Rigi Anzeiger
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Singend und lachend Geburtstag gefeiert

Root: Mit einem prächtigen Geburtstagsfest wurde das 90jährige Bestehen des Schulhauses St. Martin gefeiert. Die Schülerinnen und Schüler organisierten dazu eine Chilbi und die ElternMitwirkung bot Getränke und Spezialitäten aus verschiedenen Ländern feil.

cek. «Schulhaus St. Martin, du schönes Gebäude, Du hast Geburtstag, das ist eine Freude! Keine der Klassen hat heute ‘nen Test, denn alle sind hier und feiern dein Fest. Zu deinen 90 Jahren wünschen wir viel Glück und essen für dich ein grosses Kuchenstück», sangen zum Auftakt des Jubiläumsfestes Fünftklässler. Bunt präsentierte sich der Platz vor dem Schulhaus St. Martin. Die Elternmitwirkung bot an Ständen kreative Getränke und Spezialitäten aus unterschiedlichen Ländern feil. Die Schülerinnen und Schüler lockten zu Spielen aller Art. Viele davon hatten sie sogar selber gebastelt. Der Treppenaufgang des Schulhauses war mit zahlreichen, farbenfrohen Blumen aus unterschiedlichen Materialien geschmückt. Sie begleiteten den Besucher in die oberen zwei Stöcke mit der Ausstellung der Schule von «Gestern, heute und morgen».

80seitige Festschrift zur Eröffnung
Für den Bau des Schulhauses St. Martin hatten die Rooter Bürgerinnen und Bürger einen Kredit von 380’000 Franken bewilligt. Doch dieser reichte nicht aus. Für den Bau des dritten Obergeschosses und des Daches mussten die Rooterinnen und Rooter einem Nachtragskredit von 150000Franken zustimmen. Zwei Jahre dauerte die Bauzeit. Eröffnet wurde das Schulhaus St. Martin am 16. und 17. Mai 1926. Dazu gab’s eine 80seitige Festschrift. In dieser war minutiös beschrieben, wie die Eröffnungsfeier am Sonntagmorgen um 5 Uhr mit Böllerschüssen und Tagwache-Konzert der Feldmusik gestartet wird. All das erfuhren die Jubiläumsbesucherinnen und -besucher aus der Festrede des Schulverwalters Armin Steiner. Er erzählte auch, welche Räumlichkeiten das einst neue Schulhaus hatte, so beispielsweise im Kellergeschoss ein Arrestlokal (auch Karze genannt, für renitente Schüler und Militär). Im sogenannten Halbobergeschoss war ein Brausebad (Dusche) mit zwei Wannenbädern. Letztere durfte die Öffentlichkeit für einen Franken pro halbe Stunde benützen. Sowohl für Dusche – sie war vor allem für die Schule reserviert – und die Baderäume gab es ein Reglement. In diesem stand beispielsweise geschrieben: «Das Duschen ist für Kinder nicht obligatorisch. Sie sind jedoch durch die Lehrerschaft dazu aufzumuntern und über die Vorteile derselben zu belehren. Der Duschvorgang war auch detailliert geregelt.» «Vieles hat sich inzwischen geändert. Geblieben ist der Wunsch, bei dem ich weiss, dass wir den alle haben: Dass unsere Kinder angstfrei, gerecht und wohlwollend in ihrer Schulzeit auf das Leben vorbereitet werden», hielt im weiteren Armin Steiner in seiner Festrede fest und schloss sie humorvoll mit dem Zitat von Wilhelm Busch: «Wenn alles schläft und einer spricht, so nennt sich das Unterricht.»