Rigi Anzeiger
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Rollenspiele und Posen im Benzeholz

Raum für zeitgenössische Kunst Meggen

«the fabulous flaw» verbindet das künstlerische Schaffen von Cecile Weibel und Ralph Kühne. Eine spannende Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ausdrucksmitteln. Zu sehen im «Benzeholz Raum für zeitgenössische Kunst Meggen» vom 24. August bis 22. September.

Die filmische, fotografische und performative Umsetzung von Identitätsfragen, von Rollenspielen und Posen in der Musik- und Popkultur verbindet das künstlerische Schaffen von Cecile Weibel (*1984) und Ralph Kühne (*1978). Beide bedienen sich verschiedener Sparten und erzeugen über die Kostümierung, das Make-up und die spezifisch eingesetzte Umgebung ein ausgeklügeltes System, welches sich prekären Situationen des menschlichen Lebens widmet.

Ralph Kühne sucht für seine fotografischen und filmischen Szenen eine vielsprechende Umgebung. Die meist architektonischen oder gar städtischen Räume – erzählerisch und abstrakt zu gleich – bilden die Bühne für seine Figuren. Das Selbstverständnis, mit dem die Figuren agieren, steht einer übermässigen Kostümierung oder Inszenierung gegenüber und umgekehrt. Die Orte, Personen oder Handlungen scheinen uns bekannt und bedienen unser kollektives Gedächtnis. Doch ihre Kombination aus verschiedenen Kontexten öffnet die Szenerie auf vielfältige Interpretationsmöglichkeiten und Geschichten hin. In Kühnes neuestem Film «the fabulous ending of a silly dream» wird durch die Schwarzweiss-Aufnahmen eine Zeitlosigkeit suggeriert. Eine langhaarige Person in Jeans-Turnschuh-Outfit rennt mit einer Gitarre durch die Strassen einer Grossstadt oder fährt mit einem Dreirad gegen eine heruntergekommene Telefonzelle. Was wird hier inszeniert? Der Mythos einer Stadt, einer Person oder ist es einfach ein Traum?

Die videografischen, installativen und performativen Arbeiten von Cecile Weibel kreisen um gesellschaftsspezifische Fragen der Identitätsbildung des einzelnen Subjekts in Beziehung zu sich selbst sowie zu Gruppen wie etwa die Familie oder der Freundeskreis. «Mit Kostüm, Maskerade, beweglichen Rollen, Spiel und Ernst» sucht die Künstlerin «nach Bildern, die Personen und Situationen nicht festschreiben, sondern zum Oszillieren und Schimmern bringen». Dabei greift die Künstlerin traditionelle Formate der Repräsentation wie das Tableau Vivant oder das Familienporträt auf und wendet diese zu alternativen Möglichkeitsformen. Erstmals wird im Benzeholz Weibels Langzeitprojekt «New York – St. Tropez – Olten» zu sehen sein, in das die Künstlerin ihre Freunde und ihr Umfeld einbezieht. In der Gegenüberstellung von inszenierten Videoaufnahmen und dokumentarischen Alltagsszenen prallen Sehnsüchte und Lebensvorstellungen der im Titel genannten Orte prallen aufeinander. Durch die Kontextverschiebungen und die fliessenden Übergänge von inszeniert, halbinszeniert und dokumentarisch gelingt es der Künstlerin individuelle und kollektive Vorstellungen von Personen- und Städtekult aufzubrechen und zu hinterfragen.

 

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Cecile Weibel, Film still aus «New York–St. Tropes–Olten»

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Ralph Kühne, Film still aus «the fabulous ending of a silly dream»

 

«the fabulous flaw»
Ralph Kühne und Cecile Weibel
24. August bis 22. September 2013
Vernissage: Fr. 23. August, 18.30 Uhr
Sa. 31. August, 17 Uhr: Performance von Cecile Weibel (aka Amanda Black and Friends)
www.meggen.ch/benzeholz

 

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