Rigi Anzeiger
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«Natürlich ist das alles sehr unangenehm»

Vorwürfe zu ausstehenden Forderungen beim Umbau Parkhotel Vitznau

Drei Monate nach der Wiedereröffnung des umgebauten Parkhotels Vitznau werden Klagen von Bauunternehmern publik, die ihr Geld nicht erhalten haben. Mehrere davon mussten deswegen Konkurs anmelden. «Niemand kann behaupten, dass wir Verträge nicht eingehalten hätten», kontert der verantwortliche Verwaltungsrat Michael Horacek.

Campus Hotel Hertenstein
Auch im Hotel Herstenstein investiert Peter Pühringer rund 50 Millionen Franken.

 

Der österreichische Investor Peter Pühringer wird als säumiger Zahler von Handwerkern und Dienstleistern gebrandmarkt. Er selbst nimmt dazu keine Stellung. Warum nicht?
Michael Horacek: Herr Pühringer ist 72 Jahre alt, hat an seinem Wohnort Vitznau sein Traumhotel verwirklicht und war bei der Umsetzung nicht auf operativer Ebene tätig. Deshalb sagt er nichts dazu.

Wer ist verantwortlich für die Geschäftsabwicklungen rund um den Umbau?
Das bin letztlich ich als einer von fünf Verwaltungsräten der POK Pühringer AG.

Und was sagen Sie zu den Klagen?
Es handelt sich um Einzelfälle aus der Summe von insgesamt 172 Firmen aus dem In- und Ausland, die während der vergangenen dreieinhalb Jahren am Umbau des Parkhotels beteiligt waren. Von den gesamten Umbaukosten in der Höhe von ziemlich genau 200 Millionen Franken wurden bis heute 92 Prozent ausbezahlt. Zu den Gründen für die ausstehenden acht Prozent zählen unter anderem Nichterfüllung von Vertragspflichten, mangelnde Qualität oder Terminverzüge. Ich gehe davon aus, dass wir uns noch mit einigen Firmen einigen können, womit der Anteil der aus triftigen Gründen offen bleibenden Forderungen schliesslich bei vier Prozent zu liegen kommen dürfte.

Entspricht dieser Wert dem branchenüblichen Anteil an strittigen Forderungen?
Ich habe mich nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe bei entsprechenden Stellen informiert und dabei zur Kenntnis genommen, dass dieser Anteil im allgemeinen deutlich höher ist und bis 25 Prozent der Baukosten erreicht.

Wie haben Sie die erhobenen Vorwürfe persönlich betroffen? Immerhin sind mehrere Unternehmen wegen der Mitarbeit am Parkhotel Vitznau in Konkurs geraten und mussten ihre Mitarbeiter entlassen.
Es sind Streitfälle, über die letztlich das Gericht zu befinden haben wird. Natürlich ist das alles sehr unangenehm. Aber ich verwahre mich gegen den Vorwurf, dass ich schuld am Konkurs dieser Firmen sein soll. Niemand kann uns vorwerfen, Verträge nicht eingehalten zu haben. Wenn eine Firma daran scheitert, dass sie ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen kann, ist das nicht die Schuld des Vertragspartners. Damit, dass einige der Fälle publik geworden sind, habe ich keine Mühe. Mit dem muss ich umgehen. Ich lege aber Wert darauf, bei detaillierter Berichterstattung dieser Fälle, auch unsere Sicht der Dinge darlegen zu können. Im Übrigen haben wir eine ganze Anzahl Schreiben von Vertragspartnern, die sich ausdrücklich für die prompte Bezahlung ihrer Rechnungen innerhalb acht bis 14 Tagen bedanken.

Sie bauen ja auch noch das Hotel Hertenstein um. Welcher Anteil an strittigen Forderungen zeichnet sich dort ab?
Der zweijährige Umbau mit einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Franken wird am 13. Juli abgeschlossen. Dann wird das neue Campus Hotel eröffnet. Über den Verlauf der Abrechnungen lässt sich heute noch nichts sagen. Ich habe jedenfalls nichts Negatives gehört. Auch nicht nach der Berichterstattung über das Parkhotel.

Was hat Herr Pühringer bauunternehmerisch sonst noch vor?
Es gibt noch ein grösseres Projekt in Vitznau hinter dem Parkhotel mit Einkaufsmöglichkeiten, Konzertsaal, einem Appartementhaus und neun Villen. Es wird den Dorfkern von Vitznau Richtung Weggis verlagern. Gegenwärtig wird in dieser Sache aber erst der Gestaltungsplan bereinigt. Einen Zeithorizont bezüglich Realisation kann ich nicht nennen.