Rigi Anzeiger
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Serie: Der Chor Santa Maria Ebikon

Ebikon: Der Rigi Anzeiger berichtet in loser Folge über den 110 Jahren jungen Chor Santa Maria. Über seine Entstehung war in der Ausgabe vom 27. August zu lesen. Heute stehen die Beteiligung an der Äbiker Chilbi sowie eines ihrer Mitglieder im Mittelpunkt.

cek. Wenn sich feiner Käseduft an der Äbiker Chilbi – das ist am kommenden Samstag und Sonntag, 10. und 11. September wieder der Fall – breit macht, stammt er vom sogenannten «Sprötzehüsli-Beizli» des Chor Santa Maria. Seit rund 30 Jahren bereitet und serviert er Bratchäs auf Brot, garniert mit Cornichons und Silberzwiebeln und gewürzt mit Pfeffer und/oder Chilli den Chilbi-Besucherinnen und Besuchern.

Chilbi 2007

Alle packen mit an
«Jedes Mitglied des Chor Santa Maria muss beim Einrichten des «Sprötzehüsli», Zubereitung des Bratchäs, im Service, sowie beim Auf- und Abbau inklusive Transport der Festwirtschaft für bis zu 50 Personen mithelfen», erzählt der Vorsitzende Werner Steinmann. Das geschieht seit zehn Jahren unter der Ägide von Chor-Mitglied Ursle Hösly. Nun nimmt der Chor noch eine andere Aufgabe wahr, bereitet den Apéro nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche am Chilbi-Sonntag vor. Das Singen überlässt er an diesem Tag dem Männerchor Ebikon. Nach Chilbi-Ende ist ausserdem das «Sprötzehüsli-Beizli» ein beliebter Schluss-Treffpunkt für andere Vereine, die sich auch an der Äbiker Chilbi beteiligen. Da wundert es niemanden mehr, wenn die Chormitglieder die letzten auf dem Dorfplatz sind, die ihren Stand wegräumen.

Finanzieller Zustupf
«Die Einnahmen aus dem Chilbi-Ertrag kommen der Vereins-Kasse zugute. Mit dieser finanzieren wir teilweise unsere gesellschaftlichen Anlässe wie beispielsweise den Ausflug», verrät Werner Steinmann. Getränke nach Sonderproben oder in Ausnahmefällen Gagen für Instrumentalisten werden ebenfalls aus der Vereinskasse bezahlt. Wer mehr über den Chor Santa Maria wissen möchte: www.chorsantamaria.ch

 

Mitglieder des Chors stellen sich vor

Robert Häller, 75, Rentner, Seit 51 Jahren Mitglied im Chor

Serie - Robert Häller

Wie sind Sie auf den Chor Santa Maria aufmerksam geworden?
Im Umkreis meiner damaligen Kollegen haben wir viel in geselliger Runde gesungen. Mitsänger vom damaligen Kirchenchor haben mich dazu motiviert. Ich habe das Singen in einem Gemischten Chor vorgezogen. Auch waren viele junge Sängerinnen und Sänger dabei.

Was bringt Ihnen die Mitgliedschaft?
Mischung unserer Gesellschaft aus ganz verschiedenen Kreisen. Auch wenn die ältere Generation stärker vertreten ist, finden wir viele Kontakte mit der mittleren Garde.

Sind wöchentliche Proben und jährlich 6 Aufführungen nicht zu viel?
Jedes Hobby fordert einen Aufwand – so gehören auch die Proben als Training für unsere Stimmen. Mit den verschiedenen Untergruppen (Choral, Kantoren, Ensemble und Werktagschor) haben wir ein Vielfaches an gesanglichen Auftritten.

Wie erleben Sie die Gemeinschaft und welche Bedeutung hat die Mitgliedschaft?
Wir haben untereinander einen sehr guten und offenen Kontakt. Nach der Chorprobe treffen wir uns regelmässig zum Gedankenaustausch und kleinem Umtrunk.

Warum singen Sie im Tenor?
Meine Stimmlage erlaubt mir eigentlich in beiden Stimmregistern mitzusingen. Im Tenor fühle ich mich wohl und diese Stimme ist bei Männern auch gefragter.

Welche Visionen haben Sie für den Chor?
Wir müssen uns wohl dem Wechsel oder den Änderungen für regionale Aufgaben stellen (neuer Pastoralraum), jedoch primär die Aufgabe eines Dorfvereines beibehalten. Das Angebot für temporäres Mitsingen muss breiter bekannt sein.

Was sollte beibehalten werden?
An der Hauptaufgabe im Dienste der Kirchenmusik festhalten und die bestehenden Untergruppen festigen.

Welches sind die schönsten Erlebnisse?
Konzerte mit vielfältiger Chorliteratur und musikalischen Begleitungen. Klassische und auch grosse Chorkonzerte in der Kirche, Tonbandaufnahmen und auch weltliche Aufführungen (Filmmusik, Schürkonzert oder Wood-Festival).

Welches Erlebnis wird Ihnen unvergesslich bleiben?
Am 6. Mai 2012 durfte unser Chor an der Vereidigung der neuen Schweizer-Gardisten im Festgottesdienst im Vatikan singen. Diese alljährliche Feier ist auch zum Juwel für unsere Vereinsgeschichte geworden. Wenn man als Sänger im Petersdom singen darf, ist es nicht beschämend, wenn sogar Hühnerhaut über die Arme sich ausbreitet…

Was bewegt Sie über 50 Jahre im Chor Santa Maria zu singen?
Mit der Rentnerzeit fühle ich mich freier und pflege weiterhin gerne mein Hobby. Die wöchentlichen Proben am Donnerstagabend gehören zu meinem Wochenablauf und die wenigen Verpflichtungen an Sonn- oder Festtagen sind planbar. Der Chor Santa Maria ist ein kleiner Mosaikstein im kulturellen Leben unserer Gemeinde und so möchte ich weiterhin etwas dazu beitragen, so lange mir meine Gesundheit und meine Stimme mir dies noch erlaubt. Singen hält fit und jung.