei besondere Bedeutung zu. Bereits im vergangenen Jahr wurde diese Strasse zwischen dem südlichen Dorfende und dem See- und Seminarhotel Flora Alpina gesichert. «Es wurden Felsabdeckungen angebracht und Felssicherungsmassnahmen vorgenommen», schildert Bauleiter Erich Aschwanden. Ebenfalls gesichert wurde der Strassenabschnitt zwischen der Unterwilerstrasse und der Lützelau nördlich des Dorfes. Neben Felssicherungsmassnahmen wurden hier auch Bodennetze angebracht. In diesem Jahr nun ist der letzte und aufwändigste Abschnitt der Felssicherungen oberhalb der Kantonsstrasse im Gange. Jener zwischen dem Flora Alpina und der Kantonsgrenze zu Schwyz. Die Baustelle trägt den technischen Namen Vion5, der sich aus den Ortbezeichnungen Vitznau und Obernas zusammensetzt. Zentrales Element ist ein rund 40 Meter hoher, an der Felswand klebender Gerüststurm über der Strasse. Diese ist geschützt, durch einen rund 50 Meter langen Schutztunnel, der allerdings nur einspurig befahrbar ist. Und der während des Aufbaus und des Abbaus des Gerüstturmes an Werktagen – bzw. –nächten komplett gesperrt wird.

Felsbrocken verankert

Diese nächtlichen Strassensperren von Montagnacht bis und mit Freitagnacht haben bereits beim Gerüstaufbau Anfangs Sommer zu heftigen Protesten geführt. Immerhin wird damit die einzige Strassenverbindung zwischen Vitznau und Gersau unterbrochen. «Vor allem Hotelbetriebe sind nicht erfreut darüber und machen Einbussen geltend. Aber im allgemeinen werden die Einschränkungen mit der Einsicht hingenommen, dass es bei den Bauarbeiten ja um die Sicherheit geht», berichtet Aschwanden. Von der Unumgänglichkeit der Totalsperre ist er absolut überzeugt. „Das Risiko eines Unfalles bei den Aufbau- und Abbauarbeiten ist einfach zu gross. Und wenn etwas passieren würde, wäre der Verzicht auf eine Sicherheitssperre im Nachhinein unentschuldbar“, findet er. Die Zahl 5 in der Bezeichnung der Baustelle bezieht sich auf die Anzahl Sektoren. «Und in jedem Sektor stehen eine grosse Anzahl grösserer und kleinerer Massnahmen an», schildert Aschwanden. Es geht um Felssicherungen mit verschiedenen technischen Massnahmen. Eine – und vielleicht die wichtigste davon – ist die Verankerung eines 600 Tonnen schweren Felsblocks, der langfristig die Strasse bedroht. «Der wurde nun so verankert, dass aus felstechnischer Sicht keine Gefahr mehr droht», erklärt Erich Aschwanden.

Zwischen 21 Uhr und 06 Uhr gesperrt

Die anspruchsvollen und nicht ungefährlichen Arbeiten werden von erfahrenen Felstechnikern erledigt, von denen immer fünf bis zehn im Fels sind. Gelegentlich auch in den Nachtstunden. Bis Ende November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Zuvor stehen erneut nächtliche Totalsperrungen der Strasse auf dem Arbeitsprogramm. «Das wird voraussichtlich ab gegen Ende Oktober während fünf bis sechs Wochen der Fall sein», verrät der Bauführer. Die Sperrung dauert zwischen jeweils ab Montagnacht während fünf Nächten zwischen 21 und 06 Uhr.

Weil es bei den Felssicherungsmassnahmen um die Sicherheit der Kantonsstrasse geht, übernimmt der Kanton sowohl die Kosten als auch die Federführung. Die Kosten für die sogenannten drei Massnahmen nördlich und südlich von Vitznau in diesem und im vergangenen Jahr belaufen sich auf insgesamt 4,6 Millionen Franken, von denen der Bund 0,4 Millionen übernimmt .

Nach der aktuellen, dritten und bisher komplexesten Etappe, ist die Felssicherung auf dem Grund und Boden der Gemeinde Vitznau abgeschlossen. Allerdings drohen im Gemeindegebiet weiterhin Felsabbrüche und Murgänge. Die nächste Felssicherung gilt dem Gelände oberhalb der Wilenstrasse bergwärts vom Parkhotel Vitznau. Dort ist eine private Überbauung geplant. «Bevor sie realisiert werden kann, muss erst der Fels gesichert werden. Die entsprechenden Arbeiten stehen vor der Ausschreibung», heisst es dazu aus dem Bauamt Vitznau.

Niklaus Wächter

 

Felssicherungen ueber der Kantonsstrasse bei Vitznau LU.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur für Schwindelfreie.  

 

Felssicherungen ueber der Kantonsstrasse bei Vitznau LU.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
In ein paar Wochen wird das Gerüst verschwinden.

 

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