Rigi Anzeiger
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Peter Schärli leitete Demenzprojekt

Ebikon: Am 1. September 2016 war Stabwechsel im Ebikoner Gemeindehaus. Seither engagiert sich der ehemalige Bauchef der grössten Gemeinde im Rontal vermehrt für Aufgaben im Gesundheitswesen.

Anfang Februar hat der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf die «Demenzstrategie Kanton Luzern 2018 – 2028 präsentiert. Im Impressum des Grundlagenpapiers taucht an prominenter Stelle der Name Peter Schärli auf. Der ehemalige Bauchef von Ebikon war Projektleiter für die erste Phase der kantonalen Demenzstrategie (siehe Box rechts).

Moderation der Projektarbeit
«Meine Aufgabe in der Projektarbeit war vor allem die Moderation», erklärt Schärli sein «Jobprofil». Das hört sich leicht an, ist aber eine anspruchsvolle Arbeit. In der Echogruppe waren über 20 Amtsstellen und Organisationen vertreten, die sich alle in ihrem Aufgabenbereich mit dem Thema Demenz befassen. Zu seinen Aufgaben als Projektleiter habe es neben der Moderation gehört, den Projektauftrag – die Entwicklung der Demenzstrategie – im Auge zu behalten und zu einem erfolgreichen Ergebnis zu führen. «Als erstes hatten wir eine Bestandsaufnahme zu machen und daraus einen Handlungsbedarf zu entwickeln», berichtet Peter Schärli.

Engagiert im Gesundheitswesen: Peter Schärli, alt Gemeinderat von Ebikon.

Engagiert im Gesundheitswesen: Peter Schärli, alt Gemeinderat von Ebikon.

Mit dem ersten Bericht zur Demenzstrategie für den Kanton Luzern ist Schärlis Auftrag erfüllt. Für den zweiten Teil im kantonalen Programm der Demenzstrategie, für die Umsetzung der im Bericht aufgelisteten Massnahmen, ist jetzt die kantonale Dienststelle Soziales und Gesellschaft im Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons zusammen mit dem Verband der Luzerner Gemeinden VLG zuständig.

Erfahrung in anspruchsvoller Spitex-RegionFür Peter Schärli war die Projektleitung in der ersten Phase der Demenzstrategie ein weiteres anspruchsvolles Engagement im Gesundheitsbereich. Seit bald 20 Jahren ist er in Ebikon auf diesem Feld tätig. In der Baukommission für die Pflegeheime war er zum ersten Mal mit der häuslichen Pflege und damit mit der kommunalen Spitex konfrontiert. Aus der anfänglichen Spitex Ebikon/Dierikon entwickelte sich bis 2006 das Spitexzentrum Ebikon und ab 2010 die Spitex Rontal plus. Ihr gehören mittlerweile zehn Gemeinden mit einem Einzugsgebiet von rund 38’000 Menschen an. «Das Spannende an dieser Spitexregion ist, dass ihr völlig unterschiedliche Gemeinden angehören, von Honau mit 400 Einwohnern bis Ebikon mit 13’000, das sind ländliche und quasi-städtische Gemeinwesen.»

Aktuell ist Peter Schärli Präsident des kantonalen Spitexverbandes. Bei dieser Aufgabe kommen ihm die Erfahrungen aus dem Rontal zugut. Und ähnliche Fragestellungen wie bei der Spitex sieht er auch bei der Demenz-Problematik: «Es geht um die häusliche Pflege und vor allem auch Betreuung,» stellt Schärli fest, «und dabei ist es entscheidend, wie Angehörige begleitet und entlastet werden können.» Die kantonale Demenzstrategie gibt dazu wichtige, wegweisende Anstösse, ist er überzeugt. Generell stellt Schärli fest: «Das Gesundheitswesen war mir schon immer ein grosses Anliegen.» Mit der Projektleitung für die erste Stufe der kantonalen Demenzstrategie konnte er einen weiteren wichtigen Beitrag leisten.  Text und Bild Hanns Fuchs

 

Kantonale Demenzstrategie
hf. hf. Die Demenzstrategie, die der Kanton mit den Gemeinden entwickelt hat, will die Akzeptanz der Demenzerkrankung in der Gesellschaft fördern und die Unterstützung der Angehörigen stärken.
Im Kanton Luzern leben 5700 Menschen mit Demenz. Bis 2035 rechnet man mit einer Verdoppelung. Aufgrund von parlamentarischen Vorstössen im Kantonsrat beschlossen der Verband Luzerner Gemeinden (VLG) und das Gesundheits- und Sozialdepartement (GSD) zusammen mit den Gemeinden und den wichtigsten Akteuren eine kantonale Demenzstrategie zu entwickeln.
«Wir wollen dazu beitragen, dass die Lebensqualität der Betroffenen weiterhin so gut wie möglich bewahrt, die Akzeptanz der Krankheit gefördert und die Unterstützung von Angehörigen gestärkt wird,» erklärte Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf bei der Präsentation der Demenzstrategie. Die gibt die Stossrichtung für die weiteren Aktivitäten und zukünftigen Massnahmen für den Umgang mit Demenz vor. «Es geht hier nicht bloss um eine Strategie, sondern um Betroffene, die dabei im Mittelpunkt stehen», so Regierungsrat Graf.
Die Demenzstrategie des Kantons Luzern orientiert sich an der «Nationalen Demenzstrategie 2014 – 2017», von welcher die vier Handlungsfelder übernommen wurden (Gesundheitskompetenz, Information und Partizipation; Bedarfsgerechte Angebote; Qualität und Fachkompetenz; Daten und Wissensvermittlung). Handlungsbedarf sieht die Strategie bei Informations- und Beratungsangeboten für Betroffene und Angehörige, der Stärkung bedarfsgerechter Angebote zur Früherkennung und Risikoverminderung oder ausreichend ambulante Pflege-, Betreuungs- und Entlastungsangebote.