Rigi Anzeiger
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Rotkreuzer Schüler helfen Strassenkindern

Backaktion der Drittklässler bringt 1800 Franken ein

16 Rotkreuzer Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse von Doris Wismer befassten sich intensiv mit dem Schicksal von ausgebeuteten Strassenkindern in Afrika und Südamerika. Mit viel Herzblut verkauften sie am Tag der Kinderrechte selbstgebackene Kuchen und Muffins und nahmen sensationelle 1800 Franken ein.

Wenn die ersten Schneeflocken fallen werden viele Herzen empfänglicher für die Sorgen leidgeprüfter Mitmenschen. Ein idealer Zeitpunkt, um eine Hilfsaktion zu starten, sagte sich die Rotkreuzer Klasse 3b von Doris Wismer. Eine engagierte Mutter lancierte die Idee und eine Pädagogin des Hilfswerks «terre des hommes» gab den Drittklässlern Einblick in den traurigen Alltag der weltweit 215 Millionen Kinder, die zum Arbeiten gezwungen werden. Obwohl Bildung zu den zehn Grundrechten gehört, welche die UNO für Kinder verankert hat, sehen diese jungen Menschen Zeit ihres Lebens nie ein Schulzimmer von innen. Die Klassenlehrerin Doris Wismer vertiefte die Thematik mit ethischen Grundfragen wie «Wie geht es uns hier in Rotkreuz?» und «Woran fehlt es den anderen?». «Die Drittklässler sprachen sofort auf das Thema an und wollten unbedingt selber etwas beitragen, um wenigstens einigen Kindern in den Drittwelt-Ländern zu helfen», erklärt Doris Wismer. Unter der Anleitung ihrer Mütter backten die neun Mädchen und sieben Jungs unzählige Kuchen und Muffins, die sie mit Zuckerperlen verzierten und am Tag der Kinderrechte in die Schule mitbrachten.

Dick verpackt in wärmende Skijacken und einheitlich ausgerüstet mit der orangen Kappen von «terre des hommes», erzählten die Drittklässler den Passanten in Rotkreuz aus tiefster Überzeugung von der Not der Strassenkinder. «Diese Verkaufsgespräche haben wir vorher im Schulzimmer geübt», schmunzelt Doris Wismer. Während die allermeisten angesprochenen Erwachsenen positiv reagierten und bereitwillig zum Portemonnaie griffen, schockierten vereinzelte Personen die Kinder mit abweisenden Antworten wie: «Ihr würdet gescheiter für uns Schweizer sammeln» oder «Das Geld kommt sowieso nie bei den Armen an.»

Diese negativen Erfahrungen beschäftigten die Drittklässler. Zurück im warmen Schulzimmer wurden die Erlebnisse eingehend besprochen und umgehend relativiert. Die vielen positiven Reaktionen überwogen bei Weitem – zudem wollten die Kinder nun sofort das eingenommene Geld zählen: «Rund 1800 Franken waren zusammengekommen, ein sensationelles Ergebnis für zwei Verkaufsstunden!», strahlt die Klassenlehrerin Doris Wismer. Die Kinder seien nach dieser Hilfsaktion richtig glücklich und auch ein wenig stolz auf ihre Leistung gewesen. Einen Wunsch allerdings hätten sie noch gehabt, meint Doris Wismer: «In der nächsten Rechnungsstunde wollen sie selber ausrechnen, wie viele Strassenkinder mit diesen 1800 Franken wie lange die Schule besuchen können.» Das werden die engagierten Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b schaffen, weil sie inzwischen gelernt haben, dass sieben Franken einem Strassenkind einen Monat Schulbesuch ermöglichen.

8 risch 100
Bereit für den Verkauf …

8 risch 103
… welcher läuft wie geschmiert.