Rigi Anzeiger
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Rund 300 Personen besuchten Asylunterkunft

Buchrain: Ein überraschend grosses Interesse fand der Vormittag zur offenen Tür in der Asylunterkunft, in der zurzeit 53 Personen aus zehn verschiedenen Ländern leben.

cek. Samstagmorgen, 10 Uhr, bei strömendem Regen: Vor der Zivilschutzanlage Moosgasse in Buchrain, wo zurzeit 55 Flüchtlinge untergebracht sind, hat sich bereits eine kleine Schlange von interessierten Besuchern gebildet. Sie durchlaufen die Ausweiskontrolle, werden in Gruppen von 15 bis 20 Personen durch die Anlage geführt so unter anderem vom Standortverantwortlichen Pedro Schmidli. Die Asylunterkunft in Buchrain ist im Vergleich zu anderen Zivilschutzanlagen bodeneben zugänglich. Der Kanton hat extra ein Fenster eingebaut. Das wirft natürliches Licht in den Gemeinschaftsraum, der gemütlich eingerichtet und mit einem Fernseher ausgestattet ist. Die Asylsuchenden heissen die Besucher mit extra für sie zubereiteten Gerichten aus verschiedenen Ländern willkommen. Mahmoud Al-Junaidi hilft ihnen beim Anrichten. Er stammt ursprünglich aus Jordanien und ist mit einer Schweizerin verheiratet. Auf die Frage, wie er mit den Flüchtlingen kommuniziert, sagt er: «Wir versuchen uns auf Deutsch zu unterhalten, ansonsten in englisch oder arabisch.» Um dem Aufenthaltsraum noch mehr Gemütlichkeit zu verleihen, hat Lehrer Robert Ruckli die Flüchtlinge zu einem gemeinsamen Malprojekt animiert. Die kahlen Wände weichen im Nu einer bunten Fläche. Aufmerksamkeit erregt einer von ihnen, als er das Schweizer Kreuz mit rotem Hintergrund malt.

Top organisiert
Das Konzept für die Asylunterkunft in Buchrain ist von A bis Z durchdacht. Diese Feststellung können die Besucherinnen und Besucher beim Rundgang machen. An einer Info-Wand hängt ein Plan mit zugeteilten Aufgaben. Beim Eingang steht ein Schuhregal. Auch die Benützung der Waschmaschinen und Tumbler (je zwei) ist organisiert. Für jeweils sechs bis sieben Personen steht ein Kühlschrank zur Verfügung. Ausserdem hat jede Person in der Asylunterkunft ein abschliessbares Fach, in dem er persönliche Sachen unterbringen kann. Von Pedro Schmidli ist auch zu erfahren, dass die Asylsuchenden 11.50 Franken pro Tag erhalten – für Lebensmittel, Hygiene-Artikel und Kommunikation. «Smartphones sind sehr wichtig für sie, denn damit können sie ihre Familien kontaktieren», fügt er an. In der Küche sind drei Kochherde vorzufinden. «Viele sind sich solche nicht gewöhnt», äussert Schmidli. Er führt die Besucher in einen weiteren Raum, wo die Asylsuchenden Deutsch lernen können. «Sie wollen das. Ergreifen sogar selber die Initiative dazu», ergänzt Pedro Schmidli. Die die Anlage verfügt über 120 Betten. 80 werden definitiv besetzt, wenn die weiteren angekündigten Flüchtlinge eintreffen. Die Besucher können einen Raum mit Betten besichtigen, der noch nicht besetzt ist. Das geschieht aus Rücksicht zu den Flüchtlingen und um ihre Privatsphäre in den bewohnten Räumen zu wahren.

Positive Resonanz
Mit 200 Besuchern hatte Pedro Schmidli während des Vormittags der offenen Tür in der Asylunterkunft gerechnet. Gekommen waren gegen 300. «Dieses grosse Interesse hat uns alle überrascht», sagte später Sozialvorsteher Erwin Arnold. Als erfreulich bezeichnete er, dass sich weitere Freiwillige gemeldet haben, die beispielsweise die Asylsuchenden in Deutsch unterrichten wollen.

Gerichte aus verschiedenen Ländern haben die Flüchtlinge für die Besucher zubereitet.

Gerichte aus verschiedenen Ländern haben die Flüchtlinge für die Besucher zubereitet.

Die verschiedenen Speisen wurden gerne probiert.

Die verschiedenen Speisen wurden gerne probiert.

Mahmoud Al-Junaidi mit einem Brot, wie es beispielsweise in Afghanistan gemacht wird.

Mahmoud Al-Junaidi mit einem Brot, wie es beispielsweise in Afghanistan gemacht wird.

Ein Schweizer Kreuz entsteht.

Ein Schweizer Kreuz entsteht.

Blick in einen Raum mit Betten und Schränken.

Blick in einen Raum mit Betten und Schränken.

Besucher im Gespräch mit Pedro Schmidli (l.) in jenem Raum, wo die Asylsuchenden beispielsweise Deutsch lernen können.

Besucher im Gespräch mit Pedro Schmidli (l.) in jenem Raum, wo die Asylsuchenden beispielsweise Deutsch lernen können.