Rigi Anzeiger
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Sicherstellung der Grundversorgung

Seegemeinden: In absehbarer Zeit gehen zwei Hausärzte in Weggis in Pension. In Vitznau gibt es seit längerer Zeit keinen Hausarzt mehr. Dies bewog die drei Sozialvorsteherinnen von Greppen, Weggis und Vitznau, den Workshop «Medizinische Grundversorgung in den Seegemeinden» zu lancieren.

rbs./red. Statistiken halten fest, dass rund 70 Prozent der Allgemein-Mediziner für die Nachfolge ihrer Praxis in ländlichen Gegenden der Schweiz keinen Ersatz finden. Bereits die Nachfolge von Dr. Franz Kalbermatten in Vitznau blieb erfolglos. Wie weiter, wenn in drei bis fünf Jahren zwei Ärzte in Weggis ebenfalls in den Ruhestand treten? Heute praktizieren dort drei FMH-Ärzte plus eine Kinderärztin. Diese Frage beschäftigt die Sozialvorsteherinnen der Gemeinde Greppen, Roswitha Jenni; Beatrix Küttel, Weggis und Anita Mehr, Vitznau. Um den Puls zu fühlen und mögliche Lösungen zu diskutieren, luden sie kürzlich alle praktizierenden Ärztinnen und Ärzte der Seegemeinden, das Gesundheitsdepartement des Kantons Luzern, die Verantwortlichen des Alterszentrums Hofmatt, der Clinic Cereneo Vitznau, die Kurhäuser Seeblick und St. Otmar Weggis, die Spitex der Seegemeinden und therapeutisch tätige Personen in den Seegemeinden zu einem Workshop ein. Zusätzlich angeschrieben wurden Ärztinnen und Ärzte, welche in den Seegemeinden wohnen, aber ausserhalb praktizieren.

«Neue Modelle zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung», so lautet der Titel einer Studie von vier Studentinnen der Hochschule Luzern – Wirtschaft, welche als Ergänzung zum Planungsbericht des Kantons Luzern gedacht. Erläutert werden funktionierende Modelle in ländlichen Regionen. Zusätzlich wurden sämtliche Ärzte der Seegemeinden telefonisch befragt. Die in rund 1000 Arbeitsstunden erarbeitete Studie diente als Grundlage für diesen Meinungsaustausch. Zwei der Verfasserinnen stellten sie vor. Danach wurden in Kleingruppen die Problematik angeregt diskutiert und mögliche Lösungsvorschläge notiert. In der anschliessenden Präsentation wurde ein Gesundheitszentrum oder eine Gruppenpraxis mit Aussenstationen in Vitznau oder auf Rigi Kaltbad favorisiert. Eine AG oder eine Genossenschaft mit Hilfe der Gemeinden wäre ebenfalls denkbar. Ärzte könnten auch in Teilzeitpensen arbeiten, stundenweise Spezialisten zuziehen und MPAs müssten mehr Kompetenzen erhalten. Voraussetzungen dafür: politische Veränderungen in der Abrechnungspraxis und der Aus- und Weiterbildung. Hingewiesen wurde auf das Modell in Küssnacht wo Ärzte ihre Praxen aufgaben und sich zu einem Gesundheitszentrum zusammenschlossen. Das setzt Teamfähigkeit aller Mitarbeitenden sowie die Lösung der finanziellen Aspekte voraus. Einige wollen die heutigen Einzelpraxen beibehalten. Zusammenfassend hielt Beatrix Küttel fest: «Man fährt weiter wie bisher und die in Pension gehenden Ärzte suchen Nachfolger oder man startet eine Gesundheitspraxis.» Beides dürfte nicht einfach sein. Die drei Sozialvorsteherinnen schlugen deshalb vor, dass sich eine Arbeitsgruppe mit dieser Problematik intensiv befasst.

 

Seraina Steiner (links) und Annalena Kuttenberger von der Hochschule Luzern – Wirtschaft, präsentierten in Weggis ihre Studie «Neue Modelle zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung». Bild zVg

Sereina Steiner (links) und Annalena Kuttenberger von der Hochschule Luzern – Wirtschaft, präsentierten in Weggis ihre Studie «Neue Modelle zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung». Bild zVg

Das Interesse am Workshop war sehr gross. Bild zVg

Das Interesse am Workshop war sehr gross. Bild zVg