Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Neuer Kaufinteressent für die Perler Kirche

Perlen Buchrain: An der Kirchgemeindeversammlung stand erneut der Verkauf des Kirchenzentrums St. Joseph an die Serbisch-Orthodoxe Gemeinschaft im Mittelpunkt einer emotionalen Debatte. Zudem trat ein neuer Käufer mit gemeinnützigem Hintergrund in Erscheinung.

Das Kirchenzentrum St. Joseph in Perlen, das zurzeit für viel Gesprächsstoff sorgt. Bild vw.

Das Kirchenzentrum St. Joseph in Perlen, das zurzeit für viel Gesprächsstoff sorgt. Bild vw.

cek. Vornehmlich drei Hauptgründe bewegen die katholische Kirchgemeinde Buchrain-Perlen zum Verkauf des Kirchenzentrums St. Joseph (siehe auch Rigi Anzeiger vom 6. November 2015): Die sinkende Besucherzahl an Gottesdiensten und kirchlichen Anlässen, Mangel an Seelsorgerinnen und Seelsorgern und bevorstehende Sanierungskosten. Zum Budget 2016 erläuterte Kirchmeier Walter Graf, dass mit einem Ertragsüberschuss von 16000 Franken zu rechnen sei. Werde dem Verkauf der Kirche zugestimmt, beträgt dieser 616000 Franken. Das wäre eine erste Tranche, die die Serbisch-Orthodoxe Kirche zahlen würde. Gesamthaft beträgt der Kaufpreis 1,2 Millionen Franken. «Kommt der Verkauf nicht zustande, werden wir zusätzlich für 2016 Unterhaltskosten einplanen und mit einem Minusergebnis rechnen müssen», meinte Graf weiter. Gemäss Kirchenratspräsident Peter Kaufmann betragen die Unterhaltskosten 45000 Franken. Alt Gemeindammann Kaspar Lang daraufhin: «Ich bin nicht überzeugt, dass alles, was mit dem Verkauf zu tun hat, in zwei bis drei Monaten unter Dach und Fach ist. Ich meine, dass die Urnenabstimmung neu angesetzt sowie das Budget korrigiert und ein Betrag für den Unterhalt eingesetzt werden muss.» Mit 53 zu 34 Stimmen sowie 12 Enthaltungen stimmte die Versammlung dem Voranschlag zu.

Urnenabstimmung ohne wenn und aber
Beim eigentlichen Traktandum zum Verkauf der Kirche St. Joseph reihte sich ein Votum nach dem anderen. Ein Versammlungsteilnehmer bekundete betont: «Wir wehren uns gegen den Verkauf.» Ein weiterer Katholik stellte das Traktandum überhaupt in Frage, zumal der Kirchenrat kurz nach der Orientierungsversammlung am 29. Oktober 2015 mitteilte, dass er über dieses Geschäft am 24. Januar 2016 an der Urne abstimmen lassen will, da dies eine breitere Abstützung habe. Demzufolge bekundete Peter Kaufmann: «Wir führen heute dazu eine Beratung durch. Die Botschaft folgt Ende Jahr.» Mehrfach wurde aus der Versammlungsrunde gewünscht, dass Alternativen und andere Variante berücksichtigt werden sollten, so unter anderem auch die Vermietung der Kirche. «Wir sehen den Verkauf als das Sicherste an. Die Abgabe im Baurecht wollen wir aus Risikogründen nicht eingehen. Die einzige Möglichkeit, die ihr habt, ist ein ‹Nein› in die Urne zu legen», richtete Kaufmann an die Versammlung. Nach weiteren Wortmeldungen bekundete der Kirchenratspräsident, dass in der Botschaft erwähnt werde, dass der Kauf auch nur dann zustande käme, wenn die Gemeinde im Besitze einer Betriebs- und Nutzungsbewilligung ist und die Zustimmung des Bistums vorliege. Bis kurz vor Redaktionsschluss lagen bei der Gemeinde Buchrain einige der verlangten Unterlagen teilweise noch nicht vor oder nur als Entwurf.

Den Perlern zuliebe
Es gab sehr wohl einige Personen, die sich für den Verkauf der Kirche aussprachen. Eine Dame begründete im Vorfeld der Versammlung ihren Entscheid damit: «Aus Vernunft.» Nach der emotionalen Debatte, bei der Kaufmann mehrmals betonte, dass an der Urnenabstimmung vom 24. Januar 2015 festgehalten wird, wandte sich die Wohnbaugenossenschaft Fildern Ebikon-Luzern mit Präsident Georges Thalmann an die über hundert Katholiken und Katholiken: «Wir schlagen einen neuen zukunftsgerichteten Lösungsweg vor, unter der Voraussetzung, dass die katholische Kirchgemeinde Buchrain-Perlen aus kaufmännischen Überlegungen das Kirchenzentrum St. Joseph verkaufen will. Wir würden dieses käuflich erwerben und eine Begegnungsstätte für religiöse und kulturelle Zwecke betreiben. Wir sind überzeugt, dass nebst dem Zweck als Gotteshaus auch kulturelle Anlässe, wie Musik und Gesang, aber auch Seminare, Vorträge und weltliche Veranstaltungen durchgeführt werden können. Im Dialog mit der katholischen Kirchgemeinde Buchrain-Perlen und der Einwohnergemeinde Buchrain (Besitzerin des Friedhofsareals) möchten wir gerne einen Ort der Ruhe, der Besinnung und Begegnung für die Menschen von heute und für die Generation von morgen erstellen können. Uns ist dabei bewusst, dass zurzeit infolge der bevorstehenden Revision der Ortsplanung an den Nebengebäuden keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden dürfen. Ebenfalls muss auch ein Parkplatzkonzept erstellt und bewilligt werden.» Thalmann sagte auch, sollte der Verkauf an der Urne abgelehnt werden, sehe sich die Wohnbaugenossenschaft Fildern als Partner mit zukunftsorientierten, ganzheitlichem Lösungsvorschlag, mit einer Symbiose von Religion und Kultur, wie es in der Bibel stehe. Kirchenratspräsident Peter Kaufmann daraufhin: «Bei einem Nein werden wir das Kirchenzentrum so belassen wie es ist und für zirka fünf Jahre kein neues Projekt aufgleisen, sonst wirken wir unglaubwürdig.»
Der Kirchenrat erfuhr zirka eine Woche vor der Versammlung, dass die Wohnbaugenossenschaft Fildern Interesse am Kirchenzentrum St. Joseph hat. In einem Schreiben stellte Peter Kaufmann das Konzept der Wohnbaugenossenschaft Fildern in Frage und fand, dass das für die Bevölkerung Perlens der Untergang wäre. Er befürchtete, dass Perlen mit Mehrverkehr durch die täglichen Events von mehreren hundert Leuten konfrontiert würde, wie das heute bereits bei der katholischen Kirche im Maihof der Fall sei. Gottesdienste würden dadurch sogar verunmöglicht. Georges Thalmann wehrte sich dagegen und sagte: «Das Vorhaben der Wohnbaugenossenschaft ist in keiner Art und Weise mit der Kirche im Maihof zu vergleichen, und wir haben Pläne auch hinsichtlich Parkplätze, die das Dorf Perlen keineswegs mit Mehrverkehr belasten würden.» Er betonte auch, dass die Kirche so belassen wird, wie sie jetzt ist. Enttäuscht zeigte sich Georges Thalmann, dass der Kirchenratspräsident auf das Kaufinteresse der Wohnbaugenossenschaft nicht eingetreten ist. Auf die Frage, weshalb die Wohnbaugenossenschaft Fildern die Kirche wirklich kaufen will, antwortete Georges Thalmann: «Den Perlern und meiner Frau zuliebe, die eine Urperlerin ist, damit sie ihre einzige Begegnungsstätte nicht verlieren und für alle künftigen neuen Zuzüger.»

Wer ist die Wohnbaugenossenschaft Fildern Ebikon-Luzern?
Die Wohnbaugenossenschaft Fildern Ebikon-Luzern ist im gemeinnützigen Wohnungsbau aktiv, verwaltet und vermietet zurzeit 120 Wohnungen in Ebikon und Buchrain. Das Vorstandsgremium besteht aus folgenden fünf Mitgliedern: Präsident Georges Thalmann, Vizepräsident Marcel Neuenschwander, Finanzchef Robert Isler, Sekretär Roman Fischer und Mitglied Kaspar Lang.

Aktuelle Zeitung

Die Gewinner: Leserbilder Sommer 2017

Die Gewinner: Leserbilder Sommer 2017

Like uns auf Facebook!

Razli

Razli

Razli Wetternachhersage

Partner

Partner

Horoskop

Horoskop