Rigi Anzeiger
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REAL schreitet zu neuen Pioniertaten

Adligenswil: Kaum ist die Renergia fertig erstellt und erfolgreich gestartet, schreitet REAL zu neuen Pioniertaten wie Lachgas-Reduktion und Initiierung von Unterflurlösungen anstelle der weit verbreiteten rollenden Container.

cek. Lachgas (Distickstoffmonoxid) wurde früher als Narkosemittel eingesetzt. Für den Menschen ist dieses Gas zwar nicht schädlich, jedoch für die Ozonschicht, da es 298-mal treibhauswirksamer als CO2 ist. Bei der Klärschlammverbrennung in der Abwasserreinigungsanlage Buchholz in Emmen entsteht auch Lachgas. Das möchte REAL (Recycling Entsorgung Abwasser Luzern) mittels einer regenerativ-thermischen Oxidations-Anlage – der ersten in der Schweiz – reduzieren. An der Delegiertenversammlung in Adligenswil wurde das Pionierprojekt mit Investitionskosten von 3 Millionen Franken gut geheissen. Als ein weiteres Novum stellte der Vorsitzende der Geschäftsleitung Martin Zumstein zur Optimierung des Kehrichtsammeldienstes und Abfallbewirtschaftung Unterflurlösungen vor, die in erster Linie bei Neubauten ab 60 Wohneinheiten in Frage kommen. Die Gefahr, dass ein Kind in einen solchen unterirdischen Container fallen könnte, wie das Anfang Mai im zürcherischen Thalwil passierte, besteht nicht. Zumstein betonte, dass die Unterflurcontainer nur über ein Badge-System bedient werden können. Der Präsident der Delegiertenversammlung, Stadtrat Adrian Borgula, sah in den unterirdischen Containern einen Planungsbestandteil, der bei der verdichteten Bauweise immer wichtiger werde.

Positives 2014
Im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung von REAL stand das Jahr 2014, das gemäss Martin Zumstein ohne besondere Vorkommnisse abgeschlossen werden konnte. Im Verbandsgebiet (es zählt 22 Gemeinden) erfuhr die Kehrichtmenge eine leichte Zunahme. Ein Rückgang wurde beim Altpapier verzeichnet. «Das ist allgemein in der ganzen Schweiz festzustellen», ergänzte Zumstein. Die Ökihöfe bezeichnete er als ein Erfolgsmodell. Zur Recyclingquote von 52 Prozent stellte er fest: «Mehr als die Hälfte des Abfalls landet nicht im Güselsack.» Im Bereich Abwasser (Verbund von acht Gemeinden) durften erfreuliche Werte fest gehalten und mehr Schlamm verbrannt werden. Ferner hat REAL die Verantwortung für den Betrieb der ARA Udligenswil und der ARA Oberseetal übernommen.

Erneute Gewinnausschüttung
Die Rechnung fiel ebenfalls positiv aus. Budgetiert war ein Gewinn von über 6 Millionen Franken, stattdessen erwirtschaftete REAL mehr als das Doppelte. Die Delegierten stimmten zu, dass die Überschüsse aus der Abfallbewirtschaftung und dem Abwasser vollumfänglich und aus der Entsorgung 3,61 Millionen Franken dem Eigenkapital zugeschrieben werden. 9,62 Millionen aus der Entsorgung werden an die Verbandsgemeinden ausgeschüttet.