Rigi Anzeiger
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Recht auf Erwerbsarbeit für «ü50»

Verein gegen «Diskriminierung des Alters im Berufsleben»

Herbert Nell, 58, aus Adligenswil weiss es aus eigener Erfahrung: Wer über 50 ist und den Job verliert, hats schwer, zurück ins Berufsleben zu finden. Er wählte den Weg in die Selbständigkeit. Jetzt präsidiert er den neuen Verein «50plus outin work». Er will Menschen in ähnlicher Lebenslage Mut machen.

Herbert Nell wollte sich nicht unterkriegen lassen. Als er seinen Job in einer Leitungsfunktion im Gesundheitswesen verlor, musste er schnell feststellen, dass es auf dem Zentralschweizer Stellenangebot «nichts Vergleichbares» gab. Arbeitslosigkeit mit der Perspektive Sozialhilfe kam für ihn nicht in Frage. Er wählte den Schritt in die Selbständigkeit. Dabei habe er beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV nicht die erhoffte Unterstützung gefunden, berichtet Nell.

Herbert Nell aus Adligenswil präsidiert den Verein «50plus outin work».

Als ihm zu Ohren kam, dass sich um die Luzerner Sozialpädagogin und Non-Profit-Managerin Heidi Joos ein Gesprächskreis älterer Arbeitsloser gebildet hatte, schloss er sich dort an. Daraus ist inzwischen der Verein «50plus outin work» entstanden. «Uns verbindet, dass wir alle in der zweiten Lebenshälfte unverschuldet erwerbslos geworden sind», heisst es in der Selbstdarstellung des neuen Vereins. Man habe erfahren müssen, «wie hart sich die Jobsuche» in diesem Alter gestalte. Damit wolle man sich nicht abfinden.

Der Verein, sagt Herbert Nell, wolle Menschen in dieser schwierigen Lebenssituation «Hilfestellung leisten» – nicht durch Jobvermittlung, sondern durch «Stärkung der eigenen und Vermittlung äusserer Ressourcen». Neben dem «ehrlich beherzten Austausch» in der Gruppe («persönliche Batterien stärken») will sich der Verein auch in der Öffentlichkeit für die Anliegen erwerbsloser älterer Menschen engagieren. Herbert Nell stellt aber klar: «Wir wollen politisch aktiv sein, aber nicht mit Parteien sondern über persönliche Kontakte und die Zusammenarbeit mit vorhandenen Netzwerken.» Als Schwerpunkt des politischen Engagements nennt der Verein: für eine gerechte Verteilung der bezahlten Arbeit; für die Interessen von Erwerbslosen und Ausgesteuerten 50plus; für existenzsichernde Leistungen und ein Leben in Würde für alle, die von bezahlter Arbeit ausgeschlossen sind; gegen die Diskriminierung des Alters im Berufsleben; gegen die Heraufsetzung des AHV-Alters ohne flankierende Massnahmen.

Kontakt: Verein 50plus out in work, Postfach 3649, 6002 Luzern • info@50plusoutinwork.ch