Rigi Anzeiger
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Sanierung im Herbst 2016

Dierikon: Nach den verherenden Schäden durch das Unwetter handelt der Kanton. Das Projekt der Götzentalbachsanierung, welches im Herbst 2012 gestartet und im Jahre 2014 durch den Kanton sistiert wurde, wird nun intensiv weiterbearbeitet. Die Sanierungsarbeiten sollen im September 2016 starten.

Im Götzental ergossen sich an mehreren Orten breite Bäche über die Wiesen. Bild: Niklaus Wächter

Im Götzental ergossen sich an mehreren Orten breite Bäche über die Wiesen. Bild: Niklaus Wächter

red. Das Unwetter vom Sonntag, 7. Juni 2015, hat Dierikon überaus stark getroffen. Besonders schmerzhaft seien die zwei Todesop- fer, halt der Gemeinderat in einem Schreiben an die Bevölkerung fest. Noch sind die Aufräumearbeiten im Gang, die Höhe der Schäden lässt sich noch nicht beziffern. Wichtig seien jetzt genaue Abklärungen, so der Gemeinderat: «Für natürliche Personen gibt es einen Elementarschädenfonds. Der hilft bei Schäden, die nicht versicherbar sind. Überschwemmungen, Hochwasser, Erdrutsche, Steinschlag gehören zu Schadensursachen, die vom Fonds unterstützt werden. Schadenobjekte sind Kulturland, Strassen, Wege, Brücken, Durchlässe, Ufer- / Bachbauten, Stützmauern, Hausumschwung, Zäune, Leitungen ausserhalb Gebäude, Obstbäume, Rebstöcke, Fischteiche oder Wald.»
Es gilt vorerst mit der eigenen Verischerung abzuklären, was gedeckt ist. Alles was nicht gedeckt und nicht versicherbar ist, muss genau dokumentiert und erfasst werden. Die Instandstellungskosten sind detailliert aufzuführen. Gemäss Gemeindrat ist ein unabhängiger Schätzer damit beauftragt, die Lage zu beurteilen. Er wird mit den Betroffenen ein entsprechendes Formular ausfüllen, welches via Gemeinde dem Kanton eingereicht werden muss. Die Gemeinde sammelt die Meldungen der Elementarschäden aller Geschädigten und reicht sie gemeinsam dem Kanton ein. Auch private Helfer leisten Handarbeit, die erfasst werden sollte. Die Formulare müssen spätestens am 31. Juli 2015 auf der Gemeindekanzlei Dierikon eintreffen.
Die Gemeinde wird die einzelnen Rapporte mit Sofortmassnahmen, welche von der Gemeinde aus initiiert wurden, ergänzen. Der Die anfallenden Kosten für diese Sofortmassnahmen, welche die Gemeinde initiiert hat und vorfinanziert, werden mit in die Anträge an den Elementarschädenfonds eingereicht und bei Auszahlung auch mit abgerechnet. «Die Auszahlungen des Elementarschädenfonds hängen von sehr vielen Aspekten ab. Unter anderem auch vom Einkommen der Betroffenen. Dieses wird anhand der Steuerauskünfte von der Gemeinde erfasst und eingereicht.»
Wasserbauingenieure und Geologen haben in den vergangenen Tagen die Situation vor Ort überprüft, Sofortmassnahmen definiert und via Gemeinderat in Auftrag gegeben. Einige sind bereits umgesetzt. Der bisherige Unterhaltsplan der Gewässer in Dierikon sowie der Grenzbäche wird überprüft und weiterentwickelt.
Notfallplan wird überprüft
Das Projekt der Götzentalbachsanierung, welches im Herbst 2012 gestartet und im Jahre 2014 durch den Kanton sistiert wurde, wird nun durch den Kanton weiterbearbeitet. Wie der Gemeinderat mitteilt, wird aktuell das Vor- und Bauprojekt erarbeitet. Es soll im Oktober 2015 öffentlich aufelegt werden. Mit der Bewilligung des projektes durch den Regierungsrat wird im Januar 2016 gerechnet. Der Baubeginn ist für September 2016 vorgesehen. Es wird mti einer Realisierungszeit von ein- bis eineinhalb Jahren gerechnet.
Auch die Sanierung des Spechtenbachs ist ein Thema. Für die diese liegt noch kein ausgearbeitetes Projekt vor. «Der Gemeinderat wird umgehend beim Kanton den Antrag zur Erarbeitung eines Vor- und Bauprojekts stellen. Das Terminprogramm ist zuerst mit dem Kanton abzusprechen», lässt der Gemeinderat hierzu verlauten.
In diesen Tagen findet eine Schlussbesprechung mit Vertretern der Feuerwehr, des Zivilschutzes EMME, der Polizei und des Gemeinderates statt. Dabei wird der existierende Notfallplan nochmals überprüft. In einem weiteren Schritt will die Gemeindebehörde den behördlichen Notfallplan mit Massnahmen ergänzen, welche innerhalb der Gemeinde unter anderem auch durch Einwohner getroffen werden können.
Nachdem das Projekt für die Sanierung der Dörfli-Strasse noch einige Zeit beanspruchen wird, hat der Gemeinderat entschieden, einen einfachen Hartbelag einzusetzen. Die Arbeiten laufen. Zur Entlastung des Dorfkerns und um die weiteren Arbeiten nicht unnötig zu behindern, bleibt der Dorfkern von Dierikon für jeglichen Durchgangsverkehr bis voraussichtlich Ende September 2015 gesperrt. Der Zubringerdienst ist jederzeit gestattet. Die notwendigen Signalisierungen wurden an der Kantonsstrasse eingerichtet.

Spendenkonto: Für die nicht durch Versicherungen abgedeckten Schä- den hat die Gemeinde Dierikon ein Spendenkonto bei der PostFinance eingerichtet. IBAN: CH87 0900 0000 6178 1379 3, Konto PostFinance: 61-781379-3, Stichwort: Unwetter Dierikon.