Rigi Anzeiger
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Pannenstreifen als dritte Fahrspur

Nationalstrassen: Viele Abschnitte des Schweizer Nationalstrassennetzes sind an ihre Kapazitätsgrenzen angelangt.

Die Stauproblematik wird sich in den nächsten Jahren noch markant akzentuieren. Der Automobil Club der Schweiz (ACS) begrüsst deshalb das Konzept des Bundesrats, dass an verkehrsneuralgischen Stellen der Pannenstreifen als zusätzliche Fahrspur freigegeben wird. Damit wird kurzfristig einerseits der Verkehrsfluss entscheidend verbessert, und lassen sich andererseits die Staustunden deutlich senken. Zudem gibt es weniger Unfälle.

Solche Bilder sind zum Alltag geworden. Der Bundesrat will Abhilfe schaffen. Bild Alexander Blum

Solche Bilder sind zum Alltag geworden. Der Bundesrat will Abhilfe schaffen.
Bild Alexander Blum

Die Resultate des Pilotversuchs der Pannenstreifen-Umnutzung bei Morges und Ecublens im Kanton Waadt durch das Bundesamt für Strassen (ASTRA) im Jahr 2010 waren vielversprechend: erheblich besserer Verkehrsfluss, stark gesunkene Unfallraten, verminderter Schadstoffausstoss und reduzierte Lärmimmissionen.
Der ACS begrüsst deshalb die vom Bundesrat heute in einem Bericht vorgestellte Pannenstreifen-Umnutzung auf insgesamt rund 150 Kilometern, weil sie erwiesenermassen zu einer Staureduktion auf bestimmten Abschnitten des Nationalstrassennetzes führen wird. Auch wenn mit einem hohen Investitionsbedarf für die Pannenstreifen-Umnutzung infolge baulicher Massnahmen – Anpassung des Unterbaus des Pannenstreifens an die erhöhte Belastung, Bau zusätzlicher Ausstellbuchten für Pannenfahrzeuge und Installation von elektronischen Signaltafeln zur Steuerung – zu rechnen sein wird, erachtet der ACS diese Übergangslösung als zielführend für einen besseren Verkehrsfluss namentlich auf der A1. Es ist deshalb sinnvoll, die Massnahme möglichst rasch und flächendeckend auch an anderen verkehrsneuralgischen Stellen und Engpässen umzusetzen, wie vom Bundesrat vorgeschlagen.

Um die Kapazität der A1 indes langfristig und nachhaltig zu erhöhen und Staus merklich abzubauen, fordert der ACS einen konsequenten Ausbau der gesamten A1 auf sechs Spuren. Damit lässt sich ein effektiver und effizienter Beitrag zur Reduktion der mittlerweile jährlich über 21›500 Staustunden (2014) und der bis zum Jahr 2030 voraussichtlich permanent überlasteten 490 Nationalstrassen-Kilometer erreichen.