Rigi Anzeiger
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Rontaler Liftbauer als Vorbild für Südkorea

Ebikon: Südkorea beschäftigt sich seit zwei Jahren mit dem Aufbau eines dualen Bildungssystems. Dieser Tage besucht eine 60-köpfige koreanische Delegation aus Unternehmen, Hochschulen und Regierung verschiedene Schweizer Lehrbetriebe und Bildungsinstitutionen, so auch die Schindler Berufsbildung in Ebikon.

red. Das duale Bildungssystem der Schweiz ist ein Erfolgsmodell und stösst weltweit auf Anerkennung. Seit einer Woche verschaffen sich 60 Vertreter Südkoreas einen Einblick ins Schweizer Ausbildungsmodell. Von einer Lehrlingsquote wie in der Schweiz ist Südkorea jedoch noch weit entfernt. «Bei uns besuchen noch immer 80 Prozent der Jugendlichen die Universität», erklärte Insoon Chung, Reiseleiterin der Delegation. Viele südkoreanische Unternehmen seien noch skeptisch, was den Nutzen der Berufslehre angehe.

Interessiert: die Koreanische Delegation bei Schindler in Ebikon.

Interessiert: die Koreanische Delegation bei Schindler in Ebikon.

Berufsbildung als Firmenbestandteil
Ganz anders die Schindler Gruppe: «Ausbildung und Innovation sind die wichtigsten Faktoren, um in Zukunft als Unternehmen erfolgreich zu sein», sagte Jürgen Kästle, Schindler Management. Bei der weltweiten Nummer zwei in der Aufzugsbranche ist die duale Ausbildung fundamentaler Bestandteil des Betriebs. Jährlich starten 80 Lernende ihre Ausbildung. Insgesamt machen sie rund acht Prozent der Belegschaft von Schindler Schweiz aus. Und die Investition in die Jugend lohnt sich: Gegen 70 Prozent der Lehrlinge bleiben nach dem Lehrabschluss im Betrieb. Anschliessend an die Präsentation erlebt die Gruppe aus Südkorea in der Produktionshalle live, dass nicht nur erfahrene Mitarbeitende bei Schindler Grosses leisten. Interessiert beobachten sie die Jugendlichen an den Dreh- und Fräsmaschinen. «Bei uns werden die Lernenden in eigenen Lernwerkstätten ausgebildet und rasch in den Produktionsprozess eingebunden. Jedes Team-Mitglied zählt ab dem ersten Tag», sagte Bruno Wicki, Leiter der Schindler Berufsbildung. «Innovation ist bei Schindler ein wichtiger Strategiebestandteil. Sie fliesst laufend in neue Projekte ein», betonte Jürgen Kästle und veranschaulichte dies am Beispiel des Projektes International Airport Terminal in New Incheon, Seoul, Südkorea. Und so wurde die Delegation zum multimedialen Showroom von «PORT Technology» geführt, wo sie Einblick in die neusten Entwicklungen von Schindler erhielten. PORT ist die zukunftsorientierte Zielrufsteuerung, die Mobilität in Gebäuden wesentlich effizienter macht. «Schindler ist in Sachen Berufsbildung ein Vorzeigebetrieb. Es ist toll, dass wir solche Unternehmen haben, die freiwillig ihre Türen öffnen», meinte Emanuel Wüthrich vom Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung anerkennend.