Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Offene Tür auf dem Biohof in Dierikon

Dierikon: Am 8. August um 14 Uhr lässt die Familie Wigger in Dierikon Besucher ins vielfältige Hofleben eintauchen. Zusammen mit acht anderen Schweizer Knospe-Höfen bieten Wiggers einen Rundgang durch die Welt der nachhaltigen Biolandwirtschaft – eine Aktion, die sich insbesondere an Familien richtet.

Wie fördern Biobauern die Artenvielfalt? Was tragen sie zum Klimaschutz bei? Solche Fragen lassen sich diesen Sommer hautnah auf den Nachhaltigkeitspfaden auf ausgewählten Biobauernhöfen erleben. Hoftiere streicheln, seltene Arten beobachten, Zusammenhänge der Natur ergründen oder einfach als Familie ein paar gute Stunden in einer anderen Welt verbringen: Diesen exklusiven Einblick in das Hofleben bieten ausgewählte Schweizer Bio-Bauernhöfe von August bis Oktober 2015. Im Rahmen der Aktion «GUT FÜR ALLE» öffnen die Knospe-Höfe ihre Tore für interessierte Besucherinnen und Besucher. Wo und wann, das erfährt man auf www.bio-suisse.ch/nachhaltigkeit.

Im Kanton Luzern lässt der Hof der Familie Wigger in Dierikon Besucher ins nachhaltige Bauern eintauchen. Kerngeschäft der Familie Wigger ist der Obstanbau und die Mutterkuhhaltung. Rund 280 Hochstammbäume, die Kirschen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Nüsse tragen, prägen die Landschaft. Eine Obstanlage, mit schorfresistenten Apfel- und Birnensorten, ergänzt die Ernte. Nachhaltig bauern bedeutet für die Familie Wigger, ohne chemisch-synthetische Spritzmittel und ohne Kunstdünger zu wirtschaften, Klima- und Ressourcen zu schonen und Sorge zum Boden zu tragen.

Anmelden & Infos unter: www.bio-suisse.ch/nachhaltigkeit
Ort: Biobijou, Fam. Wigger, Wiedacher, 6036 Dierikon, www.biobijou.ch

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Nachgefragt bei Stephan Wigger, Biolandwirt

Was heisst Biohof genau?
Grundsätzlich geht es um einen sorgsamen Umgang mit der Natur, den Tieren und den Menschen. Um das nachprüfbar zu machen, gibt es Richtlinien, die ein Biohof erfüllen muss. Zum Beispiel spritzen wir keine chemischen Mittel und verwenden keine Kunstdünger, legen Wert auf eine artgerechte Tierhaltung, tragen Sorge zum Boden oder fördern die Artenvielfalt.

Wie wichtig ist Artenvielfalt?
Sehr wichtig. Sie hilft mit das Gleichgewicht in der Natur aufrecht zu erhalten. Wir fördern Nützlinge wie den Marienkäfer oder die Schlupfwespe, die ihrerseits die Schädlinge in unseren Kulturen regulieren. Wichtig ist auch, eine Vielfalt von Nutzpflanzensorten und Tierrassen. Ich pflege über 280 Hochstammobstbäume. Diese Artenvielfalt ist auch eine Genbank für die Zukunft. Vielleicht trägt gerade eine meiner alten Sorten die Resistenz, die wir in 30 Jahren gegen die neuste Krankheit brauchen.

Wie fördern Biobauern diese?
Im und auf dem Boden fördern wir sie etwa indem wir auf chemische Mittel verzichten und den Boden schonend bearbeiten. Oder wir schaffen gezielt Lebensräume für Pflanzen und Tiere: legen Asthaufen an, pflegen Hochstammbäume oder setzen Hecken. Dort können sich dann eben der Marienkäfer oder die Schlupfwespe entwickeln.

Obstanbau ohne jegliche Chemie und Kunstdünger – wie funktioniert das?
Das Risiko ist sicher grösser, weil wir nicht gegen jede Krankheit etwas spritzen können. Vermehrt werden heute Obstanlagen mit Netzen gegen Schädlinge geschützt und vor allem pflanzen wir krankheitstolerante Sorten.

Wie kann ein Biohof rentieren?
Die Landwirtschaft bietet leider nur tiefe Stundenlöhne. Aber ein Biobauer erhält für die meisten seiner Produkte etwas mehr als ein konventioneller Bauer. Das kompensiert den höheren Aufwand und tieferen Ertrag.

Wenn alle Betriebe auf Bio umsteigen würden: was würde das für unsere Gesellschaft bedeuten? Wäre das machbar?
Wir hätten gesündere Lebensmitteln und saubereres Wasser. Zwar würden die Erträge je nach Standort um 10 bis 20 Prozent sinken, aber bei einem nachhaltigeren Fleischkonsum hätte es immer noch für alle genug zu Essen. Studien weisen zudem nach, dass der Biolandbau gerade die Kleinbauern in den Tropen unabhängiger und produktiver machen würde.

Stephan Wigger bewirtschaftet in Dierikon LU einen Landwirtschaftsbetrieb nach den Richtlinien von Bio Suisse. Sein Kerngeschäft ist der Obstanbau mit 280 Hochstammbäumen und die Mutterkuhhaltung. Morgen Samstag lädt er zu einem öffentlichen Rundgang auf seinem Hof.

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Bild Christoph Kaminski