Rigi Anzeiger
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Siedlungsleitbild: über 90 Eingaben

Buchrain: Im November vergangenen Jahres stellte der Gemeinderat an einer Orientierungsversammlung das zukünftige Siedlungsleitbild vor. Während des anschliessenden Mitwirkungsverfahrens reichten Institutionen, Parteien, Privatpersonen und Unternehmen 91 Stellungnahmen und Anregungen ein.

pd./cek. Das Siedlungsleitbild befasst sich mit der Gesamtstruktur der Siedlungs-, Verkehrs- und Landschaftsräume Buchrains und hat zum Ziel die Entwicklung von Wohnen, Arbeiten und Infrastruktur in der Siedlung und Landschaft, die Verkehrsbedürfnisse, den Umweltschutz, den Schutz der Lebensräume sowie den ökonomischen Einsatz der begrenzten Mittel in einen Zusammenhang zu stellen, gegenseitige Beziehungen und Auswirkungen aufzuzeigen und die Koordinationsaufgaben zu bezeichnen. Buchrain lud die Bevölkerung zur Mitwirkung des Siedlungsleitbildes ein. 91 Eingaben erfolgten. Auf eine jede gingen Gemeinderat und Gemeindeplanungskommission ein, wie der vor kurzem verabschiedete und transparent aufbereitete Vernehmlassungsbericht zum Siedlungsleitbild (unter www.buchrain.ch zu finden) zeigt.

buchrain luftbild

Fokusgebiete und Dorfzentrum
Das Siedlungsleitbild und der Vernehmlassungsbericht zeigen die Strategie der räumlichen Entwicklung, die für die Gemeinde Buchrain in den nächsten 15 Jahren relevant sein werden, auf. Sie bilden auch die Grundlagen für die anstehende Ortsplanungsrevision. Dabei nehmen die Fokusgebiete Dorfzentrum, Erlebnis Ron, Kirchbreitestrasse und Reuss eine bedeutende Rolle ein. Das Gebiet «Alter Dorfkern» – Tschannhof – Schule/ Verwaltung bildet das «Herz» der Gemeinde und ist identitätsbildend. Wie im Vernehmlassungsbericht zu lesen ist, soll die Identität des Zentrums verbessert werden, indem dieses durch Neu- und Ergänzungsbauten in den Bereichen Schule/ Verwaltung, Tschannhof und alter Dorfkern baulich weiter entwickelt bzw. verdichtet, die Verkehrsorganisation zugunsten des Fuss- und Radverkehrs aufgewertet und der öffentliche Raum neu gestaltet werden. Bei der Gestaltung der Gebäude und Aussenräume sowie beim Sichern von Sichtverbindungen im Zentrumsbereich wird darauf Wert gelegt, dass das Zentrum als Einheit erlebbar und das Dorfzentrum attraktiver Aufenthaltsort wird. Damit die Nutzungen für die Öffentlichkeit verstärkt im Zentrum konzentriert werden können, schafft die Gemeinde gute Rahmenbedingungen. Sie steuert auch die mittelfristige Entwicklung zwischen der Bibliothek /Ärztezentrum und dem Kreisel Leisibach sowie dem Kreisel Tschann dahingehend, dass dieser Strassenabschnitt stärker in das Dorfzentrum eingebunden wird.

Aufwertung entlang der Ron
Der Bereich entlang der Ron wird gemäss Siedlungsleitbild städtebaulich aufgewertet, indem die Gemeinde Möglichkeiten zur Nutzungserhöhung auslotet und diese rechtlich sichert. Freiraumelemente entlang der Ron werden auch im Siedlungsgefüge aufgenommen, so dass ein zusammenhängendes Gebiet mit eigenständigem Charakter mit der Ron im Zentrum entsteht. Die S-Bahnhaltestelle wird besser in die Siedlung integriert und die Zugangssituation zur S-Bahnhaltestelle wird optimiert. Die Kirchbreitestrasse, die wichtige Ortsteile miteinander verbindet und zugleich die Hauptverbindung zwischen Dorfzentrum, dem Gebiet entlang der Moosstrasse /Ron und der S-Bahnhaltestelle Buchrain darstellt, ist für den motorisierten ebenso wie für den öffentlichen Verkehr, für Fussgänger und Radfahrende von Bedeutung. Laut Siedlungsleitbild sorgt die Gemeinde dafür, dass die der Kirchbreitestrasse zugewandten Aussenräume in hoher Qualität gestaltet werden, und die Bedingungen für den Fuss- und Radverkehr auf dieser Strasse verbessert werden.

Fokusgebiet Reuss und der Verkehr
«Das Gebiet Reuss ist ein Tor zur Nah­erholung, dabei gilt es, die Freiräume sicherzustellen» ist dem Vernehmlassungsbericht zum Siedlungsleitbild zu entnehmen. Zugleich ist die Reuss – namentlich die Reussbrücke ein Verkehrsknotenpunkt von übergeordneter Bedeutung. Hierzu wurden beim Mitwirkungsverfahren am meisten Fragen aufgrund des prognostizierten Mehrverkehrs unter anderem durch die Mall of Switzerland gestellt. Dazu nehmen Gemeinderat und Gemeindeplanungskommission wie folgt Stellung: «Im Siedlungsleitbild werden jene Aspekte benannt, die auf kommunaler Ebene zu einer Verbesserung der Situation beitragen können. Im Kapitel ‹Mobilität› (Absatz ‹Motorisierter Verkehr›) heisst es: ‹Buchrain setzt sich für den Erhalt der guten Anbindung an das kantonale und nationale Verkehrsnetz ein›. Die Gemeinde verzichtet auf die Benennung konkreter technischer Massnahmen (das ist Aufgabe des Kantons), verpflichtet sich aber dazu, bei sämtlichen übergeordneten Planungen die Interessen der Gemeinde nachdrücklich zu vertreten.»
Betonend gibt die Gemeinde im Vernehmlassungsbericht auch wieder, dass sie sich für eine Verkehrs- und Parkierungssituation engagiert, die für alle Verkehrsteilnehmer stimmt.

Projekte in der Pipeline
Wie auf Anfrage bei Gemeinderat und Bauvorsteher Heinz Amstad zu erfahren war, stehen beim Kanton Luzern zwei Projekte gemäss kantonalem Strassenbauprogramm in der Pipeline. Für die Förderung des öffentlichen Verkehrs wären eine Ausweitung des Knotens bei der Einmündung Gemeindestrasse/Kanalbrücke (Perlen Wehr) und im Gebiet Schachen-Autobahnanschluss eine Busbeschleunigung mit Umsteigepunkt bei der Reussbrücke vorgesehen. Beide müssten gemäss Amstad zwingend umgesetzt werden. Doch im budgetlosen Zustand sind dem Kanton die Hände gebunden – zumindest bis zum 21. Mai, wenn die Luzerner Stimmbevölkerung über die Erhöhung des Steuerfusses befunden hat.