Rigi Anzeiger
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Neuer Zunftmeister ist von der Äbiker Alp

Ebikon: Der neue Zunftmeister der Rotseezunft kommt von der Äbiker Alp – auch Adligenswil genannt – und heisst Andreas Stübi. Kein unbeschriebenes Blatt ist sein Weibel Thomas Wirth.

Viel Heu auf der Bühne, ein paar Bauernhof-Utensilien und Edelweiss-Serviettenringe aus Papier stachen während des Nachtessens dem Betrachter im Alters- und Pflegeheim Höchweid ins Auge. Einer der rotseezünftigen Protagonisten wollte seinen Kollegen weiss machen, dass diese Dekoration nichts mit dem neuen Zunftmeister zu tun hätte. Doch dieser trug verräterischerweise den Edelweiss-Serviettenring plötzlich an der Kravatte, die von augenfällig edler Natur war. Frisch gebügelt war sein weisses Hemd, die Hose schien ebenfalls neu gekauft und die Schuhe waren auf Glanz poliert. Ausserdem setzten 22 Zünftler ihr Geld auf Andreas Stübi. Als der Noch-Zunftmeister Martin I. Aregger und sein Weibel Michael Kreyenbühl nach ihrer piratengerechten und rumreichen (mit Betonung auf Rum) Verabschiedung durch den Präsidenten Jörg Bucher zur Bekanntgabe ihrer Nachfolger schritten, begann das Rätselraten erst recht. Die beiden hatten ein Interview mit dem Wetterschmöcker Karl Holdener aus Küssnacht vorbereitet. Derselbe war sich sicher, dass der neue Zunftmeister wieder ein Mann sein wird, weder jung noch alt ist, tagsüber im Büro sitzt und am Computer arbeitet, während der Fasnacht kräftig auf’s Blech haut, einmal im Jahr einen weissen Bart trägt usw.. Über den Weibel wusste Holdener zu sagen, dass er denselben Jahrgang wie der Zunftmeister hat, ein Urgestein bei der Rotsee-Zunft ist und gerne Rum geniesst. Erst mit der Bekanntgabe der Namen Andreas Stübi und Thomas Wirth brach der Jubel aus.

Hoppla Geiss
Der neue Rotsee-Zunftmeister Andreas II. verriet, dass er sich mal eine Auszeit auf einer Alp nahm und dabei das Melken von Geissen lernte. Aus den Schriften der Zunft geht wiederum hervor, dass der Ebikoner Fasnachtsregent 2015 beim Anblick von Tieren auf der Weide immer schwach werde, daher auch Griesbrei und Geissenkäse und den Schmauch von Zigaretten über alles liebe. «Hoppla Geiss – Äbiker Fasnacht – Ganz Heiss» ist denn auch das Motto, das Andreas II. verkündete. Der eingefleischte Ebikoner ist am 2. Januar 1962 geboren, hat sich einen Namen als Marktforschungsinformatiker gemacht und betreut heute fast ausschliesslich Grossprojekte für das Bundesamt für Statistik bei den Marktforschungsunternehmen «Demoscope» und «Link Institute». Andreas Stübi nahm schon als Drei-Käsehoch am Ebikoner Kinderumzug teil und seine Vorliebe für eher laute Musik brachte er in der Rotsee-Zunft als Mitglied der Bööggengarde zum Vorschein. DJ ist er nebenbei auch noch. Weibel Thomas Wirth bringt bereits Erfahrung als Zunftmeister mit, denn dieses Amt bekleidete er 2002. Er ist auch bekannt als Mitglied der Geschäftsleitung der Firma Wirth + Co. AG in Buchrain und wie Andreas Stübi im Jahr 1962 geboren. Andreas Stübi und Thomas Wirth werden von ihren Frauen Gaby und Manon während der buntesten Jahreszeit begleitet.

Bot- und andere Reminiszenzen
Am Bot (Generalversammlung) der Rotseezunft, das im Vorfeld der Bekanntgabe des neuen Zunftmeister- und Weibelpaares stattfand, beschlossen die Zünftler einen neuen Weibelmantel anzuschaffen. Er wird voraussichtlich im kommenden Jahr erstmals an der Inthronisation zu sehen sein. Die Tagwache und Uslumpete wird in Ebikon ebenfalls neu organisiert. Veränderungen gab es im Zunftrat: Tintenknecht Daniel Häner gab nach vier Jahren sein Amt an Bernhard Bucher weiter. Als neuer Kandidat wurde Thomas Bannwart aus Ebikon aufgenommen. Für seine ausserordentlichen Einsätze in rechtlichen Belangen wurde Franz Mattmann zum «Rüüdige Zünftler» ernannt.
Ein Einsehen hatte während des Nachtessens der Delegierte der Ehrenzünftler und Ehrenpräsident Walter Holl. Da er Pfeffer jeglicher Art überhaupt nicht mag und das seit Jahren die traditionelle Mahlzeit der Rotseezunft nach dem Bot ist, erhielt er als Ersatz Fozelschnitten mit Zimt und Zucker sowie Apfelmus. Geschmeckt hat ihm das sehr wohl, doch rätselt er heute noch, wer ihm das eingebrockt hat. Apropos Wetten, für die Alt-Zunftmeister Peter Mühlebach verantwortlich war. Als Zunftmeister-Favoriten wurden auch noch Alois Kaufmann, Kurt Bucher und Andreas Michel (Sozialvorsteher von Ebikon) gehandelt. Nur ein Zünftler, nämlich Manfred Schnider von Schnider Optik setzte auf den richtigen Zunftmeister und Weibel und gewann 150 Franken. «Damit lade ich meine Narrebuebe-Kollegen zum Nachtessen ein», verriet er.