Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Rigi Kaltbad als Vorzeigedorf

Rigi: Holzhäuser prägen das Ortsbild in vielen Bergdörfern der Schweiz. Wenn sie saniert werden, muss dies mit dem Ortsbildschutz vereinbar sein. Ein Forschungsteam der Hochschule Luzern findet in Rigi Kaltbad Lösungen dafür, die auch auf andere Bergregionen übertragbar sind.

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Auf den ersten Blick ist Rigi Kaltbad eine heile Welt. Die Siedlung der Gemeinde Weggis befindet sich auf 1453 Metern über Meer. Verstreut am Hang liegen die traditionellen, teilweise denkmalgeschützten Chalets und Gebäude in Holzbauweise. «Sie machen den Charme von Rigi Kaltbad aus und prägen mit den Bäumen und Alpwiesen das Dorfbild», sagt der Gemeindeammann von Weggis, Baptist Lottenbach. Von Amtes wegen schaut er aber auch hinter die Fassade: «Zwei Drittel des Gebäudebestandes müssten heute saniert werden», konstatiert er. Dazu gehören Ferienhäuser ebenso wie Hotels oder ganzjährig bewohnte Bauten. Gerade in Bezug auf das Ortsbild müssen Sanierungen sorgfältig durchgeführt werden. Eine Holzfassade darf nicht einfach durch eine Aussendämmung mit Eternitschindeln oder Putz ersetzt werden. «Das verunstaltet die Chalets und kann alte Bausubstanz zerstören», so der Gemeindeammann. Der bevorzugte Baustoff für eine Sanierung ist also Holz. Es gewährleistet die Weiterentwicklung der Bautradition in Bergdörfern wie Rigi Kaltbad, zudem ist er vor Ort verfügbar, erneuerbar und CO2-neutral.

Lokales Wissen & Fachwissen kombiniert
Ein Team von Architektinnen, Energietechnikingenieuren, Sozialwissenschaftlerinnen und Touristikern der Hochschule Luzern hat im zweijährigen Forschungsprojekt «Holzbau & Erneuerbare Energien» die Situation in Rigi Kaltbad untersucht. Da die Ausgangslage auf andere Schweizer Bergregionen übertragbar ist, unterstützen das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Bundesamt für Energie (BFE) das Projekt finanziell. In Rigi Kaltbad wurden 50 Häuser analysiert, dann mit der Gemeinde Weggis und einer Kerngruppe von 20 Eigentümerinnen und Eigentümern zahlreiche Workshops durchgeführt. «So haben wir lokales Wissen und Fachwissen kombiniert», sagt Projektleiterin Ulrike Sturm vom Kompetenzzentrum für Typologie & Planung in Architektur. «Die Leute von hier wissen viel über die Geschichte ihrer Häuser, wir informierten über den Baustoff Holz und zeigten Sanierungsmöglichkeiten auf.» Konkret entwickelte das Forschungsteam der Hochschule Luzern Vorschläge, die sich für die Sanierungen von drei Gebäudetypen eignen: Gebäudetyp eins ist ein Holzhaus mit unbeheiztem, kaltem Sockelgeschoss und (teil-)ausgebautem Dachgeschoss. Typ zwei ist ein Holzhaus mit warmem Sockelgeschoss, kaltem Dachgeschoss und einer (Teil-)Unterkellerung. Der dritte Typ ist ein Holzhaus mit warmem Sockelgeschoss und (teil-)ausgebautem Dachgeschoss.

Das Maximum ist oft nicht möglich
Für die Sanierungsvorschläge wählte das Forschungsteam einen pragmatischen Ansatz. «Durch eine Gebäudesanierung sollte immer das Maximum an Energie eingespart werden. Wenn aber der Ortsbildschutz oder beschränkte Finanzen hineinspielen, ist das oft nicht möglich», so Sturm. Im Projekt wurden deshalb für jeden der drei Gebäudetypen die drei Sanierungsstandards «Bronze», «Silber» und «Plus» entwickelt. Das Vorgehen «Bronze» ist für jene Eigentümer, die auf Grund des Ortsbildschutzes die Gebäudehülle gar nicht antasten dürfen und eine Innendämmung nur schwer realisieren können. Es lassen sich jedoch bereits durch nicht sichtbare Massnahmen Verbesserungen erzielen, beispielsweise durch die Dämmung der obersten Geschossdecke zum Dachraum. Mit der Sanierung «Bronze» sind Einsparungen von bis zu 40 Prozent möglich. Mit der Sanierung «Silber» sind es sogar 60 bis 70 Prozent. Diese sieht zusätzlich eine moderate Innendämmung und Fenstersanierung vor. Bei der Sanierung «Plus» geht fast keine Energie mehr verloren, die Einsparung beträgt über 80 Prozent. Diese Variante ist jedoch mit tiefen Eingriffen und hohen Kosten verbunden. In allen drei Varianten könnte der verbleibende Energiebedarf so weit als möglich mit erneuerbaren Energien aus Solarpanels abgedeckt werden. Die Sanierungsvorschläge liegen nun auf dem Tisch. Baptist Lottenbach, der das Projekt initiiert hat, ist zufrieden: «In manchen Fällen schien die Lage aussichtslos, die Hochschule Luzern hat nun mögliche Lösungen aufgezeigt. Jetzt liegt es an den Eigentümerinnen und Eigentümern, für ihr Gebäude den bestmöglichen Weg zu wählen.»  Sarah Nigg

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