Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

«Rontaler» Dixie-Jazzband wird 50

Luzern: Die «Lake City Stompers» (LCS) gehören zu Luzern wie die Kapellbrücke oder das Löwendenkmal. Sie haben den Namen Luzerns in die Welt hinaus getragen. Zwei Bandmitglieder sind im Rontal zuhause und einer ihrer grössten Fans auch.

Die Lake City Stompers heute mit Hans Schläpfer, Alex Bucher, Fraschi Emmenegger, Rolf Albisser, Fredi Baranowski und Dizzi Lukes. Bild zVg.

Die Lake City Stompers heute mit Hans Schläpfer, Alex Bucher, Fraschi Emmenegger, Rolf Albisser, Fredi Baranowski und Dizzi Lukes. Bild zVg.

red. Immer einige Tage vor Weihnachten strömen die Fans der LCS aus der ganzen Schweiz nach Luzern an ihr Jahresend-Konzert. Dieses Jahr geht es um weit mehr. Die Dixie-Band wird 50 Jahre alt – ein Ereignis, das wohl nur ganz wenige Bands je feiern konnten oder werden können. In diesen 50 Jahren sind die LCS ihrem traditionellen New Orleans Stil stets treu geblieben, und die Fans der Band. In den besten Jahren zählte der Fanklub über 600 Mitglieder. Doch die Dixie-Fans werden immer weniger. Ein «ewiger» Fan der LCS ist seit vielen Jahren der Herausgeber des «Rontaler Brattig», Walter Tschümperlin aus Ebikon.

Durch Zufall Drummer geworden
Der Bandleader und Drummer, Fraschi Emmenegger, erzählte unserer Zeitung: «Eigentlich war mein Traum, Bassist zu werden. Aber ein Zufall stellte die Weichen anders. Ich sass in einem Restaurant in Luzern, wo sich zwei Herren zufällig an meinen Tisch setzten. Dem Gespräch entnahm ich, dass es sich um Musiker handelte, die dringend innert zwei Wochen einen Schlagzeuger für einen Auftritt brauchten. Es ging um Unterhaltungs- und Tanzmusik. Kurz entschlossen gab ich mich als Schlagzeuger aus und es wurde ein Probetermin in zehn Tagen ausgemacht. Nun musste ich handeln und mietete anderntags in einem Musikgeschäft ein Schlagzeug. Nun übte ich Tag und Nacht, und als die Probe vorbei war, haben sie mich engagiert. Danach habe ich jeden Tag mehrere Stunden wie ein Verbissener geübt, in einem Mehrfamilienhaus im Elfenau-Quartier. Ich vergesse nie, wie wohlwollend alle Mieter im Haus meine Trommelei tolerierten, und das über Jahre. Ohne ihre Toleranz wäre ich wohl nie Schlagzeuger geworden.»

Erster Auftritt 1966
Sechs Musiker haben sich vor 50 Jahren zur Aufgabe gemacht, der «Swiss Folklore», die zu dieser Zeit in Luzern in vielen Lokalen angeboten wurde, Paroli zu bieten und einen Ausgleich zu schaffen. Die irgendwann zwischen Pubertät und Brautschau angestaute Liebe zum New Orleans Jazz nahm Formen an und wurde mit der Gründung 1966 Wirklichkeit. Man beschloss, Luzerns fünfte Dixie Band zu werden. Die als Occasionen oder auf Raten erstandenen Instrumente mussten bei den ersten Proben einiges aushalten und die Band das Gezeter von Nachbarn und Hauswarten. Der erste Auftritt im «Télécafé», dem heutigen Kleintheater, war ein grosser Erfolg, obschon die Band noch gar keinen Namen hatte. Dieser war schnell gefunden: Die See-Stadt-Stampfer oder wie es auf englisch besser klingt: Lake City Stompers. «Stomp» ist ein besonderer Stil im Dixie-Jazz.

Berühmte Gastsolisten
Mit Monty Sunshine und Road Maison konnten die Lake City Stompers zwei Musiker von Weltformat für ein Konzert gewinnen. Road Maison spielte anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens (1986) zusammen mit den LCS im altehrwürdigen «Le Châlet» im Casino-Kursaal. Road Maison begleitete die LCS zum 25-jährigen Jubiläum 1991, im gleichen Lokal. Die klassisch ausgebildete Sängerin Daniela Thalmann begleitete während mehreren Jahren die LCS wie auch die Luzerner Jazzlegende Lea Bischof. Später gingen die LCS auf Reisen und traten in vielen Städten auf der ganzen Welt auf: Berlin, Potsdam, Dresden, Prag, Warschau, Chicago, San Fransisco, Mammutlakes und New Orleans; aber auch in der Schweiz an Festivals und einmal sogar mit der legendären Chris Barber Band.