Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Noch 20 Jahre Rathausen-Stau

Dritte Fahrspur und neue Tunnelröhre werden frühestens 2033 eröffnet

Geniessen Sie den täglichen Feierabendstau vor dem Rathausentunnel solange er noch so kurz ist. Verkehrplaner rechnen in den kommenden Jahren mit einer Autobahnverkehrszunahme von 27 %. Und dass auf der A14 frühestens 2033 eine dritte Spur und Tunnelröhre in Betrieb genommen werden können.

1986 wurde die A14 zwischen Root und Luzern eröffnet. 26 Jahre später, ist der chronische Feierabendstau vor dem Rathausentunnel Richtung Stadt schon legendär. Nun ist der «Bypass» angesagt. Dieses Schlagwort trifft den Sachverhalt. Denn beim Bypass geht es tatsächlich um Zusatzleitungen für einen chronisch Verkehrskranken namens Luzern. Im Internet hat der geplante verkehrschirurgische Eingriff eine eigene Adresse: www.bypasslu.ch. Schon der erste Satz auf der Einstiegsseite dokumentiert die Sichtweite des Bundesamtes für Strassenverkehrs «Astra». «Vor Luzern treffen bei der Verzweigung Rotsee die Verkehrsströme der nationalen Nord-Süd-Achse A2 sowie der A14 von Zürich–Zug zusammen». Dass zumindest die A2 vor allem eine internationale Verkehrsachse ist, ist für die «Astralogen» offensichtlich kein Thema. Sie fokussieren für die Notoperation «Bypass» die regionale Verkehrsentwicklung. Gewissermassen die Herzkranzgefässe.

«Ausbau Nord» ist nur eine Komponente der Operation Bypass Luzern.

«Ausbau Nord» ist nur eine Komponente der Operation Bypass Luzern.

Massnahmen werden unvermeidlich

Von den zu befürchtenden Entwicklungen auf der A2 ist nichts zu lesen. Dabei sind die regionalen Wachstumsaussichten verkehrstechnisch besorgniserregend. Bis zum Jahr 2030 erwarten die Planer 15 Prozent mehr Einwohner in der Agglomeration, 28 Prozent in den umliegenden Gemeinden und 21 Prozent mehr Arbeitsplätze. Aus diesen Zahlen resultieren theo-retisch 15 Prozent mehr Fahrleistungen auf allgemeinen Strassen und 27 Prozent mehr auf dem Autobahnnetz.

Das Astra prognostiziert ohne Gegenmassnahmen eine Überlastung der Autobahn und Anschlüsse während der Hauptverkehrszeiten, grosse Störanfälligkeit und Staus auf dem Netz und damit Ausweichverkehr auf Hauptverkehrsstrassen, die dadurch überlastet werden und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs einschränken oder verhindern. Die Operation Bypass soll auf allen Ebenen wirken. Während sich das Tiefbauamt der Stadt Luzern auf Busspuren, den Tiefbahnhof und städtische Strassenführungen konzentriert, will sich der Kanton Luzern die Verbesserung der regionalen Verkehrssysteme, insbesondere des öffentlichen Verkehrs annehmen. Die kantonalen Vorsätze dazu lesen sich sehr allgemein:

• Wir stärken die Regionen des Kantons Luzern, indem wir sie durch leistungsfähige Verkehrssysteme erschliessen und an die Subzentren und ans Zentrum Luzern anbinden.

• Leistungsfähige Verkehrssysteme sichern den Anschluss Richtung Norden und NO und somit an den Metropoli-tanraum Zürich.

• Wohn- und Arbeitsorte werden via Bus und Bahn optimal miteinander verbunden.

So sehen die Planer den Rathausentunnel ab 2033 wie er sich von der Rootsee-Verzweigung kommend präsentiert.

So sehen die Planer den Rathausentunnel ab 2033 wie er sich von der Rootsee-Verzweigung kommend präsentiert.

Zwei Zusatztunnels für die Stadt

Wesentlich klarer formuliert sind die Absichten der Bundesbehörden, die sich im Rahmen ihres Programmes «Engpassbeseitigung» (PEB) auf die Autobahn-Misere konzentrieren. Schon die Gegenwarts-Analyse lässt nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig «Der Zulauf auf der A14 Richtung Süden/Norden der A2 stösst bereits heute an seine Kapazitätsgrenze. Diese Situation wird sich künftig verschärfen. Der Verkehr von und nach Luzern hat in den letzten 10 Jahren um fast 20 Prozent zugenommen. Alle Prognosen gehen von einem weiteren Wachstum aus», schreibt das Astra. Mit den aktuellen Verkehrskapazitäten lasse sich diese Zunahme nicht bewältigen. Die Folge seien immer weitreichendere und länger andauernde Staus auf der A2, der A14 und auf dem regionalen Strassennetz, heisst es weiter.

Während die Operation Bypass auf Ebene Autobahn für das Stadtgebiet den Bau von zwei zusätzlichen zweispurigen Tunnels vorsieht, ist die Massnahme für die «Rontal-Autobahn» vergleichsweise einfach: Der Ausbau um je eine zusätzliche Fahrspur in beiden Richtungen zwischen dem Anschluss Buchrain und der Verzweigung Rotsee, einschliesslich einer zusätzlichen, dreispurigen Tunnelröhre, die auf den Astra-Skizzen auf der Seite Richtung Rotsee angesiedelt ist.

 

Stau mit Wachstumspotential

Ins Leerschlucken kommen könnten die Staugeplagten von heute allerdings angesichts des Zeitplanes. Von der aktuellen Position «Erarbeitung Grundlagen und Variantenstudium» bis zur Position «frühest möglicher Baubeginn», dauert es voraussichtlich zwölf Jahre. Und bis zur Schlussposition «Frühest mögliche Inbetriebnahme» weitere acht Jahre. Ein zeitlicher Unterschied zwischen der Inbetriebnahme der beiden Entlastungstunnels in Luzern und der ausgebauten A14 wird im Projekt nicht formuliert. Das heisst kurz und schmerzvoll auf den Punkt gebracht: Mindestens noch 20 Jahre lang wird der Rathausenstau das fast tägliche Feierabendärgernis für unzählige Pendler bleiben und er dürfte in dieser Zeit immer länger dauern und immer länger werden. Die Ungeduldigen werden Ausweichrouten suchen und finden. Was drohen den umliegenden Gemeinden für Folgen? Schon heute bekommen sie die Auswirkungen des dichten Verkehrs auf der A14 zu spüren. «Vor allem nach einem Unfall auf der A14 gibt es eine deutliche Verkehrszunahme im Dorf», berichtet der Inwiler Gemeindepräsident Josef Mattmann. Am Morgen staue sich der Berufsverkehr zudem vor der Lichtsignalanlage der Autobahneinfahrt Buchrain zudem zurück bis nach Inwil. Und abends quält sich eine endlose Kolonne vom Anschluss Buchrain kommend über die Oberhofen-Kreuzung am westlichen Dorfrand von Inwil in Richtung Eschenbach. Wo es vor dem Kreisel am Dorfeingang zu Rückstaus bis nach Inwil kommt.

 

Bus wird ausgeblockt

Auch in Buchrain kann man sich nicht ungetrübt über eine Entlastung durch die Autobahn freuen. «Seit der Autobahneröffnung hat der Durchgangsverkehr, resp. hauptsächlich der Schwerverkehr, durchs Dorf Buchrain zwar abgenommen; leider jedoch verschlechterte sich infolge der vorherrschenden Verkehrsbedingungen beim Knoten Reussbrücke die Situation für den öffentlichen Verkehr derart, dass das publizierte Fahrplanangebot nicht mehr eingehalten werden konnte», berichtet Gemeinderat Patrick Bieri. Vor diesem Hintergrund stehe zwar der Gemeinderat Buchrain «Agglomerationsprogramm» inklusive Bypass.

«Aber wir verknüpfen diese Zustimmung mit Bedingungen. Wir erwarten, dass die Planung nicht beim Anschluss Buchrain aufhört sondern auch die Auswirkungen auf das regionale Gesamtverkehrssystem analysiert werden. Es muss planerisch ausgewiesen werden, dass kein zusätzlicher Durchgangsverkehr durch Buchrain generiert wird. Flankierende Massnahmen müssen verbindlich im Gesamtprogramm enthalten sein», betont er.

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