Rigi Anzeiger
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Sicherheit als subjektive Wahrnehmung

Polit-Arena zum Thema Sicherheit in Ebikon

Zwischen gefühlter und statistisch erfasster Sicherheit besteht eine Diskrepanz. Ebenso wird der Einsatz der Polizei unterschiedlich wahrgenommen. Das resultierte an der Polit-Arena zum Thema Sicherheit, zu der die SVP Ebikon einlud.

Rund 70 Personen aus dem Rontal und umliegenden Gemeinden folgten der Einladung zur Polit-Arena mit dem Thema Sicherheit. Einleitend hielt der St.Galler-Nationalrat Lukas Reimann (SVP) ein Referat mit vielen statistischen Zahlen. «Infolge der Einbruchzahlen hat die Schweiz bereits einen Europatitel gewonnen», äusserte er etwa. Alle zwei Minuten gäbe es ausserdem einen Diebstahl. Reimann sah die Gründe im Kriminaltourismus und in der Zuwandererquantität. Gemäss einer Studie fühlten sich 1982 zwei von zehn Schweizerinnen und Schweizer nicht mehr sicher. «Inzwischen ist es jede zehnte Person», führte Reimann aus und wies daraufhin, dass die SVP im Parlament einen Vorstoss zur Verschärfung des Strafgesetztes eingereicht hat.

0102_RAHP009_aktuell.indd«Sicherheit ist nicht nur mit statistischen Zahlen zu messen, sondern auch eine subjektive Wahrnehmung», stellte Kantonsrat Guido Müller (SVP) aus Ebikon fest. Der unter anderem für das Ressort Sicherheit verantwortliche Ebikoner Gemeinderat Herbert Lustenberger (CVP) erzählte von einer Versammlung seiner Partei, bei dem die Teilnehmer gefragt wurden: «Wer getraut sich abends nicht mehr nach Hause zu gehen?» Niemand hätte damals die Hand erhoben. «Wir wissen um die Einbrüche und Autodiebstähle, erhalten jedoch wenig Rückmeldungen», führte Herbert Lustenberger aus. Er wies zugleich auf die zurzeit laufende Befragung der Bewohnerinnen und Bewohner Ebikons hin, die auch das Thema Sicherheit beinhalte. Erste Resultate würden Ende Februar bekannt. «Wir befragen die Bevölkerung alle drei Jahre, jetzt auch wieder. Bei der letzten Befragung fühlten sich 75 Prozent sicher und waren zufrieden mit der Polizei», sagte Regierungsrätin Yvonne Schärli (SP). Sorgen bereiten der Regierungsrätin auch die Gewalt hinter verschlossenen Türen, die Verkehrstoten und -verletzten. Den Vorwurf, die Luzerner Polizei tue zu wenig, liess sie sich nicht gefallen. «Wir haben einen beachtlichen Leistungsausweis. In Luzern wird gut gearbeitet», betonte sie. Yvonne Schärli zeigte auf, dass 38 Prozent der Luzerner Polizei für die Kripo, 31 Prozent bei der Sicherheitspolizei (Patrouillen miteingeschlossen) und der Rest für den Bereich Verkehr im Einsatz ist. Lukas Reimann fand auch, dass die Polizei gute Arbeit leistet – landesweit. Er sah die Problematik vor allem im Strafrecht. Guido Müller appellierte dafür, dass die Arbeit der Polizei so verteilt werden sollte, damit das Sicherheitsgefühl bei der Bevölkerung wieder ankommt. Auch die Bürgerwehr, wie sie in Ebikon wieder aktiviert wurde, blieb nicht unerwähnt. Herbert Lustenberger schätzte sehr wohl, diese nachbarschaftliche Hilfe, stellte aber das «Wie» in Frage. Er befürwortete keinesfalls, dass sie Waffen tragen. Ein paar positive Worte fielen anschliessend der Bürgerwehr, die mit Roland Furrer anwesend war, zu. Reimann lobte ihren freiwilligen Einsatz gar.

Während der Fragerunde wurden einzelne Fälle von häuslicher Gewalt und Polizeiarbeit offenkundig. Immer wieder betonte Yvonne Schärli, dass sie keine Auskünfte geben könne und vorher Abklärungen treffen müsse. «Es wäre nicht seriös, mich dazu zu äussern», ergänzte sie. Klar war für sie auch: «Kriminelle Asylsuchende dulden wir alle nicht». Sie forderte eine landesweite Regelung für die Asylunterkünfte, wie sie im Kanton Luzern beispielsweise mit der Beschränkung des Ausgangs bis 22 Uhr eingeführt wurde. Dem schlossen sich Müller und Reimann an.

«Meine Wahrnehmung ist, dass eine gewisse Angst da ist. Wir müssen uns wieder bewusst werden, dass wir alle unseren Beitrag auf allen Ebenen leisten müssen», waren die Schlussworte von Guido Müller. Herbert Lustenberger sprach das an, womit Ebikon am meisten zu kämpfen hat, nämlich Lärmbelästigung, Litterung und Sachbeschädigung. «Sie können sicher sein, dass wir uns für ein lebenswertes Ebikon einsetzen», sagte er. «Die Medien tragen oft dazu bei, dass die subjektive Wahrnehmung der Sicherheit verschlechtert wird», äusserte Yvonne Schärli und wünschte für die Luzerner Polizei, dass sie nicht für parteipolitische Debatten herhalten muss. «Gebt ihnen die Mittel, dass sie einen guten Job machen können», forderte sie auf.