Rigi Anzeiger
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Rooter Maturand erhält Religionspreis für Dokumentarfilm

Root: Der Preisträger des Luzerner Religionspreises 2016 für herausragende Maturaarbeiten im Bereich Religion und Ethik steht fest: Gewonnen hat Jan Murer von der Kantonsschule Alpenquai Luzern. Dies für sein Filmporträt des Tetraplegikers Martin Doppmann.

ju./pd. «Ich träumte, ich kann fliegen»: So lautet der Titel des 20-minütigen Films (siehe Link unten), den Jan Murer im Rahmen seiner Maturaarbeit konzipiert und gedreht hat. In diesem stellt der 18-Jährige aus Root den Tetraplegiker Martin Doppmann vor. Dieser hatte vor rund zehn Jahren einen Kletterunfall und führt – unterstützt von seinem Freundeskreis – ein recht selbstständiges Leben in seiner Wohnung in Malters. Für die Dokumentation begleitete Murer Doppmann mit der Kamera in verschiedenen Lebenssituationen und versuchte mittels Interviews zu erfahren, was ein Leben mit starken Einschränkungen trotzdem lebenswert macht. Im schriftlichen Teil der von Willi Bühler, Lehrer für Religionskunde und Ethik an der Kantonsschule Alpenquai, betreuten Arbeit beschreibt Jan Murer den Entstehungsprozess des Films – mit all den menschlichen und technischen Herausforderungen, die es dabei zu bewältigen galt.

Preisträger Jan Murer (rechts) mit Martin Doppmann. Bild: Benno Bühlmann

Preisträger Jan Murer (rechts) mit Martin Doppmann. Bild: Benno Bühlmann

«Gelungene Umsetzung provoziert Nachdenklichkeit»
Gemäss der Jury sind bei der diesjährigen Austragungen vergleichsweise viele und qualitativ hochstehende Maturaarbeiten eingereicht worden. «Diese bestechen durch ein hohes Mass an persönlichem Engagement und das Interesse an gesellschaftlich relevanten Themen», so Prof. Dr. Monika Jakobs, Präsidentin der dreiköpfigen Jury. Gelobt an Jan Murers Film wird «die gelungene Umsetzung, die jene Nachdenklichkeit provoziert, die notwendig ist, um das Leben nicht nur in seiner Vitalität, sondern auch in seiner Zerbrechlichkeit bewusst werden zu lassen». Es handle sich um eine kreative Auseinandersetzung mit dem herrschenden allgegenwärtigen und doch kaum bewussten normalisierenden Menschenbild und den gesellschaftlich vereinbarten Ein- und Ausgrenzungen. Gelobt wurde auch die unvoreingenommene Darstellung, die den Zuschauerinnen und Zuschauern viel Deutungsspielraum lasse.
Neben dem Luzerner Religionspreis erhielt «Ich träumte, ich kann fliegen» an der Horwer Filmnacht im Februar die Auszeichnung als bester Dokumentarfilm. Ausserdem schaffte es Jan Murers Abschlussarbeit, im Rahmen des Projekts «Fokus Maturaarbeit» in die Auswahlliste der kantonal besten Arbeiten aufgenommen zu werden.

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