Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Push up mit Nebeneffekt

Die Freundin hatte mich vorgewarnt. Ein Dirndl anzuprobieren, ist kein Zuckerschlecken. Sich in eine dieser bayrischen oder österreichischen Trachten zu zwängen, bedeutet harte, schweisstreibende Arbeit. Von Sommerfrische ist in der Garderobe nichts zu spüren.


Kolly_kleinIn heissen Tagen den Damen etwas Kühlung zu vermitteln, war jedoch der Grund, dass sich die einstige Dienstbotentracht überhaupt durchsetzen konnte. Die Oberschicht des städtischen Sommerfrischepublikums entdeckte dieses, eine gewisse Laszivität ausstrahlende, Kleidungsstück gegen Ende des 19. Jahrhunderts für sich. Definitiv zum Kassenschlager wurde das Dirndl nach dem Ersten Weltkrieg. Als schlichtes Sommerkleid stellte es eine preiswerte Alternative zu den oft teuren Frauentrachten dar.
Zur Freude der Herren. Denn so ein Dirndl setzt die weiblichen Kurven ziemlich wirkungsvoll in Szene. Die Freundin findet, in so einer Tracht sehe einfach jede Frau gut aus. Ich teile diese Ansicht nicht wirklich. Was mir da im Spiegel entgegenblickt, ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Und der Weg dahin kein leichter. Die weisse spitzenbesetzte Dirndlbluse mit Puffärmeln endet knapp unter Brust, was mich zuerst verwundert, sich aber als sinnmachend herausstellt, als ich das karierte Trachtenkleid drüber anziehen will. Das Oberteil ist dermassen eng, da passt wirklich nichts drunter. Den Reissverschluss kann ich alleine schon gar nicht schliessen. Muss so sein, sagt die Verkäuferin, die mit gekonnten Griffen meine Polster in die richtigen Positionen drückt. Auch dass ich kaum noch Luft kriege, muss so sein, sagt sie. Dafür entsteht ein beeindruckender Push-up-Effekt. Fesch, wie die der österreichische Volksmund sagt. Mein Hausmechaniker ist begeistert. Der sieht in seinen Lederhosen mit besticktem Hosenlatz… nun ja, über den Dresscode eines befreundeten Paares anlässlich seiner Hochzeit müssen wir nicht weiter diskutieren. Die findet in Österreich statt, und da läuft ja jeder so rum. Dafür erweisen sich die Ösis als überaus gastfreundlich, charmant, hilfsbereit und flexibel. Wir sind tatsächlich in jedem Hotel oder Restaurant willkommen. Unabhängig von der Tageszeit. Vielleicht sollte sich die Schweizerische Gastrobranche für das obligatorische Tragen von Dirndl einsetzen. Das Herz würde so womöglich an den rechten Fleck gepresst. Linda Kolly

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