Rigi Anzeiger
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Pendel- oder Gondelbahn?

Rigi: Die Rigi Bahnen AG prüft eine weitere Variante für die Erneuerung der Luftseilbahn Weggis – Rigi Kaltbad.

red. Die Rigi Bahnen AG hat im Zeitraum 2013–15 die Planung der Erneuerung der Luftseilbahn Weggis–Rigi Kaltbad (Pendelbahn) vollzogen. Der Plan sah die Einreichung des Projekts mit Bewilligungsantrag an das Bundesamt für Verkehr per Ende erstes Quartal 2016 und die Ausführung der Erneuerungsarbeiten im Zeitraum 2017/18 vor. Bei der Detailplanung wurde ersichtlich, dass die Erneuerung der Bahntechnik (System Pendelbahn wie bisher) zweckmässig realisiert werden könnte. Für die Sanierung der Berg- und Talstation zeichnen sich jedoch erhebliche Mehrkosten ab. Die ursprünglich geplanten Investitionen von CHF 12 Mio. erhöhen sich auf ca. CHF 17 Mio., aber sie bieten aus heutiger Sicht zu wenig Mehrnutzen für den Fahrgast. Angesichts dieser Entwicklungen der Kosten und der Marktlage bezieht die Rigi Bahnen AG die bereits vor Jahren angedachte Variante einer Gondelbahn (Umlaufbahn) wieder in ihre Evaluation mit ein. Eine Vorstudie zeigt, dass ein solches Bahnsystem ebenfalls im Kostenrahmen von CHF 17 Mio. realisierbar wäre.

Pendelbahn versus Gondelbahn
Pendelbahn: Die Pendelbahn ist eine Seilbahn mit zwei gegenläufig verkehrenden Kabinen. Bei der bestehenden Luftseilbahn Weggis – Rigi Kaltbad beträgt die Kapazität 75 Personen pro Kabine. Im Normalbetrieb stehen nur Stehplätze zur Verfügung. Die Transportkapazität beträgt ca. 650 Personen pro Stunde. Vorteile sind die grossen Kabinen, eine gute Energiebilanz, eine relativ hohe Windresistenz und die Möglichkeit, auch grössere Gruppen im geschlossenen Verband zu transportieren. Als Nachteile erweisen sich hingegen die fehlende Sitzgelegenheit und die Notwendigkeit eines starren, im Voraus definierten Fahrplans (zur Zeit halbtunden-Takt). Zudem ist bei Pendelbahnen im Erneuerungsfall die Sanierung von Berg- und Talstation in der Regel aufwändig, weil Normen und Vorschriften wie z.B. Auflagen punkto mobilitätseingeschränkten Gästen, sichere Personenführung oder Brandschutz laufend strikter werden. Die dadurch entstehenden Erneuerungskosten erreichen rasch die Höhe der Baukosten für eine komplett neue Gondelbahn.
Gondelbahn (Umlaufbahn): Für die Rigi würde sich eine Gondelbahn mit 20 Kabinen à je 10 Sitzplätze eignen. Mit diesem System wäre zu den regulären Betriebszeiten kein fixer Fahrplan mehr nötig, und die Fahrgäste könnten kontinuierlich, praktisch ohne Wartezeit, transportiert werden. Die Kapazität liesse sich bei Bedarf durch die Anschaffung von 10 zusätzlichen Gondeln von 800 auf 1200 Personen pro Stunde erhöhen. Zu den Randzeiten mit schwachem Gästevolumen könnte mit dem sogenannten Konvoi-Betrieb oder mit einem Taktfahrplan gefahren werden. Eine solche Gondelbahn ist also sehr flexibel im Betrieb, und es wären keine Liftanlagen in der Talstation nötig. Sie entspräche den Vorschriften des Behindertengesetzes, da die Talstation ebenerdig zum Parkplatz erstellt würde. Die bestehende Talstation würde rückgebaut. Die neue Bergstation würde direkt vor die heute bestehende Bergstation platziert. Der Abgang von der Bahn würde wie heute über den Tunnel zum Dorfplatz oder direkt ins Mineralbad führen. Leicht nachteilig wäre der im Vergleich zu einer Pendelbahn etwas höhere Energieverbrauch bei schwacher Auslastung, und dass sich grosse Gruppen in 10er-Einheiten aufteilen müssten. Die Fahrt würde jedoc nicht länger dauern als heute, und die Gondelbahn wäre erheblich komfortabler.