Rigi Anzeiger
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Nun haben die Geissen das Sagen

Inthronisation: Die Piratenfahne von Martin I. Aregger ist eingezogen. Nun haben die Geissen des Rotseezunftmeister Andreas II. den Vortritt. Vergangenen Samstag wurde er feierlich inthronisiert.

cek. «Jetzt sind sie wieder Landratten», sagte Jörg Bucher, Präsident der Rotseezunft, nachdem Zunftmeister 2014, Martin I., und sein Gefolge würdig verabschiedet wurden. Sein Nachfolger, Rotsee-Zunftmeister Andreas II., hatte für Aregger aber noch eine Überraschung parat: Ein Holzstück aus den Überresten seines in der Südsee versunkenen Piratenschiffes. Der abtretende Weibel Michael Kreyenbühl durfte ausserdem seinem Nachfolger Thomas Wirth das neue Weibelgewand überreichen, das die Rotseezunft erstanden hat. «Mit viel Herzblut, viel Heimatgefühl und Geissentreiben wird nun Andreas II. ein neues Kapitel in der Zunftgeschichte einschlagen», kündigte Bucher daraufhin an und verriet über das Zunftmeister- und Weibelpaar: «Andreas II. kann nun seine rhetorische Stärke ausleben. Gaby Stübi sammelt gerne herzige Windlichter, schöne Servietten und Taschen. Weibel Thomas Wirth ist ein gestandener Witzeerzähler, wenn er die Pointe nicht vergisst. Die Familie ist das grösste Hobby seiner Frau Manon. Darüber hinaus hat sie ein Herz für Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.»

Auf der «Höfli-Alp»
Begleitet durch die Guuggenmusig Sonnechöbler und zahlreichen Trychler spazierten die zünftige Schar mit Gästen zum Kirchenzentrum Höfli. Hier versprühte der Saal einen Hauch von Äbiker Alpenfasnacht. Kurzerhand taufte Jörg Bucher ihn in «Höfli-Alp» um. Seine Worte richtete er allerdings aus der «Blüemlisalp»-Hütte und einige Meter davon entfernt lag die heubedeckte «Bruedersalp». Davon war kaum mehr etwas zu sehen, als Zunftmeister- und Weibelpaar voller Luftschlangen, die ihnen die Gäste zugeworfen hatten, auf die Bühne traten. Andreas II. erste Amtshandlung: Die Aufnahme neuer Zünftler. Thomas Wirth ernannte er dann gleich noch zum Geissenweibel und prostete mit Geissenmilch auf ihn an. Der Reigen der Darbietungen startete mit der Böögengarde, bei der Andreas II. bis vor kurzem noch mittrommelte. Sie präsentierte ihr neues Stück «Tattoo 2015» mit auffällig südländischen Rhythmen und lud den Rotseezunftmeister im «Regimenter» mitzuspielen. Derselbe tat das mit Bravour und wurde zum Ehrenoberbürster ernannt. Unbedingt an der Feier des neuen Rotseezunftmeisters wollte auch die Guuggenmusig Rüssgusler auftreten, denn Andreas II. hat auch bei ihr einen Teil seiner fasnächtlichen Laufbahn bestritten. Natürlich spielte sie länger als der ihr nur zugesprochenen 20 Minuten. Der Reigen der Darbietungen setzte sich fort mit einem Alpsegen, graziösem Synchrontanz der Narrenbuebe zum Lou Bega-Hit «Mambo No.5». Die Neuzünftler brachten eine Toilettenanlage (ähnlich wie sie es früher im Bahnhof Luzern gab) samt Putzfrau auf die Bühne. Röbi Renggli (Schwager von Thomas Wirth) adaptierte zusammen mit seiner Tochter bekannte Deutsche Welle- und andere Songs mit humorvollen Reminiszenzen. Die Mutschli-Zunft hielt ihre 23. Generalversammung ab und wählte Andreas Stübi zu ihrem neuen Präsidenten. Auch die Ständchen der Rotsee-Spatzen fehlten nicht. Den überaus feierlichen Abend schlossen die «Rotsee-Husaren» mit ihrem einzigen gemeinderätlichen Mitglied Andreas Michel, der auch ein Rotseezünftler ist.