Rigi Anzeiger
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REAL: Ebikon hui, Emmen pfui

Mit den neuen Entsorgungsregeln haben noch viele Bürger ihre Mühe

Zweieinhalb Monate nach Einführung der neuen Abfallentsorgungregeln haben etliche Abfallproduzenten noch immer nicht kapiert, wie man es machen soll. Besonders viele davon leben in Emmen. Besonders wenige in Ebikon.

Schuld am starken Disziplin-Gefälle zwischen den 21 Luzerner Gemeinden, die seit Jahresbeginn durch die REAL (Recycling Entsorgung Abwasser Luzern) bedient werden, ist die Strenge, mit der bislang die Entsorgungsregeln in den jeweiligen Gemeinde durchgesetzt wurde. So sind es sich die Ebikoner offensichtlich eher gewohnt, Kartons nicht wie ausgepackt oder lose in Papiersäcke gestopft, auf die Strasse zu stellen, sondern sie ordentlich zu schnüren und ausschliesslich offizielle Abfallsäcke zu verwenden.

Solche Deponien sind ein Graus für die Abfall-Entsorger.

 

Anlaufschwierigkeiten
«Das neue Entsorgungskonzept wird in zwei Phasen umgesetzt», erläutert Martin Zumstein, Vorsitzender der Geschäftsleitung von REAL. Phase eins sei die neue Organisation der Entsorgung gewesen. Dabei sei es zu Pannen und Anlaufschwierigkeiten gekommen. «Ortsunkundige Chauffeure verfehlten ihre Routen, übersahen unauffällig deponierte Container und die Leute stellten als Folge der geänderten Abfuhrtermine ihren Abfall am falschen Tag hinaus», zählt Zumstein einige Anlaufschwierigkeiten auf. Auch hätten die neuen Mannschaften oft nichts gewusst von individuellen Vereinbarungen zwischen Betrieben und der vorherigen Kehrichtabfuhr. «Bis zu 200 Personen täglich riefen nach Jahresbeginn die Hotline an», erinnert sich Zumstein. Dass sich wegen der Festtage bis zu den ersten Werktagen des neuen Jahres besonders viel Abfall angestaut hatte, habe die Einführung des regional standardisierten Entsorgungskonzeptes per Jahresbeginn nicht einfacher gemacht, stellt Martin Zumstein fest.

Jetzt läuft Phase zwei
Inzwischen hat sich der Fahrplan zwischen den rund 80000 Haushaltungen in der Region Luzern und den 14 Entsorgungswagen mit je einer Drei-Mann-Besatzung offenbar weitgehend eingespielt. Jetzt bemüht sich REAL um die Umsetzung der Phase zwei: Die korrekte Bereitstellung des Entsorgungmaterials durch die Bevölkerung.

Und das scheint eine echte Herausforderung zu sein. Trotz dem in alle Haushaltungen vor Jahresende verteilten «Abfallkalender», trotz klaren Instruktionen und Erklärungen auf der REAL-Website und trotz einem – für wenig Interessierte leicht zu übersehenden mehrsprachigen Instruktionsfilm – werden die Bereitstellungsregeln noch längst nicht von allen Leuten befolgt.

Problemfall Karton
«Sehr aktuell ist die korrekte Bereitstellung von Karton», erklärt Zumstein. Viele Leute haben sich angewöhnt, Karton in Form von Schachteln, manchmal gefüllt mit Styroporelementen oder in Papiersäcken oder anderen Kartons an die Strasse zu stellen. «Was für die Bevölkerung schnell und einfach geht, erschwert den Beladern die Arbeit. Schachteln und Papiertaschen reissen oft bei Nässe, der gesamte Inhalt wird beim Einsammeln verstreut. Zusätzlich wird immer wieder versucht, illegal Kehricht in Schachteln zu stecken und auf diese Art ‹gratis› zu entsorgen», begründet REAL in einer Medienmitteilung ihre Anweisung, ausschliesslich handlich verschnürte Kartonstapel zur Entsorgung bereitzustellen.

Immer wieder schwarze Säcke
Kaum Probleme gibt es dagegen beim Altpapier. «Das wird schon seit Jahren in der überall gleichen Art eingesammelt. Als Einzelpakete verschnürt oder im Container lose», erklärt Martin Zumstein. Und ärgert sich über die immer gleichen Tricks, mit denen Rappenspalter minimale Einsparungen beim tarifpflichtigen Abfall zu erzielen suchen. «Zwischen die Altpapierlagen werden Tetrapackungen oder Windeln eingeschmuggelt. Und immer wieder sind im Altpapier eingeschweisste oder kunststoffbezogene Druckerzeugnisse zu finden», schildert er. Aber ausgerechnet in einem Entsorgungsbereich, in dem man die Spielregeln längst etabliert wähnt, gibt es ebenfalls Probleme: Beim Güselsack. Martin Zumstein: «Die Leute sollten die offiziellen blauen Abfallsäcke benutzen und keine schwarzen mit Sperrgutmarken». Damit helfe man, Arbeitsverzögerungen zu vermeiden zu helfen: «Ein blauer Sack wird gepackt und in den Wagen spediert. Die schwarzen Säcke dagegen müssen unsere Mitarbeiter erst nach der Marke absuchen, kontrollieren, ob die Anzahl Marken dem Gewicht entspricht. Das ergibt einen erheblichen Mehraufwand», erläutert Zumstein.

Neue Regeln für Grünabfuhr
Eine ganz andere Abfalldisziplin, nämlich die Grünabfuhr, verlangt von der Bevölkerung ein gründliches Umdenken: Die schwarzen und grünen Laubsäcke werden nicht mehr abgeholt. «Ein voller Sack mit nassem Laub oder Rasenschnitt wiegt teilweise mehr als 40 kg und überschreitet die von der SUVA vorgeschriebenen Maximallast von 25 kg. Dies ist gesundheitsschädigend für die Belader, welche hunderte solcher Lasten pro Tag heben», schreibt REAL in einer Mitteilung. Statt Säcken sollten für Gartenabfälle Container benutzt werden, die mit Hebevorrichtung am Sammelfahrzeug entleert werden können. Akzeptiert werden zudem kleine kompostierbare Säcke mit weissem Gitterdruck à 5, 9 und 16 Liter.

Container-Aktion
Wer sich nicht an die Bereitstellungsregeln von REAL hält riskiert, dass sein Abfall liegenbleibt. «Der Grund für die Nichtannahme wird auf einem Kleber mitgeteilt», sagt Zumstein. Und ergänzt: «Sofern das Gut als Abfall erkannt wird». Ob das vor dem Haus hingestellte Sofa als Abfall erkannt wird, hängt auch von den daran befestigten Sperrgut-Marken ab (1 Marke pro 5 kg). Um ihre Kundschaft zur vermehrten Nutzung von Containern für alle Abfallarten zu ermuntern, bietet die REAL noch bis Ende April qualitativ hochwertige Container in verschiedenen Grössen ab Fr. 65.– an. «Der Vorteil bei der Verwendung von Containern liegt hauptsächlich beim Komfort für unsere Kunden und für uns. Die Kosteneinsparungen für die Kunden bei der Entsorgung sind bescheiden», verrät Martin Zumstein.

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